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Empfohlen Klettern III.Kreuzberg über das Schmale Rippli (IV)

Dieses Thema im Forum "Klettern & Bouldern" wurde erstellt von Thom, 20. August 2020.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Überaus lohnende, leichte Kletterroute in aberwitzig festem und griffigem Fels - absolut genial! Unter der Woche genießt man hier zumeist völlige Einsamkeit, die Blicke über das Rheintal hinweg zu den anderen Gebirgsstöcken sind herrlich.

    [​IMG] Gehzeit ca. 4,5 Std. / Kletterei ca. 1,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.250 Hm / ca. 150 Hm Kletterei / ca. 12 km
    [​IMG] Schwierigkeit IV
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung (perfekter Fels!)

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    Tourengänger: Franzi, Thom

    Die insgesamt acht Kreuzberge mit ihren unzähligen Kletterrouten sind weit über den Alpstein hinaus bekannt, dennoch kamen wir bis jetzt noch nie dazu, diesen steilen Gesellen einmal einen Besuch abzustatten. Da Traumwetter vorhergesagt war und wir unter der Woche uns glücklicherweise spontan einen Tag Urlaub nehmen konnten, machten wir uns gespannt auf den Weg in die Ostschweiz. Da der Zustieg doch über eine gewisse Länge verfügt, sind die Klettereien meistens nicht überlaufen. Trotz der eher geringen Schwierigkeiten am Schmalen Rippli, werden auch stärkere Kletterer die Unternehmung als äußerst lohnend empfinden. Als Ausgangspunkt wählen wir den kleinen, etwas versteckten Wanderparkplatz Nasseel hoch über Sax. Von dort geht es zunächst durch Wald, später über schöne Wiesen hinauf zur Unteralp und von dort weiter in Richtung Saxer Lücke.


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    Hat man den kleinen Wanderparkplatz Nasseel hoch über Sax erreicht, geht es die ersten Meter hinauf durch dichten Fichtenwald immer in Richtung Saxer Lücke. Jedoch schon bald kann man die Aussicht übers Rheintal hinweg genießen.

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    In moderater Steigung geht es über schöne Alpwiesen hinauf zur Saxer Lücke, rechts hinten der Hochhus.

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    Gleich haben wir die Unteralp erreicht. Die Bergwege sind einfach zu begehen und stets ausreichend markiert.

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    Die Unteralp liegt traumhaft schön, hier könnte es man auch länger aushalten.

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    Der Weiterweg zur Saxer Lücke. Diese werden wir aber nicht erreichen. Im kleinen Kessel gerade voraus zweigt nach links ein schmales aber gut sichtbares Pfädlein hinauf zur Roslenalpe ab, was uns sowohl Höhenmeter als auch Zeit einspart. Links im Bild der I. Kreuzberg - der abweisendste der acht Kreuzberge.

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    Kreuzberge I, II und III. Rechts davon leitet uns das schmale Pfädlein rasch hinauf zur Roslenalpe.

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    Der Zustieg von Nasseel ist vor allem unter der Woche äußerst still und einsam.

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    Kurz oberhalb der Roslenalpe. Hier treffen wir zum ersten Mal auf Mitstreiter. Allerdings verteilen die 3 Seilschaften an diesem Tag sich gut an den 8 Kreuzbergen. Im Hintergrund Hochhus und Hüser, ganz hinten mit Antenne der Hohe Kasten. Rechts der I. Kreuzberg. Weiter geht es hinauf in Richtung Scharte III./IV. Kreuzberg.

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    Beeindruckende Felswände beim Anstieg in die Scharte zwischen III. (links) und IV. Kreuzberg. Der Zustieg zu unserer gewünschten Kletterroute verlangt perfekten Tritt beim Durchstieg der markanten Felsrinne (I-II).

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    Gutes Warm-Up. Über die teils sehr ausgesetzte Felsrinne zwischen den beiden Kreuzbergen geht es steil hinauf.

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    Blick von der Scharte zwischen III. und IV. Kreuzberg auf das heutige Tagesziel, das Schmale Rippli an welchem noch zwei weitere Mitstreiter gerade zu Gange sind.

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    Kurzer Bröselabstieg zum guten Standplatz hoch über dem Tal des Vorderrheins.

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    1. Seillänge (III), die Kletterei ist gut aber nicht übertrieben abgesichert.

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    2. Seillänge (III+), großgriffige und herrliche Kletterei im perfektem Fels, schon etwas steiler wie die erste Seillänge.

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    3. Seillänge (IV), die spannendste von allen, da sich der Grat bis auf teilweise nur ein paar Zentimeter zusammen zieht. Auch hier ist der Fels traumhaft fest, die Kletterei lässt absolut keine Wünsche offen. Vom 3. Stand geht es dann kurz glatt rechts um eine Ecke, für mich die Schlüsselstelle der Tour (IV+) und auch für den Nachsteiger nicht ohne.

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    4. Seillänge (kurz IV+, sonst II), Franzi umklettert gerade den letzten Felszapfen von hier aus gesehen linksseitig. Danach geht es deutlich leichter in klassischer Stuhlwand-Manier zum letzten Zwischenstand.

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    Sehr ausgesetztes "Gehgelände" in der 4. Seillänge dieser unglaublich lohnenden Kletterroute.

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    Nach der maßvollen Sanierung entstand noch eine kurze 5. Seillängen (kurz III+, sonst I-II). Hier lässt es sich enspannt von der Gipfelwiese aus nachsichern, da man so den Partner links an der Kante immer im Blick hat.

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    Nach knapp 90 Minuten erreichen wir dann den schönen Aussichtsgipfel des III. Kreuzberges.

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    Blick nach Süden an den Kreuzbergen vorbei hin zu den berühmten Churfirsten.

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    Für den Abstieg geht es über den Normalweg, eine steile aber gut gangbare Felsschlucht (II), nach unten. Dank Abseilhaken können hier auch Anfänger einmal diese Klettertechnik üben und genießen. Die Schlucht kann auch ohne Weiteres seilfrei abgestiegenen werden, die Schwierigkeiten liegen hier zumeist im I. Grad, lediglich zwei steilabschünge sind für mein Dafürhalten klar mit (II) zu bewerten.

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    Egal wie man den steilen Abstieg hinab in die Scharte angeht, Steinschlag muss in jedem Falls zwingend verhindert werden. Danach geht es aus der Scharte vorsichtig über die Steile Felsrunse wieder hinab in Richtung Roslenalpe.

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    Roslenalpe, Blauer Eisenhut und der I. Kreuzberg, welcher an diesem Tage ebenfalls beklettert wurde.

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    Bei brütender Hochsommerhitze saußen wir an der herrlich gelegenen Unteralp vorbei, von hier aus sind es im Joggingschritt nur noch knapp 40 Minuten hinab zum kleinen, schattigen Wanderparkplatz Nasseel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. September 2020
    Tobias gefällt das.