Schwere Bergtour Über die Südwand auf die Rote Wand (2.704m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 5. Juli 2026 um 10:20 Uhr.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Längst vergessener Anstieg durch die knapp 400 Meter hohe Südwand der Roten Wand, welcher gutes Orientierungsvermögen, perfekte Trittsicherheit, hohe Klettergewandheit und eine starke Psyche voraussetzt.

    Tour-Bewertung:


    [​IMG] ca. 5,5 - 6 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.400 Hm / 30 km (davon 400 Hm / 20 km mit Bike)
    [​IMG]Schwierigkeit bis III+ / T6
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Tobi, Thom

    Den zweithöchsten Gipfel des Lechquellengebirges einmal zu überschreiten, wäre sicher eine feine Sache. So oder so ähnlich war schon vor über zehn Jahren der Wortlaut von Tobias, welcher die hier vorgestellte Tour erstmals in Spiel brachte. Allein von der Silhouette her, wäre ein Aufstieg über den langen Ostgrat vielleicht eine Reise wert, allerdings wird hier einem die räudige Felsqualität wohl jegliche Bergsteigerfreuden schnell nehmen. Bleibt also der wilde und komplett in Vergessenheit geratenen „Südwandsteig“ (Name irreführend: hier existierte noch nie ein Steig) durch die bis zu 400 Meter hohe Südwand der Roten Wand. Hierzu findet sich sogar im aktuellen AVF von Dieter Seibert eine sehr detaillierte Routenbeschreibung, allerdings wirkt die Schwierigkeitsbewertung mit II+ deutlich zu mild für einen derartigen Wanddurchstieg. Und so stellt man bei der Begehung auch umgehend zwei Dinge fest: Erstens ist die Tourenbeschreibung aus dem AVF äußerst exakt und präzise, wenn auch der Autor des aktuellen Führerwerkes niemals selbst einen Fuß in die Wand gesetzt hat, was uns umgehend zum 2. Punkt bringt – die Schwierigkeitsbewertung: diese ist schlichtweg falsch! Die sich über ca. 25-30 Höhenmeter vollziehende Schlüsselstelle erfordert ein hohes Maß an alpiner Erfahrung und Klettergeschick, dennoch bleibt der Aufstieg nicht ohne Risiko. Der helle Kalkfels ist zwar oft bombenfest, aber wasserpoliert. Gute Griffe und vernünftige Tritte sind hier kaum auffindbar. Die Ausgesetztheit vor allem im oberen Drittel der Kletterpassage beeindruckend. In Gänze deutlich anspruchsvoller wie vergleichbare IIIer Klettereien an Großem Krottenkopf, Trettachspitze, Höfats oder dem Westgrat des Großsteins. Unsere Bewertung der Schlüsselstelle mit (III+) soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass jeder Tourenaspirant mindestens einen seilfreien IVer beherrschen sollte, um das Absturzrisiko hier zu minimieren. Bei feuchten oder gar nassen Verhältnissen ist die Stelle nicht kletterbar, daher bitte 2-3 Tage trockenes Wetter abwarten. Des Weiteren kommt erschwerend hinzu, dass die Schlüsselstelle von oben her nicht mehr abgeklettert werden kann. Bitte bei einem Begehungsversuch entsprechend beherzigen. Der Rest des Südwandaufstieges lässt sich mit II-III / T5-6 bewerten. Details zur Führe folgen gleich in der bebilderten Beschreibung. Von Lech-Zug aus geht es früh morgens mit den Bikes kostensparend hinauf zum kleinen Parkplatz vor der Formarinsee. Hier setzte auch der kleine Pfad an, welcher uns über herrliche Blumenwiesen hinauf in Richtung Rote Furka führt, der Scharte zwischen Formarin-Rothorn und Rote Wand.

    [​IMG]
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Juli 2026 um 21:03 Uhr
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