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Empfohlen Schwere Bergtour Überschreitung Plattigspitzen (2.548m & 2.558m), Kogelseespitze (2.647m) und Parzinnspitze (2.613m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Johannes, 2. Juli 2015.

  1. Johannes

    Johannes Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Allgäu
    Spannende & absolut empfehlenswerte Überschreitung der Plattigspitzen mit Aufstieg über den Ostgrat (III) und Abstieg über den Westgrat (III) direkt zur Kogelseescharte. Danach weiter über den nordseitigen Steig (I-II) zur Überschreitung der Kogelseespitze bis zum Güfelseejöchl und als Abschluss auf die Parzinnspitze (II) mit Direktabstieg von der Parzinnscharte zurück zur Hanauer Hütte.

    Tour-Bewertung:

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    7 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.650 Hm / ?? km
    [​IMG]Schwierigkeit III / T5
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Johannes

    Alle Bilder gibt's hier.

    Startpunkt für diese Tour ist das kleine Bergdorf Boden (1.349m) im Lechtal. Vom Parkplatz im Ort geht es über den Hüttenzustieg bis zur Hanauer Hütte(1.922m). Um bei den äußerst hohen Temperaturen etwas Zeit im Auf- und Abstieg zu sparen ging es für mich an diesem Tag mit dem Bike die knappen 3,5 km bis zum Bikedepot an der Materialseilbahn der Hütte.

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    Die Hanauer Hütte trohnt auf dem Felsvorsprung, links daneben die Dremelspitze in den ersten Sonnenstrahlen.

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    Angekommen an der schön gelegenen Hanauer Hütte geht es direkt weiter in Richtung Parzinnseen und Parzinn Jagdhütte.

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    Von der Hütte zeigt sich der Ostgrat der östl. Plattigspitze bei traumhaftem Wetter von seiner schönsten Seite. Der Aufstieg über den Ostrgrat (III) erfolgt fast durchwegs an der Kante.

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    Bei der Pazinn-Jagdhütte auf etwa 2000m zweigt man zum Zustieg in Richtung Ostgrat vom Normalweg ab. Von hier ab geht es über grasige Hänge die Trittsicherhiet erfordern zum Einstieg am Grat.

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    Links die mächtige Dremelspitze, rechts die später noch bestiegene Parzinnspitze.

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    Am Einstieg zum Ostgrat, das Gelände wirkt schon deutlich angenehmer als aus der Entfernung. Zur Felsqualität bleibt zu sagen: 5 Sterne! Die genauen Schwierigkeiten entnimmt man am besten der Topo, Standplätze wären eingebohrt und die Schwierigkeiten bewegen sich nur an wenigen Stellen im III. Schwierigkeitsgrad.

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    Rückblick zur Hanauer Hütte.

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    Schöste Gratkletterei im bestem Fels, was will man mehr :smile:

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    Ausblick zu Dremelspitze, Schneekarlespitze, Spiehlerturm und Parzinnspitze (v.l.n.r.).

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    Die laut Topo mit III bewerte kurze, steile Stelle zum Köpfl zu Beginn der 4. Seillänge.

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    Dieselbe Stelle von oben.

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    Der scharfe Grat (III-) in der 7. Seillänge.

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    Über einen Spalt geht es auf die Platten (III) in der 8. Seillänge. Dank allerbestem Fels und etwas Sohlenreibung ein einziger Genuß :wink:

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    Danach geht es am Grat mit kurzen IIer-Stellen in Richtung Östliche Plattigspitze.

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    Das kleine Gipfelkreuz auf der Östlichen Plattigspitze erreiche ich nach etwa 3 Stunden. Das Gipfelbuch zählt maximal 10 Einträge pro Jahr, ein wirklich selten besuchter Gipfel.

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    Nach einer ausgiebigen Brotzeit geht es weiter über blockiges Gelände in Richtung Westliche Plattigspitze.

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    Auf dem Westgipfel angekommen entscheide ich mich für gegen den südseitigen Abstieg in Richtung Parzinnseen. Kraft- und Zeitreserven sind noch vorhanden, deswegen geht's direkt am Grat entlang weiter in Richtung Kogelseescharte.

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    Der Blick auf den Gratverlauf lässt schon erahnen dass es wohl nicht ganz einfach wird. Es folgen einige schöne Klettereien bis in den III. Grad, allerdings ist die Schwierigkeit stark von der gewählten Route abhängig. Ich habe den Westgrat nicht komplett bis zur Kogelseescharte gemacht, kurz vor der Scharte bei einem markanten Felsturm habe ich auf die Schnelle keinen Weg erkannt. Um den Zeitverlust in Grenzen zu halten bin ich südseitig mit ca. 100 Metern Höhenverlust zum Normalweg abgestiegen und direkt hinauf zur Kogelseescharte.

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    Rückblick auf die Abstiegsrinne rechts (III), vielleicht findet man auch einen einfacheren Abstieg.

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    Blick in die Kogelseescharte, rechts erkennt man im Schneefeld die Zustiegsspur zum nordseitigen Steig auf die Kogelseespitze (T4, I).

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    Blick auf den Kogelsee, im Hintergrund die Allgäuer Alpen.

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    Der Steig ist markiert und führt rasch in Gratnähe

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    Rückblick auf den Westgrat von den Plattigspitzen zur Kogelseescharte. Den letzten hohen Doppelturm vor der Scharte habe ich südseitig umgangen.

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    Die letzten Meter geht es unschwierig über den Ostrücken auf die Kogelseespitze.

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    Am Gipfelkreuz der Kogelseespitze angekommen. Hier begegne ich auch einer kleinen Wandergruppe, allerdings die einzigen Personen an diesem Tag.

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    Über den Südrücken geht es weiter in Richtung Parzinnscharte & Parzinnspitze, rechts liegt der Gufelsee.

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    Noch einmal der Blick auf den Westgrat der Plattigspitzen, man erkennt jetzt schon eher die tiefen Einschartungen in Richtung der Kogelseescharte (links).

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    Von der Parzinnscharte führt ein schmaler Pfad westseitig um die Parzinnspitze herum in Richtung Spiehlerscharte. Rückblick auf Gufelsee, Kogelseespitze und Plattigspitzen.

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    Von der Scharte aus geht es immer entlang der Steinmännchen Richtung Gipfel. Zuerst über ein Band querend bis es über die ersten Rinnen nach oben geht.

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    Es folgen einige schöne Kletterstellen im zweiten Grat die sich immer wieder mit kurzen Gehpassagen abwechseln- wie hier in der steilen Rinne. Man sollte die Steinmännchen immer im Auge behalten, man kann sonst schnell mal zu früh/spät in Richtung Grat klettern oder um den falschen Turm steigen.

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    Der Spiehlerturm im Zoom.

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    Die letzten Meter zum Gipfel im Rückblick - kurz vor dem Gipfelkreuz muss man noch eine höhere Stufe (II) überklettern.

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    Angekommen am Gipfelkreuz der Parzinnspitze. Nach kurzer Pause geht's über den Aufstiegsweg wieder zurück zur Spiehlerscharte.

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    Blick von der Scharte zurück zur Parzinnspite.

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    Wie im AVF beschrieben steige ich direkt über Schnee- und Geröllfelder ab. Das spart nicht nur ungemein viel Zeit sondern macht auch noch Spaß!

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    Kurzer Fotostop unterhalb des Spiehlerturms.

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    Abkühlung muss bei diesen Temperaturen sein (35°C im Lechtal) :wink:

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    Der Rückweg in Richtung Parzinn-Jagdhütten bzw. der Hanauer Hütte ist zwar weglos was angesichts der Umgebung keinerlei Problem darstellt.

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    Zurück an der Hanauer Hütte kann man während der Einkehr nochmal den Ostgrat der Plattigspitze betrachten.

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    Über den normalen Hüttenweg geht's dann wieder zum Bikedepot und zurück nach Boden. Dazwischen hat eine mächtige Lawine den Normalweg überspült, selbst Felsbrocken in Kleinwagengröße liegen auf dem 4-5 Meter hohen Lawinenkegel. Beeindruckend und beängstigend zugleich..
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Juli 2015
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  2. lukas94

    lukas94 Registrierter Benutzer

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    4
    Coole Überschreitung! Ich habe letztes Jahr eine Winterbegehung des Ostgrates der Plattigspitze unternommen, war eindeutig eine meiner schönsten Touren :wink:
     
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  3. Benni

    Benni Registrierter Benutzer

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    Stuttgart

    Ein paar Eindrücke vom Ostgrat!
     
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  4. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Heute eine schnelle Runde über den Ostgrat auf die Östliche Plattigspitze. Mit dem Bike von Boden die 3-4Km über die Forststraße an die Materialseilbahn der Hanauer Hütte und zu Fuß weiter. Kurz vor der Hütte ein kleiner Altar mit Kreuz. Hier angenehm über eine breite Gasse empor und steil zum Gratbeginn. Schöne Tour in herrlich griffigem Fels, kaum schwerer als II. Eine Stelle kratzt jedoch kurz am IIIer. Abstieg im steilen, generell aber gutmütig gestuften Gras. 2018 die fünfte Begehung. Definitiv Wiederholungsfaktor.

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    Zuletzt bearbeitet: 8. Juli 2018
    Alpenindianer, Thom und Manu gefällt das.
  5. Alpenindianer

    Alpenindianer Registrierter Benutzer

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    68
    Ort:
    Werdenstein
    Neuer großer und kostenloser Parkplatz nach dem Feuerwehrhaus 500 Meter Richtung Hanauer Hütte. Mit dem MTB bis Materialbahn. Aufstieg Hanauer Hütte und weiter über Parzinnjagdhütte zum Gufeljoch bzw. in die nördliche Parzinnscharte. Normalweg Parzinnspitze und Rückweg über das dankenswerterweise beschriebene Schotterkar. Leider wird der AV Führer Lechtal seit 2008 nicht mehr aufgelegt und nur noch gebraucht zu Mondpreisen im Netz verkauft. Aber es gibt ja Euch. Top. Dauer der Tour ohne Pausen 7 Stunden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. November 2018
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