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Schwere Bergtour Kleine Höfats und Höfats Zweiter Gipfel NO-Grate von der Stiege

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen unserer Mitglieder" wurde erstellt von Jens, 21. September 2018.

  1. Jens

    Jens Registrierter Benutzer

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    332
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    Augsburg-Land (Süd)
    Kleine Höfats und Höfats Zweiter Gipfel NO-Grate von der Stiege

    IMG_8948b.jpg
    '… eine Gratwanderung vom Seilhenker über die Kleine Höfats zum zweiten Gipfel wäre eine aussergewöhnlich grossartige Gratwanderung, die stets über riesigen Wänden mit vollem Einblick in die eigenthümlichen und wildesten Tobel, die man sich denken kann, hinführen würde ...'
    Josef Enzensperger 1896


    Der längste Höfatsgrat – von der Stiege über den Nordost-Grat der Kleinen Höfats, die nördliche Schärtelequerung und über den Nordost-Grat zum Zweiten Gipfel – eine lange geträumte Tour an einem der letzten Sommertage im September 2018 - hier einige Impressionen:

    Der Beitrag schließt räumlich und thematisch direkt an meinen letzten Bericht
    an, und zwar genauer am 'Abzweig' vom KH-NO-Grat in ihre Nordflanke, um auf ausgesetzten Gamswechseln hinüber ins Schärtele zu queren.


    101_Nordquerung ins Schaertele.jpg
    Bild 101 Übersicht Nordquerung Kleine Höfats ins Schärtele <Aufnahmestandort: Rauhenhals>

    Die Querung ist vom 'Abzweig' aus nur auf dem ersten, kürzeren Teilabschnitt bis zu einer vom Gipfelkörper nördlich abwärts streichenden Rippe einsehbar. Diese Rippe gilt es als erstes zu erreichen.

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    Bild 102 Einstieg in die Querung hinüber ins Schärtele

    Danach ist die markante, steiltrichterartige Riesenrunse, die bis an den oberen KH-Westgrat hinüberreicht, zu überwinden.

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    Bild 103 Rückblick: besonnt etwas oberhalb der Bildmitte die Zwischenrippe

    Der knapp 15 m lange Abstieg von der Zwischenrippe schräg nach rechts unten in den beschatteten Runsengrund war für mich eine der gehtechnischen Herausforderungen der ganzen Tour – eine heikle T6-Passage. Die kleine Höfats zeigt sich hier leider von ihrer 'Schattenseite': die erdige Querung dürfte nie vollständig austrocknen, auserodiert, schmierig - hier ist wirklich nichts fest und der persönliche Schutzengel sollte mit dabei sein.

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    Bild 104 Heikles T6-Gelände - garstig !

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    Bild 105 Runsenquerung von der Zwischenrippe aus gesehen, im linken oberen Bildbereich ist der Gamswechsel schwach auszumachen

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    Bild 106 Der Weiterweg ins Schärtele hat im Vergleich zum Vorhergehenden fast den Charakter einer fröhlichen Bergwanderung ...

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    Bild 106a Nochmals die Schärtelequerung – aufgenommen aus der T6-Steigruine zwischen Stiege und Rauhenhalsalpe

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    Bild 107 Die fröhliche Bergwanderung ist nach ein paar Metern schon wieder vorbei, der Aufschwung aus dem Schärtele hinauf auf den Nordostgrat-Grat des Zweiten Höfatsgipfels zeigt sich schon mal – sieht ja lustig aus …

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    Bild 108 Zuvor hab ich aber erst mal den im Vordergrund halblinks erkennbaren Schärtelezacken bestiegen - wenn man schon mal da ist.

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    Bild 109 Höfatszahn, Rotes Loch, (östlicher) Schärtele-Südkamin – ein Alternativzustieg ins Schärtele – allerdings auch deutlich außerhalb des 'Komfortbereichs' liegend

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    Bild 110 Rotes Loch und Südkamin vom Schärtelezacken

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    Bild 111 (östl.) Südkamin, Aufnahme 'unten' aus dem hintersten nördlichen Zwickel des Roten Lochs -

    Zitat aus dem Gipfelstuermer-Forum: " ... Nun einige persönliche Anmerkungen zum Nordostgrat der Höfats. Wir sind nicht über die kl. Höfats eingestiegen sondern durch das Rote Loch.Zu Beginn kommt dann gleich mal ein ca. 30m langer sehr unangenehmer Kamin der mit viel Gras durchzogen ist und somit auch sehr brüchiges Gestein aufweist, für Leute mit guter Moral und einigen Reserven im dreier Gelände durchaus machbar. Mit Vergnügen hat das allerdings nicht viel zu tun. Sollte jemand auf die Idee kommen dort ein Seil mitzunehmen bringt es maximal nur etwas für den Nachsteigenden, in der Mitte des Kamines steckt nur ein einziger total verrosteter Haken. Für den Kamin wäre meines Erachtens eine 3+ angebracht ..."

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    Bild 112 Kleine Höfats Westgrat (oben IV) vom Schärtelezacken


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    Bild 113 Rauhenhals mit Gieselerwand vom Schärtelezacken, links der nordöstliche, rechte Seitenast des NO-Grats – wie aus einer anderen Welt im Hintergrund die Nagelfluhkette

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    Bild 114 Am Schärtele - Blick in den Trichterkopf des Schärtelekamins aus dem Rauhenhals

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    Bild 115 Standort Rauhenhals: (nördl.) Schärtelekamin / Höfatstrichter

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    Bild 116 Aufschwung NO-Grat Zweiter Gipfel aus dem Schärtele – die beiden Seitenäste vereinen sich weiter oben

    Im unteren Bereich gehts jetzt in der Schattenzone rechts des linken Seitenasts nach oben

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    Bild 117

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    Bild 118 … immer weiter steil in klassischer Graskletterei nach oben ...

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    Bild 119 … Ost- und Mittelgipfel – in Richtung Höfatsscharte zieht oberhalb des Roten Lochs die fast konstant 60 bis 70° steile Graswand der Ostflanke
    Nach Anton Spiehler war hier Thaddäus Blattner dutzendemale 'behufs Edelweissholen' unterwegs:
    '... im Gegensatz zu Anderen erblickt er hierin nichts Aussergewöhnliches "meist sehr steiles Gras, aber gut zu gehen"; natürlich ist sein Massstab ein sehr subjectiver ...' fügt Spiehler hinzu.


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    Bild 120 … der Anstieg zieht sich... - jetzt wirds etwas felsiger ...

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    Bild 121 herrliche große Edelweißsterne nicken freundlich zu

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    Bild 122 oben in der Vereinigungszone der beiden NO-Grat-Seitenäste – für kurze Zeit etwas flacher – einfach mal durchschnaufen, was trinken – die Kleine Höfats liegt bereits tiefer

    123_IMG_8927b.jpg
    Bild 123 was für ein Berg !

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    Bild 124 und schon wirds wieder steiler – Allgäuer Graskletterei mit ordentlich Luft unter den Sohlen ...

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    Bild 125 die legendäre Nordwand zum Greifen nah

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    Bild 126 der Nordostler schwingt sich kaskadenartig nach oben, die Höfatsscharte ist schon näher gerückt

    127_IMG_8947b.jpg
    Bild 127 im Mittelteil des NO-Grats – Rückblicke ...

    128_IMG_8949b.jpg
    Bild 128

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    Bild 129 links der Bildmitte der Grasausstieg aus der 'direkten Nordwand' - einige Schlüsselpassagen darunter werden im bekannten Gerhard-Baur-Höfatsfilm gezeigt

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    Bild 129a Höfats-Nordwand von der Steigruine zwischen Stiege und Rauhenhalsalpe


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    Bild 130 direkte Grattreue funktioniert oftmals nicht – wie hier ersichtlich – dann immer ganz knapp links in der ausgesetzten Grasflanke umgehen

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    Bild 131 im oberen NO-Grat, letzte Aufschwünge

    132_IMG_8963b.jpg
    Bild 132 Ost- und Mittelgipfel vom oberen Nordostler

    133_IMG_8965b.jpg
    Bild 133 allerletzter Aufschwung zum 2. Gipfel

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    Bild 134 Höfats Zweiter Gipfel erreicht

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    Bild 135 Blick zum nahen Westgipfel - wieder auf vertrautem Terrain …

    136_IMG_8975b.jpg
    Bild 136 Rückblick auf das Tagwerk vom Zweiten Gipfel

    137_IMG_8998b.jpg
    Bild 137 über den Mittel- und Ostgipfel (Bildstandort) gehts über den Älpelesattel runter zur Käseralpe, wo das Bike wartet


    Danke an diejenigen, die mir mit zur Tour geholfen haben !



    Danke für die Korrektur im Titel, Johannes.
    Danke Thom + Tobias.

    Chris, bring ein schönes Video mit !
    Beste Grüße, Jens
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Oktober 2018
  2. Tobias

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    Super stark, Jens. So detailliert und imposant noch nie in Szene gesetzt...

    Grüße aus dem Allgäu
     
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