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Klettern Südliches Höllhorn (2.145m) Südgrat (Direktvarianten)

Dieses Thema im Forum "Klettern & Bouldern" wurde erstellt von Tobias, 26. Juni 2015.

  1. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny/Maierhöfen
    Alpin-rustikaler Klassiker in herrlicher Kulisse.

    [​IMG] Gehzeit gesamt ca. 7h
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1140Hm/200 Klettermeter auf 140Hm
    [​IMG] Schwierigkeit UIAA VI- (Direktvariante) / IV+
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Jo, Thom, Tobias


    Beide genau gleich hohen Höllhörner bieten einige Klettereien, von denen sich die vermutlich einfachsten, sichersten, wohl aber auch lohnendsten durchgesetzt haben. In idealer Weise kombinierbar, rechtfertigen sie dann auch den relativ langen Zustieg ins Hornbachjoch, erfordern aber beide nicht nur den Kletterer, sondern auch den Bergsteiger: die Gipfelan-/abstiege sowie das zu querende Gelände unterhalb der markanten Gipfel sind durchaus anspruchsvoll. Beide Routen - Südkante Südliches Höllhorn + Südwand Nördliches Höllhorn - sind gut saniert; eine Ausnahme bilden die erste als auch die letzte Seillänge beim Südlichen Höllhorn - der hier vorgestellten Tour. In der ersten SL hat wohl Blitzschlag zu nun eher unangenehm zu kletternden Blöcken geführt, die mit Sicherheit irgendwann "kommen" und den Gratbeginn weiter verändern werden. Evtl. kann eine Variante links herum gefunden werden. Bei Bedarf muss hier im IIIer Gelände selber für Sicherheit gesorgt werden. Die letzte SL spielt sich (ein kurzer IVer-Start ist gesichert) im brüchigen IIer-Bereich ab und kann ganz gut am freien Seil durchstiegen werden. Eine Köpfleschlinge böte sich an. Ein Vergleich: Bschießer Südkante mit deutlich alpinem Zuschlag; nicht nur wegen dem anspruchsvollen Normalweg, sondern auch aufgrund der vielen Bröseleinlagerungen auf den Zwischenständen und dem nicht immer ganz zuverlässigen Fels ...

    Route: Von Hinterhornbach (Parkplatz Kaufbeurer Haus) durchs Jochbachtal hinauf ins Hornbachjoch. Über die Südkante aufs Südliche Höllhorn. Vom Gipfel leicht rechts haltend den bröseligen Normalanstieg hinunter und über eine kleine IIer-Stufe in die Scharte. (Die Südwand des Nördliches Höllhorns setzt praktisch genau hier an.) Auf schwachen, sandigen Pfadspuren gerade hinab, bald nach rechts eine Runse queren und nah am Gipfelkörper zurück zum Joch. Oder: Die in der Runse ansetzende, markante Geröllrinne weit nach unten verfolgen/abfahren - oben ganz gut, unten grobblockig - und schließlich über steiles, solid gestuftes Gras zum kreuzenden Wanderweg; ideal für einen direkten Abstieg.

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    Überblick Südgrat Südliches Höllhorn.

    Die direkte Kletterei verläuft eigentlich ziemlich kantentreu, von kurzen (meist linksseitigen) Ausreißern mal abgesehen.

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    Einstieg Südkante.

    Blitzschlag hat hier für etwas ungemütliche Veränderung gesorgt, und auch in den kommenden Jahren wird hier mit Sicherheit noch einiges an Felsmaterial abgehen. Die Schwierigkeiten liegen zwar max. bei III, allerdings steckt nichts im oft brüchig-dreckigen Gelände. (Gute Friend-Gelegenheit auf halber Strecke in linkem Riss, etwa 3-4cm, ... wenn das ganze Drumherum hält.) Stand nach ca. 20-30 Metern.

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    Erste Seillänge.

    Gut zu sehen die gelben Ausbrüche.

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    Zweite Seillänge.

    Spektakulärer kriegt man nen strammen Vierer wohl nicht mehr. Top eingerichtet zieht die Linie großgriffig nach links.

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    Dritte Seillänge.

    Die VI- präsentiert sich als zwei- bis dreizügiges kleines "Boulderproblemchen" an Haken. Direkt vom Stand weg gehts los - rechts um die Kante gibts auch was zu halten.

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    Es folgt sehr steile, schöne Kletterei ...

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    ... mit Stemmausstieg. Gut eingerichtet und in etwa im oberen vierten Grat.

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    Ausstieg dritte SL.

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    Start vierte SL.

    Hier eine Variante (V+) an altem, gutem Normalhaken direkt gerade über dem Stand.

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    Variante V+

    Danach einfacher zu Stand.

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    Die fünfte Seillänge beginnt mit einem alpinem Abstieg in ein luftiges Schärtchen (II), für den Nachsteiger in dem Fall interessanter. Dann ausgesetzte Querung (BH) nach rechts (kurz IV). Ein etwas brüchiger IIIer-Kamin leitet hinauf zum Stand.

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    Die sechste SL.

    Über eine Rampe etwas brüchig nach links, kurz empor und ausgesetzt an bald eher spärlichen Griffen nach rechts (ca. IV). Auch diese Länge ist solid abgesichert. Stand auf markantem Sporn.

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    Sechste SL.

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    Die Querung in der sechsten Seillänge.

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    Start siebte Seillänge, ...

    ... die meiner Meinung anspruchsvollste der Tour. Senkrecht an guten Griffen empor, dann mit Rucksack sehr abdrängend und ausgesetzt nach links über die Kante zurück (Ausreichend abgesicherte V.) Hier nun nach links (wackeliger Normalhaken) - evtl. sogar absteigend - hinausqueren, nicht nach oben klettern! (Unten Reibungsplatten, oben feingriffig und sehr brüchig, ca VI+, keine Zwischenhaken, mobil nichts möglich!)

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    Aufhocken achte und letzte SL.

    Etwas nach links und über Wulst (kurz IV, Haken), dann im oft brüchigen Zweiergelände (evtl. Köpfleschlinge) links unterhalb eines markanten Gratkopfes in Scharte und über einfache Schrofen nach links zum Gipfel.

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    Abstieg Südliches Höllhorn.

    Auch Abseilen ist mittlerweile auf zwei Etappen möglich, wenn man denn den Bohrhaken in der Flanke findet ...

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    Abstieg aus der Scharte zwischen den beiden Höllhörnern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juli 2015