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Empfohlen Mittelschwere Bergtour Abendspitze, Galtjoch, Steinkarspitzen, Knittelkarspitze, Wetterkreuz, Kelmerspitze

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 1. November 2016.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Äußerst lohnende Rundtour über 7 Gipfel der schön gelegenen Liegfeistgruppe, welche sich sehr abwechslungs- und aussichtsreich gestaltet - großartig.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 8 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.800 Hm / ca. 21 km
    [​IMG] Schwierigkeit II / T4-5 (Kelmerspitze, sonst bis I / T4)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Tobi, Thom

    Hoch über Namlos thront sie, die Königin der Liegfeistgruppe. Und von diesem kleinen Bergdorf aus lässt sich die 2.376 Meter hohe Knittelkarspitze auch am einfachsten und schnellsten erreichen. Allerdings können ihre östlichen Trabanten geradezu perfekt in eine genüssliche und sehr abwechslungsreiche Rundtour eingebunden werden. Die Kletterschwierigkeiten liegen hierbei bis auf eine Passage stets im moderaten I. Grad - allerdings kann ein erhöhtes Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vor allem an der Kelmerspitze und beim Übergang zwischen der Vorderen Steinkarspitze und der Knittelkarspitze nicht schaden - daher bitte nicht unterschätzen. Auch konditionell verlangt diese wunderbare und vielschichtige Rundtour dem Aspiraten einiges ab - doch die Mühen lohnen sich.

    Ausgangspunkt für diese herrliche Herbstrunde ist das kleine Örtchen Rinnen - genauer gesagt der etwas tiefer am Rotlech gelegene Ortsteil Rauth - welches sich unmittelbar im Osten des bekannten Bergdorfes Berwang befindet. Kurz vor dem Rotlech kann geparkt werden, den Aufstieg zur Abendspitze legen wir über die Ehenbichler Alpe, welche stets an den Wegweisern angeschrieben ist. Nachdem wir die Alpe passiert haben, verlassen wir den breiten Fahrweg und queren auf Trittspuren in die Südflanke der Abendspitze hinaus und über diese schließlich weglos zum höchsten Punkt mit Kreuz. Von der Abendspitze geht es auf gutem Pfad über sanfte Matten in einen Sattel und in wenigen Minuten wieder hinan zum ebenfalls bekreuzten Gipfel des Galtjochs. Einfach hinab in den nächsten Einsenkung nordöstlich der Vorderen Steinkarspitze, wo nun deutlich felsdurchsetzteres und spannenderes Gelände folgt. Zumeist geht es direkt am Grat oder knapp darunter mit etlichen Versicherungen anregend über die beiden Steinkargipfel hinweg zum mächtigen Massiv der Knittelkarspitze. Bei der abfallenden Querung hin zum von der Galtalpe emporsteigenden Wanderweg ist auf abschüssigem Band Trittsicherheit unbedingt von Nöten, Steinschlag muss hier tunlichst vermieden werden. Weiter entlang der schönen Steiganlage hinauf in den Sattel zwischen Wetterkreuz und Knittelkarkopf. Zumeist in Gratnähe geht es nun überwiegend unschwierig über den Knittelkarkopf hinweg zur noch entfernten Knittelkarspitze. Hier oben kann nun erst einmal eine kleine Pause eingelegt werden. Die Aussicht an diesem Tag ist herrlich, zudem sind kaum andere Bergsteiger unterwegs. Besonders beeindruckend sind von hieraus die Ausblicke in die südöstliche gelegene, einsame Loreagruppe mit ihren teils wilden Gratübergängen. Vom Gipfel der Knittelkarspitze folgen wir dem Steig zurück in die Scharte vor dem Wetterkreuz. Über den NW-Grat des Wetterkreuzes (bis I+) auf dessen Gipfel und weiter hinab über den langgezogenen Ostgrat auf die Kelmerspitze zu. Vom Kelmer Jöchl steigen wir immer direkt am Grat - kurzer Felsriegel II - in Richtung Gipfelkörper an. Weiter über den steilen Westgrat (Seilversicherungen vor Benutzung dringend prüfen) hinauf zum nun flacheren Gipfelgrat bis hin zum aussichtsreichen Gipfel. Für den Abstieg am besten stets an den gut gangbaren Ostgrat halten, bis man an dessen Fuße auf eine neue Forststraße trifft. Wir hingegen steigen über die äußerst rutschige und feuchte Nordflanke der Kelmerspitze hinab ins Rotbachtal, was sich letztendlich als wenig lohnend entpuppt.

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    Los geht's - nach einer knappen Stunden erreichen wir die Ehenbichler Alpe. Im Hintergrund die Abendspitze. Wir gehen den Gipfel von links aus an, was einer direkten Überschreitung näher kommt als rechts herum.

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    Herbstgras und noch schlechtes Wetter. Der vorausgesagte Traumtag lässt auch sich warten. Dank raschem Tempo wird uns trotz Nieselregen und kaltem Wind einigermaßen warm. Am schon sichtbaren Zaun wenden wir uns nach rechts der weglosen aber gut zu begehenden, grasigen Südflanke der Abendspitze zu.

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    Blick an der Kelmerspitze vorbei hin zum markanten Gipfel der Namloser Wetterspitze. Am Horizont klart es auf, Hoffnung macht sich breit, dass sich das Wetter doch noch zum besseren wendet... Petrus lässt sich jedoch Zeit.

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    Die letzten Meter auf die Abendspitze. Im Hintergrund Galtjoch, Knittelkarspitze und -kopf sowie Wetterkreuz.

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    Gemütlicher Übergang zwischen Abendspitze und Galtjoch.

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    Die formschönen Tannheimer bekommen schon etwas von der leckeren, sehnlich erwarteten Herbstsonne ab.

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    Gipfel Galtjoch mit herrlichem Kreuz. Auch im Winter ein ebenfalls beliebtes Ausflugsziel.

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    Der Weiterweg zur Vorderen Steinkarspitze. Ab der unten liegenden Scharte werden die sanften Grasmatten von etwas schrofigeren Passagen abgelöst - es darf sogar ein wenig gekraxelt werden.

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    Der Pfad folgt zumeist schön dem Grat entlang, Kletterschwierigkeiten bleiben moderat (I).

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    Rasch erreichen wir den höchsten Punkt der Vorderen Steinkarspitze mit kleinem Eisenkreuz.

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    Der nun folgende, toll angelegte Übergang zur Hinteren Steinkarspitze macht auch ohne Sonne große Freude.

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    Kurz unterhalb des Gipfels der Hinteren Steinkarspitze mit Rückblick auf Vordere Steinkarspitze, Galtjoch - an welcher gerade noch so die kleine Abendspitze rechts vorbei lugt- und dem mächtigen Thaneller.

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    Am Gipfel der Hinteren Steinkarspitze - auch im Winter lässt sich dieser Gipfel über eine doch recht lohnende Skitour gut erreichen. Im Hintergrund das mächtige Massiv der Knittelkarspitze, ganz rechts der Hauptgipfel.

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    Berühmte Leiter des Reuttener Höhenweges beim Abstieg von der Hinteren Steinkarspitze hin zum Knittelkarmassiv.

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    Der Weg führt uns direkt an das Massiv heran, danach wird das obere abschüssige Band nach links mit leichtem Höhenverlust gequert. Gehtechnisch (mal abgesehen von der Kelmerspitze) die Schlüsselstelle der Tour, bei Nässe sogar recht unangenehm. Steinschlag muss hier dringend vermieden werden, da ansonsten Begeher des darunterliegenden Wanderweges erheblich gefährdet werden.

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    Nachdem beiden Wege zusammen getroffen sind geht es leichter über Steiganlagen hinauf in die Scharte.

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    Schlussetappe hinüber zur Knittelkarspitze, im Vordergrund der kleinere Knittelkarkopf.

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    Die letzten Meter hinauf zum um diese Jahreszeit doch recht einsamen Gipfel der Knittelkarspitze.

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    Blick vom Gipfel in Richtung Allgäuer Alpen. Das Wetter bessert sich endlich.

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    Auf bekannten Weg geht es wieder zurück in die Scharte - anschließend wollen wir das Wetterkreuz, hier ganz rechts im Bild, überschreiten.

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    ... wieder vorbei am Knittelkarkopf ... Das Wetterkreuz sieht von hier aus wilder aus, als es letztendlich ist.

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    Einstieg am sehr kurzen Wetterkreuz-Nordwestgrat (I).

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    Kurze Stelle am NW-Grat, welche etwas ausgesetzt ist (I+). Das Gestein ist etwas brüchig, Griffe und Tritte sollten bedachtsam gewählt werden. Nochmal eine schöne wenn auch nur sehr kurze Kraxelstelle.

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    Abstieg über den teils steilen Ostgrat des Wetterkreuzes. Mit ausreichend Trittsicherheit ist dieser gut zu meistern.

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    Für den zweiten Abschnitt hinab in die Scharte vor der Kelmerspitze lassen wir uns von den Latschenkiefern etwas nach rechts abdrängen, um so über eine geeignete Latschengasse hinab auf Trittspuren, welche uns direkt in den Sattel führen, zu gelangen.

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    Endlich Traumwetter. Die Kelmerspitze direkt voraus, hinten links der markante Thaneller.

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    Wunderbarer Spätherbst - herrlich!

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    Direkter Westgrat-Anstieg an der Kelmerspitze. Hier muss eine ganz kurze Steilstufe (II) überwunden werden.

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    Danach nochmals über sanfte Matte durch lichten Wald hindurch auf den Gipfelkörper der Kelmerspitze zu. Der steile, zumeist feuchte Gipfelanstieg ist mit recht bizarren Kletterseilkonstrukten "gesichert". Benutzung auf eigene Gefahr.

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    Es geht steil aufwärts, das Gras ist gut gestuft, die erdigen Tritte aber äußerst schmierig.

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    Anschließend locker am aussichtsreichen Gipfelgrat entlang hinüber zum Kreuz.

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    Gipfelkreuz Kelmerspitze. Im Hintergrund die Gipfel der Loreagruppe.

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    Weiter geht esüber den überwiegend milden Ostgrat hinab. Am besten folgt man diesem bis zum Gratfuß, wo man auf einen neu angelegten Forstweg trifft und so zum Auto zurückkehren kann. Wir steigen in alter Günther-Laudahn-Manier in die unfassbar nasse und erdige Nordflanke hinab. Nach einer Stunde sehr steiler, schattig-kalter und wenig lohnender Schlammschlacht "à la Woodstock" sind wir dann endlich auf einer Forststraße angelangt, welche uns rasch zurück nach Rauth bringt. Memo an mich - das nächste mal auf Tobi und nicht auf Günther hören!
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Dezember 2016
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