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Empfohlen Schwere Bergtour Ilfenspitzen (2.552m/2.545m) Südgrat

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Tobias, 19. Oktober 2014.

  1. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny/Maierhöfen
    Vergessene Route auf zwei einsame, entlegene Gipfel.

    [​IMG] Gehzeit ca. 8h (mit Rad)
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1800Hm
    [​IMG] Schwierigkeit III (II bei Umgehung der Gratzacken)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Jo, Thom, Tobias


    Wenns nächtens harte Schläge tut, dann müssen das nicht zwangsläufig Menschen mit einer Vorliebe für Hülsenfrüchte sein. Den Ilfenspitzen zum Beispiel brachten ihre mürben Flanken und dass Hinabdonnern losen Gesteins in die weiten, abgelegenen Kare vermutlich ihren Namen ein: der mittelhochdeutsche "ulf", ein Alp-/Geisterwesen, war dann wohl zu Werke. (Vgl. hierzu: Thaddäus Steiner, Allgäuer Bergnamen, Lindenberg 2008².) Praktisch als Pendant zur Wolfebnerspitze schiebt sich der markant gezahnte Südgrat des Südostgipfels zwischen Birger- und Wolfebnerkar weit Richtung Lechtal und verlangt fast nach einer Begehung, bietet er sich doch als elegantester, logischster Anstieg an. Die Linie über den anfangs breiten, dann schmaler werdenden Grat ist abwechslungsreich sowie spannend und kann oft selbst gestaltet werden, - viele der Zacken lassen sich wohl westseitig über Schuttbänder und Rinnen umgehen - was dann auch maßgeblich den technischen Schwierigkeitsgrad der Unternehmung bestimmt; der luftige zweite Grat ist aber allemal zwingend. Wir hielten uns bis auf ganz wenige Ausnahmen an der Kante, was einige tolle Kletterstellen einbrachte, in einem Fall besonders eindrücklich und ausgesetzt. Die Gipfel, das nur nebenbei, sind herrliche Aussichtswarten und kaum besucht, beide dürfen/können noch mit einem Buch versehen werden. Auch die westseitigen An-/Abstiege verlangen Erfahrung und bergsteigerische Fähigkeiten in schrofigem Urgelände. Der von uns erhoffte direkte Übergang vom SO- zum NW-Gipfel ist sicherlich äußerst heikel, von oben nicht einsehbar - und wurde daher auch nicht durchgeführt.

    In Kürze: Von Elbigenalp zur Barthhütte. Nun etwas hinauf ins Wolfebnerkar, bald nach links und zuletzt über Geröll und Sand in die tiefe, erste Lücke im Südgrat. In der Scharte leicht links durch einen schmalen Durchlass und nach rechts auf die Grathöhe (I-II), die nun abwechslungsreich möglichst beibehalten wird (bis III+). Einige kleinere Zacken müssen aber doch knapp unterhalb umgangen werden. Weitere, tiefere westseitige Umgehungen vermutlich möglich, dann wohl insgesamt nicht schwerer als II. Vom SO-Gipfel über Geröll in die linke Rinne direkt an den Wänden des ersten Südgrataufwurfes und hinab auf ein breites Geröllband (I-II). Querung nach rechts und bald durch die rechte, stufige, enge Rinne (wieder direkt am Fels des SO-Gipfels) empor (I-II). Zuletzt über Schutt und Sand in die Scharte zwischen SO- und NW-Gipfel. Nach links über grieslig-plattiges Gelände zum höchsten Punkt. Wieder hinab zum Geröllband und beliebig über steile Schrofen und Rinnen ins Birgerkar (I-II) auf den Düsseldorfer Weg.

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    Aufstieg Barth-Hütte.

    So darf ein Tag beginnen ...

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    Winterfeste Hermann von Barth-Hütte mit Wolfebnerspitzen.

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    In diese markante Einschartung im langen Südgrat wird angestiegen.

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    Anstieg Südgratscharte.

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    Hier gehts nun durch die ganz enge Lücke leicht links der Bildmitte. Dann nach rechts auf die Grathöhe.

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    Erste Klettereien I-II.

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    Der anfangs breite Gratrücken wird schnell durch eine erste ...

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    ... zwingend zu nehmende Abkletterstelle ...

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    ... im zweiten Grad abgelöst. Guter Einstand.

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    Kleines, glattes Wandl mit Rosthaken. Ganz kurz, aber auch II.

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    Schöner Aufstieg, knapp 20 Meter. Durchgehend II.

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    Leichtes Klettern am Südgrat der Ilfenspitzen.

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    Tiefblicke begleiten die Tour.

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    Ein weiteres, unten ausbauchendes Wändchen (kurz III) kann direkt genommen oder weiter unten umgangen werden.

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    Sohlentest (III) ...

    ... oder westseitig umgehen.

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    Der Grat wird ausgesetzter. Die weithin auffallenden Sägezähne sind erreicht und erfordern verschärftes - oft sehr luftiges - Steigen bzw. westseitiges Umgehen.

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    Nicht ganz einfache Stelle (III-) und ...

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    ... Crux.

    Stark exponiert, im Einstieg nicht ganz fest, im Mittelteil griffarm. Ein glatter Dreier wird hier eher überreizt. Ein gutes Stück tiefer kann diese Stelle umgangen werden.

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    Überblick spannende Abkletterstelle.

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    Fotogene Kante im "satten" Zweierbereich (auch im neuen AVF erwähnt). Unten stecken alte Haken mit zeitbleichen Schlingen. Diese Stelle muss geklettert werden - eine am Anfang, eine am Ende des Grates. Der sichere zweite Grad ist somit unbedingte Voraussetzung.

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    Die erwähnten Sägezähne.

    Sie bilden den spannendsten und luftigsten Abschnitt der Runde. Ein paar müssen dann doch knapp unterhalb umgangen werden. Die Aufnahme entstand ein Jahr zuvor an der Wolfebner-Überschreitung.

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    Überblick ausgesetzte IIer-Stelle.

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    Eine glatte Verschneidungsplatte erreicht nochmals den knappen Dreier.
    Umgehung möglich, aber brüchig.


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    Südliche Ilfenspitze.

    Ohne weitere Probleme wird der Gipfel leicht linkshaltend über Schutt erstiegen.

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    Südgrat im Hintergrund.

    Links Wolfebner-, rechts Birgerkar.

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    Blick zur Nördlichen Ilfenspitze.

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    Tschüss, Südgipfel, ...

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    ... hallo Rinne.

    Hier eine kleine Zweierstelle.

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    Hier weiter absteigen! Ein anfangs verlockendes Bändchen nach rechts reduziert sich bald über schmal, übel ausgesetzt natürlich, zu 14-. Da hilft auch weiter Üben nicht weiter. Weiter unten quert man über breites Geröll ...

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    ... und steigt dann direkt an der begleitenden Felswand in eine stufige Rinne ein.

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    Aufstieg zur Nördlichen Ilfenspitze.

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    Oben wirds sandig, im Abstieg aber super zu gehen.

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    Betrieb am Südgrat der Marchspitze.

    Dieser Anstieg hat in den letzten Jahren massiv an Popularität zugenommen.

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    Rückschau Südliche Ilfenspitze.

    Den Nordgipfel erreicht man über zuletzt grieselig bedecktes Gelände. Ein direkter Übergang vom Süd- zum Nordgipfel gestaltet sich - wie hier zu sehen - wohl äußerst heikel.

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    Guter Abstieg im Sand.

    Beim auffallenden Sporn gehts über das sichtbare Band nach links in die hier noch verdeckte Rinne.

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    Prächtige Herbstfarben auch zu Wasser.

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    Praktisch in Falllinie der Rinne steigen wir über steile Schrofen ins Birgerkar hinab (I-II). Wer sich in Abstiegsrichtung weiter rechts hält, findet eventuell einfachere Möglichkeiten.

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    Birgerkar und Düsseldorfer Weg ...

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    ... leiten ums Eck zurück zur Barth-Hütte.

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    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. Mai 2019
    Thom und Manu gefällt das.
  2. Alpenindianer

    Alpenindianer Registrierter Benutzer

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    Werdenstein
    Habe letzten Sonntag die Nördliche Ilfenspitze von Elbigenalp über Hermann von Barth Hütte ins hintere Birgerkar und über eine steinschlaggefährdende Rinne zum Gipfel gemacht. T 5 I 1500 hm im Aufstieg und Zeitbedarf 8 Stunden mit Pausen.