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Empfohlen Schwere Bergtour Rossköpfe (2.195m), Saladinaspitze (2.230m), Fensterlewand (2.329m), Ganahlskopf (2.314m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 8. Oktober 2018.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    17. September 2008
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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Schöne Bike&Hike-Tour in aussichtsreicher und großartiger Landschaft, welche beim direkten Übergang zwischen Fensterlewand und Ganahlskopf doch recht zapfig wird.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.250 Hm / Strecke ca. 28 km (19 km davon mit Bike)
    [​IMG] Schwierigkeit bis II+ / T6 (Übergang Fensterlewand - Ganahlskopf, sonst I/T4)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Thom

    Der Formarinsee mit Freiburger Hütte und den angrenzenden Gipfeln war für mich bis dato absolutes Neuland, also habe ich mir diese kleine Tour aus 4 Gipfeln zusammengestellt, um das Gebiet ein wenig zu inspizieren. Die Runde ist für den trittsicheren Bergsteiger gut zu absolvieren, einzig und allein der direkte Übergang von der Fensterlewand zum Ganahlskopf erfordert viel Erfahrung und Gespür in sehr steilen Bruchschrofen. Eigentlich stand mit dem Formaletsch noch ein weiterer Gipfel an diesem Tage auf der Agenda, durch ein aus dem Nichts aufziehendes Gewitter musste ich dieses Vorhaben jedoch auf ein andermal verschieben. Ausgangspunkt für die Halbtagestour ist der große Wanderparkplatz am Fischerteich in Lech-Zug, der in der Nebensaison (ab Mitte September) erfreulicherweise kostenlos ist (ansonsten sind 8€ / Tag zu entrichten - Stand September 2018). Von hier mit dem Mountainbike in nicht all zu strenger Steigung in einer dreiviertel Stunde hinauf zum Formarinjoch knapp oberhalb des Sees mit Haltestation und Autoparkplatz. Hier Fahrraddepot. Danach geht es auf dem wohl fast immer sehr rutschigen Felsensteig auf direktem Weg hinüber zur nahen Freiburger Hütte.

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    Zu Beginn erwartet mich ein absolut einsamer Traumtag. Links die abweisenden Berggestalten von Pöngertlekopf und Pfaffeneck, halb rechts lugt schon das mächtige Rote Wand Massiv heraus.

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    Vom Felsensteig aus oberhalb des Formarinsees mit Blick auf die sehr beeindruckende Südwand der Roten Wand. Der helle auffallende Zacken heißt Jungferngipfel, der Hauptgipfel des Massivs liegt links dahinter. Links vom Rote Wand Massiv das Formarin Rothorn.

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    Blick über die schön gelegene Freiburger Hütte hinweg auf Roggelskopf und Geißköpfe (rechts). Von hier aus folge ich dem gut beschilderten Weg in Richtung Saladinaspitze.

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    Ankunft im Joch zwischen Fensterlewand und Rossköpfe mit Blick auf die gewaltige Rote Wand. Von hier geht es in wenigen Minuten hinauf zum höchsten Punkt der völlig unscheinbaren Rossköpfe.

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    Danach weiter der Saladinaspitze entgegen, welche recht weit nach Süden dem Klostertal entgegen vorspringt. Die abweisende Silhouette lässt einen anspruchsvollen Anstieg vermuten, dem ist aber nicht so. Mit etwas Trittsicherheit ist dieser Gipfel problemlos (kaum I) zu ersteigen.

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    Blick von der Scharte aus zur Fensterlewand, namens gebend war das herzförmige große Felsenfenster im Nordgrat. Ganz rechts der Gipfel des Massivs.

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    Blick zurück zu den unscheinbaren Rossköpfen.

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    Saladinaspitze direkt voraus. Der Steig leitet einen zunächst einige Höhenmeter hinab um danach das gesamte Bergmassiv Richtung Westen zu queren. Anschließend über brösligen Weg hinauf zum bekreuzten Gipfel dieses eigenwilligen Berges.

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    Blick hinüber zum Roggelskopf beim Anstieg zur Saladinaspitze. Hinten links die Gipfel des Rätikons.

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    Blick vom Gipfel der Saladinaspitze nach Osten auf Pfaffeneck, Gehrengrat und die wohl kaum jemals bestiegenen Gamsbodenspitzen.

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    Fensterlewand, Ganahlskopf, Pöngertlekopf und Pfaffeneck.

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    Vom schmalen Gipfel der Saladinaspitze hat man beeindruckende Tiefblicke in wilde und ureinsame Tobellandschaften.

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    Gipfelkreuz Saladinaspitze mit Blick auf das mächtige Massiv der Roten Wand.

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    Rückblick beim Marsch zurück zur Fensterlewand auf die Saladinaspitze. Das bis dahin strahlende Sommerwetter wird nun von ungemütlichen Gewitterwolken abgelöst. Eile ist geboten.

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    Von der Saladinaspitze her kommend muss man nicht mehr zurück in die Scharte zwischen Rossköpfe und Fensterlewand wandern, sondern kann recht bequem über diese Graszunge direkt zum markierten Weglein anstiegen.

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    Rückblick auf die kleinen Rossköpfe.

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    In der mächtigen Bruchrinne der Fensterlewand angekommen, welche den einfachsten Aufstieg darstellt. Am besten weicht man den vielen losen Blöcken im Rinnengrund zunächst etwas nach links über die kompakte Seitenwand aus (II). Danach immer direkt unter den schwarzen Felsfluhen links der Rinne in recht gutem Fels nach oben (I), bis nach rechts ein auffälliges, grasdurchsetztes Band steil aus der Rinne leitet (II). Ist zwar nicht die nominell einfachste Variante, aber so spart man sich Bruch und Steinschlag, zudem machen die Kraxeleien ordentlich Spaß.

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    Nach dem seitlichen Rinnenausstieg geht es etwas luftig um ein Eck und auf gut gestuften aber steilen Grasschrofen dem einsamen Gipfel entgegen.

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    Am Gipfel der Fensterlewand. Der nun folgende Direktübergang zum Ganahlskopf spart zwar etwas Zeit, ist aber nur den wirklich erfahrenen Bergsteigern vorbehalten.

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    Zunächst über den blockig-brüchigen Südgrat ein gutes Stück bis zu einem Steilabbruch hinab. Da mir die Plattenschüsse, welche vom Südeck sehr steil in die Scharte zwischen Fensterlewand und Ganahlskopf hinab ziehen, irgendwie nicht zugesagt haben, entscheide ich mich für einen Abstieg durch die ebenfalls äußerst steile Ostflanke der Fensterlewand (II+). Hierbei folge ich so gut es geht den grasigen Bandeinlagerungen, welche aber immer wieder von satt steilen und bröseligen Felsabbrüchen unterbrochen werden. Da nicht alle Abschnitte von oben gleich direkt einsehbar sind, kann je nach Routenwahl der Abstieg auch schnell noch anspruchsvoller werden.

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    Trotz etwas Nieselregen konnte ich den kitzligen Steilabstieg schnell hinter mich bringen. Hier befinde ich mich in der Scharte zwischen Fensterlewand und Ganahlskopf.

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    Von der Scharte aus genießt man wieder sehr ausgesetzte und wilde Tiefblicke in eine brüchige Urlandschaft.

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    Beim Aufstieg zum Ganahlskopf der Blick zurück auf die Ostabbrüche der Fensterlewand. Erfahrene Bergsteiger haben hier die "freie" Wahl für den Abstieg, allen anderen sei der Normalweg zurück mit anschließender Umrundung des Fensterlewand-Massives dringend empfohlen.

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    Gipfel Ganahlskopf. Nun heißt es Gas geben, der Regen wird stärker.

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    Der Abstieg über den Nordgrat des Ganahlskopfes ist kurzweilig und macht echt Laune - trotz miesem Wetter. Der Ganahlskopf stellt auch allein oder in Verbindung mit dem Formaletsch eine lohnende Unternehmung dar - ruhig mal ausprobieren.

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    Letzter Blick zurück zur Fensterlewand. Danach geht es am Formaletsch vorbei auf direkter Linie hinab zum Bike-Depot. Es finden sich immer wieder Trittspuren, das Gelände ist zudem recht übersichtlich.

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    Formaletsch - sicher bald auch mal eine Reise wert. Bei der anschließenden Abfahrt mit dem Bike zurück nach Lech-Zug bitte gebotene Vorsicht walten lassen. Eine heftige Bodenwelle im Teer wurde allein an diesem Tag drei Radfahrern zum Verhängnis - also bitte Gas raus!
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2018
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