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Empfohlen Schwere Bergtour Piramide (2.000m), Klippern (2.066m), Gungern (2.053m) und Wannenkopf (2.006m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 21. Juni 2026.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Spannende und anspruchsvolle Kombi aus weglosem Steilgrasgelände, steilen Schrofenkraxeleien und recht luftigen Gratabschnitten aus brüchigem Fels. Traumhafte Aussichten.

    Tour-Bewertung:


    [​IMG] ca. 5,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.450 Hm / 25,8 km (davon 700Hm / 15 km mit Bike)
    [​IMG]Schwierigkeit bis II / T6
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Tobi, Thom

    Schon vor gut 15 Jahren hat Tobias die recht spannende und sehr einsame Grattour vom Wannenkopf über die Gungern zu den Klippern unternommen ... und gleich vorweg genommen: spannend und vor allem einsame ist diese Tour trotz der unmittelbaren Nähe zur stark überlaufenen Damülser Mittagsspitze noch heute. Bei den unzähligen Einfahrten in den Bregenzer Wald ging unser Blick immer zuerst hinauf zum Grat der Damülser Berge, bevor unsere Blick gierig die Nordseite der Kanisfluh mit den wilden Abstürzen des Hohen Stoßes und der faszinierenden Felsgestalt der Würmsäule abscannten. Und zwischen beiden Massiven stach immer ein auffallender Steilgraszacken ins Auge. Die vorhandenen AV-Werke gaben hierzu wenig Auskunft, das Kartenmaterial führte den Zacken als P.2000 auf. Im Netz fand sich lediglich ein Bericht, welcher uns allerdings große Lust auf die Rundtour machte - danke Nik. Wir starten unsere Bike & Hike-Tour an den wenigen Parkplätzen kurz hinter der Brücke des Argenbaches in Au-Leue. Hier zunächst an der Passstraße entlang in Richtung Damüls, bis wir nach rechts gut beschildert hinauf zum Haus Edelweiß abbiegen können. Wir radeln an diesem noch vorbei und machen Bike-Depot kurz hinter dem Sattel am Wurzacher Eck an geeigneter Stelle.

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    Nachdem wir mit unseren Bikes das Haus Edelweiss passiert haben, wird der Blick auf die mittlerweile in aktuellen Karten als Piramide bezeichneter P.2000 und die Klippern frei. Man ahnt jetzt schon, dass es luftig werden könnte.

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    Blick vom Wurzacher Eck hinüber in die heimatlichen Allgäuer Alpen. Ein Traumtag steht uns bevor.

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    Nach Bike Depot übersteigen wir zweifach einen Elektrozaun und halten stets direkt auf die ersten wilden Grataufschwünge vor uns zu. Nach wenigen Metern genießt man völlig Einsamkeit.

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    Schnell wird das Gelände stotziger, die Routenführung ergibt sich durch die Geländegegebenheiten. Zumeist am Grat bzw. einigen Steilaufschwüngen kurz nach rechts ausweichend geht es aufwärts. Oben klettern wir durch den U-förmigen Einschnitt (kurz II) ...

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    ..., um anschließend in einem leichten Rechtsbogen über steiles Gras einem wilden Gratsporn auszuweichen.

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    Sehr bald dann wieder scharf links über kurzzeitig extrem steiles Gras und Wackelfelsen (II/T6) hinauf zur Gratkante und anschließend vorerst deutlich entspannter dem Gipfel der Piramide entgegen.

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    Der Grat gestaltet sich abwechslungsreich, Botanik und Gelände lassen kaum Wünsche offen. Traumhaft.

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    Unterhalb des Gipfelaufbaus der Piramide steilt sich das Gelände nochmal herrlich auf. Das duftende, üppig wuchernde Gras bietet bis auf wenige Passagen aber ganz vernünftige Tritte, trockene Verhältnisse sind hier trotzdem selbstverständlich ratsam.

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    Wer es mag, wird's lieben. Luftige Steilgraskletterei an der Piramide.

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    Je nach Routenwahl steilt es kurz unter dem Gipfel nochmals auf. Konzentration ist gefragt.

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    Dann ist der kleine Gipfel der Piramide erreicht. Da die eigentliche Schlüsselpassage aber noch vor uns liegt, steigen wir ohne Pause weiter, die Aussicht lässt sich dennoch kurz genießen.

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    Blick zu den Gungern, dem kleinen Wannenkopf und der äußerst beliebten Damülser Mittagsspitze.

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    Von der Piramide geht es knapp 30 Höhenmeter gut gangbar in einen Sattel. Der weitere Gratverlauf direkt unter die Nordwand der Klippern ist ansprechend und schön zu gehen. Hier der Rückblick auf das Kanisfluhmassiv, welches anscheinend die Flintenbürscherl mittlerweile für sich alleine (Ausnahme Gipfel Holenke) beanspruchen ... was soll man dazu noch sagen?

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    Wir steigen weiter immer der Grathöhe folgend dem Hauptgipfel der Klippern entgegen. Allerdings ist ein Direktausstieg über deren extrem brüchigen Nordgrat hinauf zum Gipfel keinerlei sinnvolle Option.

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    Deshalb folgen wir einem im Dreckmergel eingelagerten, gut sichtbaren Felsbändchen nach links unter den Nordwänden der Klippern hindurch bis wir hinter einer Geländekante unmittelbar über eine äußerst steile Grasschrofenrampe hinauf zum Gipfelgrat steigen können.

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    Die etwa 60 Meter hohe Rampe stellt die Schlüsselstelle der Tour dar. Es braucht ein gutes Auge für den besten Durchstieg, ein Pickel kann vor allem beim "Runout" recht nützlich sein. Das vorhandene Gestein ist oft lose, die Erdtritte oft sandig (bis II/T6). Eine fehlerintolerante und sehr würzige Passage.

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    Am Gipfel der Klippern empfängt uns dann ein Blumenmeer. Nach kurzer Stärkung machen wir uns an die ebenfalls anspruchsvollen Übergang in Richtung Gungern.

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    Zunächst über steile Grasschorfen und morsche Felspassagen hinab in die tiefste Scharte (I-II/T5-6)

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    Bald folgt schon das Schaustück der Gratüberschreitung. Ein etwa 15 Meter hoher Felszacken will direkt an der Kante erklettert werden. Schön luftig, äußerst brüchig aber kaum schwerer als II. Nur bei genauem Hinsehen erkennt man Franzi und Tobi, welche sich gerade am Zacken zu schaffen machen.

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    Rückblick zu den Klippern.

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    Danach folgt leichtes Kraxelgelände und eine aussichtsreiche Kammwanderung hinüber zu den Gungern.

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    Hier erfordert ein letztere Aufschwung nochmal den Einsatz der Hände.

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    Dann stehen wir am Hauptgipfel der Gungern. Kreuz und Buch Fehlanzeige.

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    Der Weiterweg zum Wannenkopf ist bis auf einen kurzen Steilabstieg vom Westgipfel der Gungern hinab eigentlich einfach. Hält man sich an der Gratkante ist es mitunter zum Teil recht luftig.

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    Vom unbedeutenden Wannenkopf marschieren wir rasch hinab ins Wannenjoch. Der weitere Abstieg über Wannenalpe und Kanisalpe zieht sich eine ganze Ecke, beherbergt aber keine Schwierigkeiten mehr. Von der Kanisalpe müssen dann nochmal gut 200Hm hinauf zum Bike-Depot absolviert werden.

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    Rückblick auf die heutige Grattour, vor allem die riesigen Nordwände der Gungern wissen zu beeindrucken.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juli 2026