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Schwerer Klettersteig Via Kapf-Klettersteig Götzis

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Tobias, 17. April 2009.

  1. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny/Maierhöfen
    Kleiner, sportlicher KS für Stahlseilakrobaten hoch über dem Rheintal. Toller Ausblick bis über den Bodensee!

    [​IMG] Gehzeit: ca. 1,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] 110 Hm
    [​IMG] Schwierigkeit KS: D/E (eine Stelle) Mittlerweile (2011) entschärft!
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Thom, Tobi

    "Weil Kürze denn des Witzes Seele ist, ... fasse ich mich kurz." Gut so, Polonius. Na ja, schön wär´s gewesen, Hamlet. Oder eben etwas hohler und abgedroschener: In der Kürze liegt die Würze. Ein Witz ist die Kapf ganz bestimmt nicht, und wenn doch, dann ein richtig guter. Und würzig ist sie auch, aber richtig lecker!
    Unverkennbar: der Einstieg mit Baum im Rücken, teilweise überhängend und nur durch wenige Bolzen entschärft, klinkintensiv - wie der restliche Weg auch - sowie fordernd: manchmal auch die ersten Opfer, und deshalb mit D/E bewertet. Zusätzlich erschwerend ist das recht dünne Stahlseil: Verwöhnt von einer zu Blech erstarrten Endlosbockwurst, die zum griffigen Hinaufschnitzen einlädt, zum Beispiel im Stile eines Imster KS, muss hier mit einem besseren Telefonkabel vorlieb genommen werden, was aber gar nicht schlecht ist, verleitet es doch zum wiederholten Griff in den Fels - gut so. (Bitte nicht missverstehen: der Steig ist hervorragend versichert und nach nunmehr neun Jahren immer noch in gutem Zustand.) Für weniger Geübte gilt hier ganz klar: kein Anschluss unter dieser Nummer.

    Route: Parkplatz (Schranke) - KS Via Kapf - Normalweg - Parkplatz

    [​IMG]

    Hier die Parkmöglichkeit, aufgenommen beim Abstieg.

    Der Forstweg verliert sich im Wald, nach wenigen Metern leitet ein schmaler Pfad nach rechts hinab.

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    Kleiner Wasserfall am Wegesrand.

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    Der charakteristische, knackige Einstieg der Via Kapf (D/E). Hier braucht´s Schmackes. Der Baum lässt sich sogar stellenweise als Stütztritt verwenden.

    Erst nach ca. zehn Metern werden die Daumenschrauben etwas gelockert (D), der Steig legt sich leicht zurück und leitet nun über reichlich angebrachte Bolzen, die ersten Baumwipfel zurücklassend, in toller Kletterei nach oben (C-C/D).

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    Genussklettern nach dem Einstieg.

    Das Schwierigste ist geschafft, der Steig zeigt sich gnädiger.

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    Stahlstifte.

    Blick zurück auf die tolle, durch Bolzen unproblematische Kletterei (C/D).

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    Klinken.

    Es folgen nun mehrere Verschnaufmöglichkeiten, kleinere Aufschwünge (B-C) halten allerdings sowohl Laune, als auch Muckies warm. Nach dem Passieren einer Engstelle (B) sowie dem darauf folgenden Wandbuch zieht die Kapf nochmals alle Genussregister und leitet einige Meter herrlich ausgesetzt nach links um eine Kante (C) in die lässigst abschließende kaminartige Schlussverschneidung, welche, sich nach oben hin stetig zusammenschnürend, sogar ganz leicht überhängt (D), durch komfortabel angebrachte Bolzen aber problemlos zu meistern ist und ganz nebenbei noch Gelegenheit zum Genießen der außergewöhlichen Ausgesetztheit respektive der grandiosen Aussicht auf das plane Rheintal bis weit in den Bodensee hinein bietet. Geiler Abschluss einer gekonnt angelegten Führe!

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    Großartige Tief- und Weitblicke.

    Das Rheintal und der Bodensee. Tief im Tal: Götzis.

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    Der nächste Aufschwung ...

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    ... und noch einer, kurz vor dem Wandbuch.

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    Felsdach.

    Nun gilt es, eine Engstelle (B) zu durch- bzw. überqueren:

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    Die Engpassage ...

    ... so schauts aus.

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    Panoramastelle.

    Beginn des genussreichsten Abschnitts: wenige Meter quert man extrem luftig (deshalb oft recht hoch bewertet, technisch aber einfach) um eine Kante (C). Aus- sowie Tiefblick aufsaugen!

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    Letzte Anstrengungen ...

    ... Der lässige Schlusskamin (D) ist durch Bolzen gut zu klettern.

    Zu erreichen ist dieser kurze, fiese Spaß wie folgt (die faule Variante; man kann auch vom Schwimmbad zu Fuß gehen, z.B. in Kombi mit der Via Örfla):
    A 14 nach Götzis; am Schwimmbad vorbei und über ein kurvenreiches Sträßchen wenige Kilometer hinauf nach Meschach. Der immer schmaler werdenden Straße weiter folgen, dann nach links Richtung Gasthof Spallenhof abbiegen (hier kurz sehr steil) und nun flach am Waldrand linker Hand entlang: geradeaus ist bereits eine Schranke zu sehen, kurz davor wird an einer Einbuchtung am Wald geparkt, der weitere Straßenverlauf bricht stark nach rechts. Dem Forstweg/Güterweg durch die Schranke folgen und nach wenigen hundert Metern scharf rechts in den Wald hinab (erste Abzweigung, nicht den ebenfalls sichtbaren zweiten Trampelpfad etwas weiter links!). Über teilweise äußerst steile Waldhänge auf gutem aber glattem Pfad in ca. 15-20 Minuten vorbei an der Via Kessi zum Einstieg. Abstieg problemlos in ca. 10 Minuten zum Parkplatz.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. April 2014
  2. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Nachtrag Via Kessi und Via Kapf

    Nach 10 Jahren Abstinenz ging es heute mal wieder an die steilen Westwände des Kapfes hoch über Götzis. Schon der Anfahrtsweg mit dem PKW vom Rheintal an der Örflaschlucht vorbei über Meschach auf schmalen Sträßchen hinauf in Richtung Spallenhof ist ein kleines Abenteuer. Kurz unterhalb des Spallenhofes erwarten einen dann 4-5 Parkplätze vor der auch schon von Tobias angesprochenen Schranke. Hinter der Schranken wenige Meter dem Forstweg folgen, dann den zweiten Abzweig nach rechts mit Beschilderung "Kapfweg" nehmen. Auf teils ausgesetztem und oft schmierig nassem Waldpfädchen unter die größen Abbrüche der Westwand des Kapfes.

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    Nun geht es als erstes über die Via Kessi nach oben. Dank üppiger Anzahl an Trittbügeln geht es rasch und deutlich einfacher als zunächst gedacht aufwärts. Hier der herrlich steile Einstieg (C/D).

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    Die ersten 40 Höhenmeter bleibt es knackig steil, hier eine ganz leicht überhängende Passage, welche kurz den Schwierigkeitsgrad D streift. Der Fels ist auf Grund der Beliebtheit des Steiges teils schon satt abgespeckt.

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    Kurze, leichtere Querung (C) und dann geht es in zwei bis drei schwereren Zügen (D) über die etwas überhängende Schlüsselstelle hinweg. Kräftiges zupacken obligat, dank der Steighilfen aber gutmütig.

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    Quergang nach gut der Hälfte des Steiges (C). Ab 1,60m Körpergröße wird es hier eng, der Fels am Balkon ist gerade bei Nebel extrem rutschig, daher muss man fester zupacken wie gedacht.

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    Senkrecht vorbei an der Höhle (C/D), durch welche über zwei Stände bis zum Einstieg der Kessi auch abgeseilt werden kann. Weiter zum Zapfhahn und über einen letzten Steilaufschwung ...

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    ... schließlich über die Ausstiegsrampe hinauf zum Wanderpfad, welcher uns in wenigen Minuten wieder hinab in Richtung Auto bringt. Der Spaß an der Kessi dauerte zwar nur knapp 30 Minuten, dennoch war es ein gutes Warm-Up für die anspruchsvollere und lohnendere Via Kapf.

    Also wieder über den Kapfsteig unter die Wände zurück und zum Einstieg der Via Kapf.

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    Der markante Einstieg an der Fichte zur Via Kapf ist mittlerweile durch 3 Steigbügel entschärft und ist damit kaum noch mit D/E zu bewerten. Dennoch machen die ersten zehn, zumeist überhängenden Meter mächtig Spaß.

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    Danach weiter steil hinauf (C/D). Der Fels in der Kapf ist dabei deutlich weniger abgespeckt als in der Kessi, was die ganze Kletterei deutlich attraktiver gestaltet.

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    Über ein kurzes, gutgriffiges Wändchen (C) hinauf zu bequemem Band und ...

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    durch eine kleinen Verschneidung (B) ...

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    ... zum kleinen Rastplatz mit Steigbuch. Leider reicht der Nebel heute knapp höher wie diese feine Aussichtsstelle, weshalb wir auf eine gemütliche Pause vorerst verzichten.

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    Die letzten Meter an der Via Kapf werden dann noch einmal steil und ausgesetzt. Zunächst über Blockwerk sehr leicht nach oben ... (weiter nach rechts läge der leichte Notausstieg)

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    und wunderbar ausgesetzt nach links um das kecke Felseck ...

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    ... und durch die sehr steile und äußerst luftige Schlussverschneidung (D) endlich dem blauen Himmel entgegen hinauf zum Ausstieg, welchen wir nach knapp 35 Minuten vom Wandfuß ab erreicht haben.

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    In einer Minute nach links zum höchsten Punkt des Kapfes mit Gipfelkreuz und (zumeist) Traumaussicht. Nach gemütlicher Pause in der wärmenden Herbstsonne geht in wenigen Minuten über bekannten Waldpfad hinab zum Parkplatz.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Oktober 2018
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