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Empfohlen Mittelschwere Bergtour Höllenspitze, Mittagspitze, Rappenspitzen, Hoher Kanzen, Schäferköpfe und Männli

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 19. Oktober 2025.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Eindrucksvolle Kammwanderung in den westlichen Lechtaler Alpen, die mit kurzen aber spannenden Schlüsselstellen gespickt ist, welche einiges an Erfahrung voraussetzen. Phänomenale Ausblicke garantiert.

    Tour-Bewertung:

    [​IMG] ca. 6,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.550 Hm / 20,5 km (davon 350 Hm / 9 km mit dem Bike)
    [​IMG]Schwierigkeit bis II / T5
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Tobi, Thom

    Ganz im Nordwesten der Lechtaler Alpen, zwischen Flexenpass und Bockbachtal gelegen, fristet die hier vorgestellte Runde abseits von jeglichem Bergtrubel ein eher ruhiges und abgeschiedenes Dasein - gut so, wie wir finden! Zur Sommerzeit wohl auch botanisch sehr interessant, aber auch spät im Jahr dank der etlichen, spannenden Gratabschnitte absolut lohnende Unternehmung, welche zudem mit eindrücklichen Rundumsichten zu begeistern weiß. Durch die Auffahrt mit den Bikes zur Vorderbockbackalpe reduzieren sich zudem die Höhenmeter, welche noch zu Fuß zurückzulegen sind, auf ein sehr erträgliches Maß. Allerdings ist im Spätherbst darauf zu achten, das sich die Schneeauflage im Gratbereich in Grenzen hält, sonst wird das Ganze unnötig anspruchsvoll und mit unter heikel. Sehr gute Trittsicherheit sowie der gekonnte Umgang mit brüchigen Kletterstellen im II. Schwierigkeitsgrad sind Grundvoraussetzung für eine sichere Begehung. Abschließend noch ein Dank an Florian, welcher uns diese Grattour wärmstens empfohlen hat. Als Ausgangspunkt dient uns die Parkfläche unweit des Holzwerkes hinter der Ortschaft Steeg im oberen Lechtal. Von hier aus geht es in moderater Steigung etwa 350 Höhenmeter hinauf zu den Bockbachalpen, hinter welchen wir an einem Felsen in der Wiese die Fahrräder gut geschützt abstellen können. Von hier aus dann, den Markierungen folgend, hinauf zum Älpele.

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    "Im Nebel ruhet noch die Welt...", naja oder besser gesagt das Lechtal an diesem Tag. Vom Älpele aus folgen wir den zahlreichen Markierungen hinauf ins unter der Kleinen Rappenspitze eingebettete Kar.

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    Ein wirklicher Wanderpfad hat sich hier aufgrund der geringen Frequentierung nie wirklich ausgebildet. Die Markierungen sind aber recht zahlreich vorhanden und so fällt die Orientierung stets recht leicht.

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    Unter den markanten Plattenschüssen leitet uns dann der markierte "Pfad" auf gut gangbarem Grasband nach rechts hinüber ins Höllenkar. Ein wirklich schöner Abschnitt.

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    Ums Felseck geht's ins Höllenkar. Hier der Rückblick über das noch vom Nebel bedeckte Lechtal hinweg bis hin zur markanten Silhouette der Holzgauer Wetterspitze knapp rechts der Bildmitte.

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    Man folgt am Bestem den Markierungen durchs Höllenkar bis hinauf in den Sattel zwischen Höllenspitze und Kleiner Rappenspitze. Wir kürzen hier in einem engeren Rechtsbogen über ebenfalls recht vernünftig zu begehendes Gelände ab und steigen an der Kammhöhe in Richtung Gipfel der Höllenspitze.

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    Gleich geschafft. Der Gipfel der Höllenspitze wäre auf Grund der Aussicht auch alleine schon eine Reise wert. Die Allgäuer Alpen präsentieren sich im besten Herbstgewand, der Biberkopf grüßt von gegenüber.

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    Trotz markiertem Pfad, Kreuz und grandioser Aussicht hält sich der Ansturm auf die Höllenspitze eher in Grenzen. Im Hintergrund zeichnet sich schon die weitere Tour ab - links die Rappenspitzen, halb rechts die Mittagspitze, welche wir als nächsten besteigen wollen.

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    Von der Höllenspitze geht es immer an der Kammhöhe ohne größere Schwierigkeiten nach Süden, bis uns ein felsiger Steilaufwurf den Weg verstellt. Rechts die Mittagspitze.

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    Nun durchs schattige Weiß hinüber in den Sattel vor der Mittagspitze. Dank führigem Schnee nicht zu heikel, bei sommerlichen Verhältnissen nochmal einen Ticken leichter. Im Hintergrund der markante Felsaufschwung, unter welchem wir nach rechts in das Kar eingequert sind.

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    Mittagsspitze. Sie erhält wohl von den heute begangenen Gipfel den wenigsten Besuch. Nach der recht unschwierigen Karquerung folgen wir dem Kamm hinüber zum einfach zu besteigenden Gipfel (kaum I).

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    Gipfel Mittagspitze - im Hintergrund die Allgäuer Heimatberge, unten links das Örtchen Warth. Nach kurzer Pause steigen wir zurück ins Kar und wieder unter die Felsmauer am Grat. Nun ostseitig etwa 30 Höhenmeter über Graspleisen hinab, bis man den Felssporn mit etwas Kraxelei (I) umschiffen kann und über gut gestuftes, aber teilweise steiles Gras wieder nach rechts hinauf zum Grat steigen kann.

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    Am Grat gibt es dann mehrere Möglichkeiten, die kleinen Felsaufwürfe anzugehen. Wir steigen hier über die festen Platten nach links hinauf in die wärmende Sonne (kurz II). Man könnte aber auch dem ausgesetzten Band um den Felskopf herum folgen, wenn das einem lieber ist.

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    Der weitere Grataufstieg hinauf zur Kleinen Rappenspitze ist nun voll einsehbar, zumeist moderates Gehgelände, die Hände kommen hier erstmal nur noch sporadisch zum Einsatz - also Aussicht genießen.

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    Rückblick zur Höllenspitze mit den formschönen Allgäuer Bergen im Hintergrund.

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    Die letzten Meter hinauf zur Kleinen Rappenspitze. Hier sieht man schon gut die nächsten zwei Steilaufwürfe, welche beim Weiterweg zur Großen Rappenspitze überwunden werden müssen.

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    Gipfelrast Kleine Rappenspitze. Was für ein geniales Bergwetter Ende Oktober. Schade, dass es wohl die letzte größere Bergtour in dieser Saison werden wird, die kommenden Schneefälle werden derartige Unternehmungen kaum noch zulassen.

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    Der Übergang zwischen Kleiner und Großer Rappenspitze ist kurzweilig und sehr spannend, müssen hier doch zwei recht wild wirkende Steilaufschwünge am Grat überklettert werden. Den ersten Steilaufschwung erklettert man am Besten etwas links ausholend an guten Griffen und einer kleinen Reibungsplatte (II), ...

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    ... den zweiten Aufschwung, welcher zugegeben sehr brüchig und instabil wirkt, erklettern wir in direkter Linie (II). Dabei ist das Gestein zunächst solider wie vermutet. Allerdings muss beim Ausstieg über Bruchschrofen sehr sauber angestanden werden, wirklich halten tut hier sonst nämlich nichts.

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    Zweiter Aufschwung von oben. Erst blockiger, halbwegs vernünftiger Fels, oben raus dann wacklige Bröselschrofen, welche einen vorsichtigen und erfahrenen Bergsteiger verlangen.

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    Gipfel Große Rappenspitze.

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    Blick von der Großen Rappenspitze hinüber zum Großen Widderstein.

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    Unser Weiterweg, zunächst einfach über den Südgipfel der Großen Rappenspitze hinweg und immer auf das kleine aber steile Bergmassiv des Hohen Kanzen zuhaltend.

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    Dieser ist rasch über seine Nordflanke zu ersteigen (I). Durch das gestufte Gelände ist die Begehung angenehmer, als dies der zuvor gewonnene optische Eindruck vermuten lässt. Wir kraxeln in die markante Lücke am Grat, anschließend geht es recht ausgesetzt über etwas brüchigen Fels nach links hinauf zum höchsten Punkt.

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    Blick zurück in die steile aber recht gut zu begehende Nordflanke des Hohen Kanzen.

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    Am ausgesetzten Gipfel des Hohen Kanzen ist nur für eine Person wirklich Platz.

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    Blick vom Gipfel Richtung Süden, zu den zwei Schäferköpfen ist es nicht mehr weit.

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    Zuvor muss aber das recht brüchige Massiv des Hohen Kanzen anspruchsvoll überschritten werden. Man bewegt sich zwar immer "nur" im I. Schwierigkeitsgrad, der Fels ist aber wenig zuverlässig, das Gelände ausgesetzt. Gute Trittsicherheit ist Pflicht, das gilt vor allem für Wanderer, welche sich von Lech aus aufmachen, um den Hohen Kanzen von dort aus zu erkunden - und die Schwierigkeiten gerne einmal unterschätzen.

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    Nach wenigen Minuten ist aber dann auch diese letzte Hürde der Tour überwunden, es geht auf gut gangbaren Graspleisen deutlich entspannter hinüber zu den Schäferköpfen.

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    Blick vom Nördlichen Schäferkopf auf sein südliches Pendant. Das unbedeutende Massiv des Wösterhorns ganz rechts im Bild könnte man in die Tour noch einbauen, ist aber wohl wenig lohnend.

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    Klein aber oho, das steile Bergmassiv des Hohen Kanzen gehört zu den Highlights der Tour.

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    Am Südlichen Schäferkopf. Von hier kurz auf Wildwechsel einige Meter in der Ostflanke zurück ...

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    ... und über eine markante Geländerippe hinab zum gut sichtbaren Wanderweg.

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    Diesem folgen wir dann hinüber zur seichten Scharte am Männli, einem kleinen Felszapfen, welcher sich auf Wunsch ebenfalls noch recht ansprechend und spannend besteigen lässt.

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    Das kleine Männli direkt voraus. Die Schneeeinlagerungen halten sich in Grenzen und so wagen wir den kurzen, aber steilen Aufstieg über knusprig gefrorene Graspolster und mittelfesten Fels (II).

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    Auf dem Männli. Im Hintergrund der behäbige Bergrücken der Lärchspitze.

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    Schlussendlich folgt des Abstieg Richtung Älpele. Links im Hintergrund Hohes Licht und Ellbogner Spitze.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. November 2025
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