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Empfohlen Schwere Bergtour Überschreitung Pöngertlekopf (2.539m), Pfaffeneck (2.539m) und Gehrengrat (2.439m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 15. August 2026.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Sehr anspruchsvolle Runde in zumeist großer Stille mit großartiger Aussichten auf die umliegende Bergwelt. Perfekte Trittsicherheit und ein sensibler Umgang mit äußert brüchigem Fels ist hier Pflicht.

    Tour-Bewertung:

    [​IMG] ca. 6,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.450 Hm / 33 km (davon 500 Hm / 21 km mit Bike)
    [​IMG]Schwierigkeit bis II+ / T6
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung (teils heikler Fels und sehr anspruchsvolle Gehpassagen)

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Thom

    "Kein Anstieg ganz leicht, aber auch keiner schwierig." So beginnt Walther Flaig in seinem AVF Bregenzerwald- und Lechquellengebirge, 3. Auflage von 1971, Rother Verlag, seine Tourenbeschreibung zum Pfaffeneck. Gut, klettertechnisch mag dies durchaus zutreffen, spielt sich doch bei der Überschreitung des Pfaffenecks alles im II. Schwierigkeitsgrad ab. Die gehtechnischen Anforderungen und der Umgang mit holzmorschem Bröselfelsen sind aber alles andere als trivial. Nur früher waren halt perfekte Trittsicherheit und Erfahrung obligat in den weglosen Bergen, Hinweise auf hohe gehtechnische Schwierigkeiten wurden oft weggelassen, bzw. kurz in einem Wort wie "unangenehm" festgehalten. Und so sei diese Tour nur Gipfelsammler mit der nötigen Erfahrung und absoluter Trittsicherheit angeraten, alle anderen beschränken sich besser auf die umliegenden, ebenfalls mit einer herrlichen Aussicht gesegneten Gipfel und Wege.
    Das exakt gleich hohe Gipfelpaar von Pöngertlekopf und Pfaffeneck hat mich schon bei unserem allerersten Bergausflug ins schöne Lechquellengebirge vor gut 15 Jahren fasziniert. Allerdings haben diese beiden Gipfel außer der gleichen Höhenkote aus Bergsteigersicht eher wenig gemeinsam. Der Pöngertlekopf stellt hierbei den deutlich zahmer zu besteigenden Berggesellen dar, trotz seiner wilden und spektakulär in die tiefe stürzenden Nord- und Nordostwände. Wer trittsicher ist, der kann diesen Gipfel über die ein oder andere Route doch recht einfach besteigen. Das Pfaffeneck erfordert hier deutlich mehr Erfahrung in trittarmen und sehr steilen Grasschrofenflanken sowie brüchig-splittrigen Felspassagen, welche als absolut fehlerintolerant zu bewerten sind. Wir wählen für den Aufstieg den Westgrat, für den Abstieg den Südgrat in Richtung Gehrengrat. Den "leichtesten" Aufstieg hinauf zum Gipfel des Pfaffenecks vermittelt wohl die markante Schuttrinne in der Südwestflanke, welche recht mühsam zu begehen sein dürfte, im Winter aber vermutlich die einzig sinnvolle Aufstiegsmöglichkeit bietet. Wir stellen unser Auto wie so oft gleich hinter Lech-Zug in der kleinen Parkbucht ab und biken dieses Mal hinauf bis zur Freiburger Hütte, wo wir die Bikes deponieren können. Von hier aus wandern wir gemütlich in einigem Auf und Ab in Richtung Steinernes Meer.

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    Schon von Beginn an hat man attraktive Aussichten in fast alle Himmelsrichtungen. Hier der Blick hinüber zum mächtigen Felskastell der Roten Wand und links daneben der SO-Gipfel des Formarin Rothornes.

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    Nachdem wir das Steinerne Meer fast durchschritten haben, wenden wir uns der Besteigung des Pöngertlekopfes über seine teils recht steile Südwestflanke zu. Wir steigen auf die noch schattigen Durchlässe in etwa der Bildmitte zu. Andere Routen sind aber ebenfalls denkbar.

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    Über Steilwiesen geht es hinauf zum markanten Durchlass rechts im Bild. Der Untergrund ist durch die monatelange Trockenheit betonhart verbacken. Der Anstieg fällt etwas schwerer, als zunächst Gedacht.

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    Nach dem Durchlass geht es einfach über leicht kupiertes Gelände in Richtung Pöngertlekopf. Da wir gerne am Kamm beziehungsweise Grat entlangwandern, steigen wir hinter dem begrünten Felskopf halb links über gut gangbaren Schotter hinauf zum langgezogenen Westgrat.

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    Über diesen geht es dann ohne nennenswerte Schwierigkeiten hinauf zum Gipfel des Pöngertlekopfes. Die Tiefblicke nach links hinab über die wilden Nordabbrüche sind teilweise spektakulär.

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    Gipfel Pöngertlekopf. Im Hintergrund die zahlreichen Gipfel der Disnergschröf-Umrahmung. Der Westliche Johanneskopf stellt hierbei die höchste Erhebung dar.

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    Blick hinüber zum Pfaffeneck. Wir steigen zumeist in der Nähe des Südostgrates hinab in den Pfaffensattel.

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    Dies erfordert sicheren Tritt, lässt sich aber bei geschickter Routenwahl erstaunlich gut und schnell absolvieren.

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    Vom Pfaffensattel geht es hinauf zum Westgrat des Pfaffenecks. Dieser startet mit milden Grasschrofen, wird aber zunehmend steiler und schrofiger.

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    Beginn der abschüssigen Platten. Diese sind mitunter verflucht brüchig und staubig, verlangen dabei ein gutes Gespür für den einfachsten und sichersten Durchstieg sowie sensibles Bergsteigen (I-II). Für einen evtl. Abstieg mit Sicherheit sehr unangenehm und heikel.

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    Dann folgt der erste markante Steilaufschwung knapp rechts des morschen Westgrates. Überraschenderweise sind hier einige Griffe und Tritte recht fest und so geht es steil aber schön hinauf zum oberen Westgrat (II+).

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    Der obere Westgrat besteht zumeist wie eingangs erwähnt aus holzmorschem Bröselfels. Das Erklettern des ersten Gratturmes ist hierbei am anspruchsvollsten (kurz II), festen Fels findet man hier nirgends. Allerdings ist das Gelände nicht so hart ausgesetzt, wie wir dies erwartet hätten.

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    Weiter über den morschen Grat an den Gipfelaufbau heran. Die Kletterschwierigkeiten liegen hier zumeist "nur" im I. Grad, dennoch ist das Gekraxel nicht ohne Anspruch. Der Abstieg in die kleine Scharte vor dem Gipfel, zu welchem auch das anfänglich erwähnte mühsame Geröllband der Südwestflanke hinauf zieht ist hierbei nochmal etwas kniffliger (I+).

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    Von der Scharte aus dann über teils steile Grasschrofen auf den aussichtsreichen und wohl recht selten besuchten Gipfel des Pfaffenecks. Wem in Folge der sehr anspruchsvolle Übergang zum Gehrengrat nicht zusagt, kann vom Gipfel wieder zurück in die obere Scharte des Westgrates steigen und über die Geröllrinne - die ersten 30 Höhenmeter sind hier dank hart verbackenem Dreck wohl die anspruchsvollsten - zurück ins Hochkar am Rande des Steinernen Meeres zurück kehren.

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    Blick hinüber zum Pöngertlekopf.

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    Für uns geht es weiter über den teils sehr luftigen Südgrat. Intuitiv umgehen wir die kleinen, brüchig wirkenden Grattürme rechts in sehr steilen und trittarme Grasschrofen.

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    In der westseitigen Umgehung der Südgrattürme. Nicht granatensteil, aber eben auch nicht trittig. Hier muss fehlerfrei gestiegen werden. Ob die Überkletterung der Bruchhtürme angenehmer ist, vermag ich nicht zu sagen. So oder so wohl eine der anspruchsvollesten Passagen der gesamten Tour.

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    Rückblick auf den oberen Südgrat des Pfaffenecks nach absolvierter Umgehung der kleinen Türme.

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    Fantastische Ausblicke suggerieren einem, dass es nun geschafft ist. Irrtum. Nach einer kurzen Schlenderei auf gemütlich zu gehenden Graskamm ...

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    ... schnürt sich das Gelände nochmal zusammen und ist geprägt von feinbrüchigem Schiefer.

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    Die Schlüsselstelle dieses Abschnitts: sieht wenig wild aus, ist aber recht unangenehm zu begehen. Über die linke Kante kraxeln wir an bierdeckeldicken Schieferplättchen äußerst vorsichtig nach unten (II). Der Fels lässt sich mit festem Händedruck hierbei einfach zerbröseln. Lecker.

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    Weiter geht es über Schrottfelsen und wacklige Schiefertürme (I-II) in Richtung Gehrengrat.

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    Dann ist es geschafft. Über eine letzte milde Graskuppe steigen wir dem Gehrengrat entgegen, hinter welchem wir rasch wieder auf den Höhenweg Ravensburger Hütte - Freiburger Hütte treffen.

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    Blick vom Gehrengrat auf Pöngertlekopf, Rote Wand und den Doppelgipfel des Formarin Rothornes.

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    Gipfel Gehrengrat. Rechts im Hintergrund Mehlsack und Spuller Schafberg.

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    Ausblicke deluxe. Auf markierten Wanderwegen kehren wir zurück zur Freiburger Hütte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. August 2026
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