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Empfohlen Schwere Bergtour Überschreitung Auenfelderhorn (2.292m) + Karhorn (2.416m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Tobias, 4. August 2019.

  1. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny/Maierhöfen
    Wunderbare Überschreitung eines "verletzten" Kleinods. Reichlich Kletterei, stellenweise richtig schöner Fels.


    [​IMG] Gehzeit ca. 5h
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.200Hm
    [​IMG] Schwierigkeit T5-6/III
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Tobias

    Klettersteige polarisieren - ganz klar. Das ist hinlänglich bekannt und soll auch jetzt nicht plattgetreten werden. Andererseits gibts es sie, seit es die Menschen in immer größeren Massen in die Berge zieht, und sei es nur, um einen viel begangenen Weg oder Hüttenzustieg sicherer zu machen. Oder, wie so oft in unseren Zeiten, es sollen einem (in diesem Falle) erstrangigen Wintersportort die Sommerflaute genommen, Gäste angespült sowie die Rentabilität der Bergbahnen gesichert werden. Zugegeben, ich war skeptisch bei meinen Begehungen des Karhorn-Klettersteiges, da ziemlich schnell klar wurde, dass es sich hier nicht nur um eine Wahnsinnsaussichtsloge (einst von eiszeitlichen Gletschern umfasst), sonder auch um einen tollen Grat handelt, der ohne "Ketten" den ganzen Bergsteiger fordert(e). Und natürlich blieb die Fortsetzung über den Westgrat zur Auenfelderscharte nicht unbemerkt. Als "besonders lohnend" betitelt der Alpenvereinsführer Lechquellengebirge (vgl. Walther Flaig, AVF Lechquellengebirge, München 1977, 1. Auflage) diese Gratüberschreitung über den selbstständigen, dem Westgrat eingelagerten Gipfel "Durchlöcherter Stein" (Durechelenstein; zum Namen findet man in eben zitierter Ausgabe des AVF Informationen). Dem ist nichts hinzuzufügen. Für mich auf einem Niveau mit Toptouren wie beispielsweise Krottenkopf Nordgrat oder Trettach, im Gesamtkonzept allerdings einen Tick anspruchsvoller, da irgendwie "wilder". Schöne Klettereien in abwechslungsreichem Fels wechseln mit Bruch und anspruchsvolleren "Gehstellen" ab - langweilig wirds hier nicht. Und beim - natürlich brüchigen - Umgehen der Lochscharte (von einem Durchklettern rate ich ernsthaft ab) kann man noch den namengebenden Tunnel bewundern. Der Wiederaufstieg bietet dann tolle, oft feste Kletterei in einer kaminartigen Rinne. Und als "Warmup" nimmt man einfach das Auenfelderhorn mit. Versöhnliches Fazit: Es scheint irgendwie gelungen, hier eine Symbiose aus hoch frequentiertem Touristenklettersteig und einem anspruchsvollen, erstklassigen Anstieg auf den Durchlöcherten Stein (immer wieder trifft man auf alte Stände und zeitbleiche Schlingen) und schließlich - über eben besagten KS (oder daran vorbei, viel kann nämlich umgangen werden) - aufs Karhorn zu kreieren und hoffentlich zu erhalten!

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    Amuse-Gueule: Das Auenfelderhorn...

    ... schreit förmlich nach einer Einbindung in die Tour. Rechts wird über Gras und Felsstufen zum obersten Grat angestiegen, links gehts zur Auenfelder Scharte hinab. (T5, je nach - wählbarem - Felskontakt I+-II+.) Ach ja: Es stecken sogar Bolts ...

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    Der Grat zum Gipfel ist luftig und teils auch brüchig (I-II).

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    Der Abstieg. T 4-5, I-II.

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    Rückblick zum Abstieg vom Auenfelderhorn.

    Dies ist der im neuen AVF beschrieben Anstieg. (Dieter Seibert, AVF Bregenzerwald/Lechquellengebirge, München 2008, 1. Auflage.)


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    Ausblick auf den Hauptgang.

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    Gratansatz Westgrat.

    Der Fels wirkt aus der Entfernung brüchig, zeigt sich aber oft fest und henkelig. Allerdings wird sofort der Dreier abgerufen: ein kleiner, überhängender Sims erfordert Anpacken.

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    Felsprofil im Gratansatz.

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    Auch grasige Einwürfe dürfen nicht fehlen.

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    Hier wird bildmittig in der Kaminrinne angestiegen (bis II).


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    ...

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    Mal am Grat, mal rechts, mal ...

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    ... links. Die Route ist eigentlich selbsterklärend, zudem ist der Beschrieb im alten AVF absolut aktuell.

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    ...

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    Annäherung an eine besonders schöne Passage...

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    Guter, griffiger Fels mach richtig Spaß (II-III).

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    Rückblick.

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    Hier wird mitunter sandig-brüchig links umgangen (II+). Nach rechts hinauf wirds oben kleinsplittrig und schwerer.

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    ...

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    Wieder einfacher auf den Durchlöcherten Stein (bis II).

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    Auf dem Durchlöcherten Stein.

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    Kurz vor der Lochscharte.

    Hier findet sich eine dünne, ältere Köpfles-"Reepschnur" zum Abseilen. Wer das tun möchte, sollte diese ergänzen, verstärken. Vom Abklettern rät auch der alte AVF ab - zurecht, wie ich meine. Maximal ausgesetzt, äußerst steil und glatt ... Die passende Lösung ist die Umgehung der Scharte über den namengebenden Tunnel (ca. 50Hm). Hierzu muss nach links über Stufen (II) auf ein deutliches Band abgestiegen werden. Dann sehr brüchig, jedoch mit vernünftigem Halt in den Begrenzungswänden zum Tunnel, weiter hinab und rechts hinaus in Kaminrinne.


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    Abstieg zum Tunnel.

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    Der Durchlass.

    Hier steckt ein Bohrhaken, vermutlich um nach links oder rechts abzuseilen oder zu sichern. Die Tour wird wie es scheint auch ab und an im Winter unternommen, als "Westalpentraining" sozusagen. Einfach die Suchmaschinen konsultieren ...


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    Rückblick.

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    Nun in guter Kletterei ziemlich fest empor. Erst im zweiten, ...

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    ... bei den Klemmblöcken im dritten Grad empor. Ausspreizen, stemmen, richtig tolle Kletterei.

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    Rückblick.

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    Der senkrechte, ausgesetzte Schartenabbruch.

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    Nun einfacher hier empor (I-II), ..

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    ... und lockeres Auslaufen zum Aus- bzw. Einstieg Klettersteig zum Karhorn. Mit Umgehen der steilsten Stellen II-III.

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    Lochscharte und Tunnel.

    Die Umgehung folgt einem perfekten "V".
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. August 2019
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