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Empfohlen Klettern Von Lech-Zug über den Ostgrat auf die Plattnitzer Jochspitze (2.318m)

Dieses Thema im Forum "Klettern & Bouldern" wurde erstellt von Thom, 12. Juni 2017.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Kurzweiliger und lohnender Ausflug an eine schöne Räthkalk-Kante mit herrlichen Ausblicken auf die traumhafte Umgebung. Kletterei ausreichend gesichert.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 5 Std. (davon gut 2 Std. klettern)
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 900 Hm / 25 km (davon 20 km mit Rad)
    [​IMG] Schwierigkeit bis IV
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Tobias, Thom

    Halbtages-Bergtriathlon bestehend aus ein wenig Fahrrad fahren, etwas wandern und schönem Kletternfinale. Herrliche Landschaften gepaart mit grandiosen Aussichten, ruhigen Stunden und echt guter Felsqualität machen diese Unternehmung zu einem absolut spannenden und lohnenden Ausflug. Start ist der Parkplatz unterhalb von Zug am Skilift. Von dort geht es mit dem Bike vorbei am Älpele immer in Richtung Spullersee. Am Spullersee westseitig vorbei in Richtung Südstaumauer. Hinter dem Grünen Bühel am Abzweig des Normalweges auf die Plattnitzer Jochspitze Fahrraddepot. Zu Fuß nun weiter zur Südstaumauer und Anstieg an der Ditteshütte vorbei dem Beginn des sechs Steilaufschwünge tragenden Ostgrates der Plattnitzer Spitze entgegen. Unter Kalkplatten des ersten, noch wenig ausgeprägten Aufschwunges hindurch und über Grasband hinauf zur Scharte mit skurilem Gratturm. An diesem rechtsseitig vorbei und durch eine kaminartige Verschneidung nach oben (IV). Nun stets am Grat oder knapp daneben über zahlreiche Steilstufen hinauf zum aussichtsreichen Gipfel. Abstieg erfolgt über den Westgipfel der Plattnitzer Jochspitze und im Rechtsbogen über schöne Blumenwiesen und Pfadspuren zurück zum Fahrraddepot am Spullersee.

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    Von Lech-Zug geht es mit dem Fahrrad Richtung Spullersee. Die 350 Höhenmeter und 10,5 Kilometer lassen sich gut absolvieren und der Rückweg wird zum wahren Genuss.

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    Der Fahrweg verläuft durch herrliche Landschaften zunächst am Lech, später am Spullerbach entlang. Links im Hintergrund die Johannesköpfe und knapp rechts der Bildmitte die Hochlichtspitze.

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    Bei der Zufahrt zum Spullersee erhält man einen ersten Eindruck vom sechs Aufschwünge tragenden Ostgrat der Plattnitzer Jochspitze. Wir stellen das Fahrrad am Spullersee direkt am Abzweig vom Normalaufstieg der Plattnitzer Jochspitze ab, so gestalltet sich der Rückweg kurzweiliger.

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    Spullersee mit der unbedeutenden Goppelspitze, einer kleinen Erhebung im Westgrat der Rohnspitze. Rechts im Hintergrund die noch schneebedeckten Berge des Verwall. Wir wandern in Richtung Südstaumauer des Spullersee und steigen auf Trittspuren an der Ditteshütte vorbei dem Ostgrat der Plattnitzerspitze entgegen.

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    Der Zustieg zum Ostgrat ist gut gangbar, Vegetation und Ausblicke würden bei gutem Wetter sicher zu überzeugen wissen.

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    Nur noch wenige Minuten zum Einstieg. Diesen erreicht man durch Querung unterhalb des ersten Aufschwungs und Aufstieg über Grasband zum markanten Felstürmchen vor dem zweiten Aufschwung.

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    Rechts um den eigenwilligen Felsturm herum und steil durch die mittige Verschneidung etwas abdrängend hinauf zum ersten Absatz (IV). Bohrhaken sind hier in recht komfortablen Abständen gesetzt.

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    Danach folgt ein Flachstück über ein etwas abdrängendes Grasband (kaum II) hin zum zweiten Aufschwung.

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    Die Felsqualität ist oft gut, schöner Räthkalk lädt zum kräftigen Zupacken ein. Der Zweite Aufschwung erfolgt über Grasschrofen (bis III-), hier muss wegen losem Material mit Vorsicht aufgestiegen werden.

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    In der 4. Seillänge hin zum 3. und eindrücklichsten Aufschwung wird es wieder flacher, die Kletterei ist einfach (I-II).

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    Unter uns der Spullersee, gegenüber die wunderbaren Gipfel des Lechquellengebirges.

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    Der 3. Aufschwung erfolgt direkt an der bombenfesten Räthkalk-Kante (IV-), die für mich lohnendste Seillänge der gesamten Tour. Die Seillänge ist gut aber nicht übermäßig abgesichert. Danach folgt wie immer ein flaches Gratstück (I-II) und der vierte Aufschwung (III-), welcher keine Problem darstellt.

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    Der Übergang zum fünften Aufschwung verläuft zunächst über eine kurze und ungewöhnliche Steilstufen (III) nach unten, bevor es über eine herrliche, waagrechte und schmale Felsmauer an den plattigen Aufschwung geht.

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    Im Rückblick die kurze aber glatte Abkletterstelle, ein IIer wie in der Topo verzeichnet wird hier deutlich überschritten.

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    Der fünfte Aufschwung startet kleingriffig über einen glatten Bauch hinweg (III+), quert kurz nach rechts und leitet über einen griffigen Riss (III) rechts um die Ecke. Der Erste Bohrhaken kommt spät, mit einem kleinen Friend oder einer kurzen Schlinge kann aber zwischengesichtert werden. Hinterm Eck geht es in ansprechender Kletterei (IV-) hinauf zum nächsten Absatz - eine absolut lohnende Passage! Stand erfolgt anschließend am großen Felsblock auf dem waagrechten Grat - kein Bohrhaken.

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    Blick über das Tal des Spullerbaches hinweg zur Hochlichtspitze und den Johannesköpfen, rechts Spuller Schafberg und Mehlsack.

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    Der letzte Aufschwung hinauf zum Gipfel (III) ist deutlich brüchiger als der Rest des Ostgrates. Zunächst muss in die Scharte über Bröselschrofen und zwei kurze Abschwünge abgeklettert werden (II+). Für den Aufstieg halten wir uns weiter links wie gewöhnlich, hier ist die Felsqualität deutlich besser als rechts im Kamin.

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    Am Gipfel der Plattnitzer Jochspitze. Hinten links Goppel- und Rohnspitze, knapp rechts davon die Blisadona.

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    Der Abstieg verläuft über den Westgipfel und später in einer Rechtskehre auf Trittspuren und schönen Wiesen zurück zum Spullersee. Hinten rechts der formschöne Gipfel des Pfaffenecks und ein Großteil des Gehrengrates.

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    Die letzten Meter hinab zum Spullersee, der Rückweg mit dem Bike gestaltet sich entspannt und spaßig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juni 2017
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  2. Chris Koala

    Chris Koala Registrierter Benutzer

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    20
    Ort:
    Immenstadt i. Allgäu
    Zwar stand die Tour auch schon vor eurem Bericht auf meiner Wunschliste, aber durch eure Bilder hier ist sie ein ganzes Stück nach oben gerutscht auf der Prioritätenliste :wink:
    Vergangenen Samstag war es dann soweit und wir konnten ebenfalls den Ostgrat begehen. Landschaftlich war es - wie zu erwarten - ein Traum!
    Die Kletterei an sich war auch richtig schön, nur muss ich mich was die Schwierigkeitsbewertung anbelangt ebenfalls an euren Bewertungsvorschlag halten. Die erste abdrängende Verschneidung ist aus meiner subjektiven persönlichen Erfahrung heraus nicht mehr guten Gewissens in den III. Grad einzuordnen (laut Originaltopo III+). Mag sein, dass eine seilfreie Begehung das Bild immer etwas verfälscht, aber auch da habe ich bereits einge Referenz-Routen (im unteren) IV. Grad begehen können, die ich allesamt leichter einordnen würde.
    In dem mir vorliegenden Topo war noch eine optionale erste Seillänge eingezeichnet, welche direkt an den rauen, kompakten Wasserrillenplatten empor geführt hat (laut Topo IV). Wir haben diese Variante "mitgenommen" und fanden sie wirklich schön, auch wenn wir froh um unsere Kletterschuhe waren.
    Diese kamen auch in der "offiziellen" Schlüsselseillänge (Nr.6) zum Einsatz - diese empfanden wir beide als realistisch im unteren IV. Grad bewertet und insgesamt richtig schön.
    Die von euch erwähnte Abkletterstelle im III. Grad empfanden auch wir als sehr schwer und sicherlich nicht im II. Grad anzusiedeln (sind in Begehungsrichtung etwas rechts abgeklettert und haben dann sehr abdrängend nach rechts auf abschüssigen Tritten gequert und schließlich via Spreizschritt rüber).

    Danke für die Inspiration zur Tour! :smile:

    Wen es interessiert, findet hier einen kleinen clip unserer Begehung:
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Juli 2017
    Tobias und Thom gefällt das.