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Empfohlen Leichte Bergtour Vom Furkajoch über 13 Gipfel nach Mellau

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Manu, 16. Oktober 2017.

  1. Manu

    Manu Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Gewaltige Konditionstour über 13 Gipfel des Bregenzer Waldes. Eindrückliche Komplettüberschreitung vom Gerenfalben bis hin zur Hangspitze über Mellau. Landschaftliche Highlights, abenteuerliche Auf- und Abstiege, sowie ein anhaltender 360° Bergpanoramablick inklusive Bodensee sind garantiert.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 9,0 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.600 Hm Aufstieg; 2.600 Hm Abstieg / Strecke ca. 28 Km
    [​IMG] Schwierigkeit I / T4
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Thom, Franzi, Manu

    Tourenverlauf: Furkajoch - Gerenfalben - Gäviserhöhe - Hohe Matona - Mellenköpfe - Hoher Freschen - Binnelgrat - Alpkopf - Salzbödenkopf - Mörzelspitze - Leuenkopf - First - Obersehrenkopf - Guntenkopf - Hangköpfle - Hangspitze - Mellau

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    13 Gipfel an einem Tag. Vom Furkajoch bis nach Mellau. In Form einer leichten Bergtour. Das hat schon was! Bekommt man so auch nicht alle Tage. Auch wenn sich die Schwierigkeiten für eine solch lange Unternehmung mit dieser Anzahl an Gipfeln absolut im Rahmen halten (Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind Pflicht!), darf eine Tour auf die Strecke von fast 30 km mit ständigen Auf- und Abstiegen nicht unterschätzt werden. Neben einer sehr guten Kondition ist ein langanhaltendes "Gutwetterfenster" unabdingbar. Notabstiege sind aufgrund der Tourenlänge bei diesem Vorhaben kaum bis nicht möglich.

    Schon länger hatten wir geplant diese Tour anzugehen. Der Gedanke ganze 13 Gipfel an einem Tag zu überschreiten und ob sich das Alles auch so umsetzen lässt war super spannend. Auch wenn die Anzahl der Gipfel, die Länge der Strecke und die Höhenmeter (hauptsächlich im Abstieg) erst einmal ein wenig abschreckend wirkten. Auf der ein oder anderen Tour in der Nähe dieses Vorhabens haben wir immer wieder versucht Teile der Überschreitung einzusehen. Im Oktober war es für uns dann soweit

    Unser erstes Auto stellen wir früh morgens in Mellau ab. Mit dem zweiten Auto geht es dann bis über den höchsten Punkt des Furkajochs bis zu einer kleinen Parkbucht an einer steilen Kurve (Platz für ca. 3 Autos). Von dort aus steigen wir zunächst zur Altgerachalpe an. An dieser folgen wir nicht dem Wanderweg sondern gehen den Kamm direkt an.

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    Anfangs noch gutmütig gestuft wird es bald schon steiler. Traumhaftes Herbstwetter begleitet uns den gesamten Tag - viel besser gehts wirklich nicht.

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    Ganz Rechts im Bild zu sehen - die Hangspitze. Unser Ziel der heutigen Unternehmung. Bereits jetzt lässt sich sehr wohl erahnen was wir uns da vorgenommen haben. Von links nach rechts Alpkopf, Salzbödenkopf, Mörzelspitze, Leuenkopf, First, Obersehrenkopf, Guntenkopf, Hangköpfle und Hangspitze.

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    Der erste Gipfel der heutigen Tour - der Gerenfalben. Im Hintergrund ist bereits das nächste Ziel auszumachen. Dort trohnt die wunderschöne Hohe Matona. Doch jetzt wird es erst einmal spannend. Über den Nordgrat des Gerenfalben haben wir keinerlei Informationen gefunden. Eigentlich geht man nun den Wanderweg zurück und quert dann unterhalb des Grates zur Gäviserhöhe. Wir entscheiden uns dafür den Nordgrat einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

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    Der Grat im Überblick. Relativ schnell steilt das Gelände auf und immer wieder müssen kurze Felspassagen abgeklettert werden (I). Gerade bei nassen Verhältnissen ist hier Vorsichtig geboten!

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    Der Grat ist mit solchen Felspassagen durchzogen und fordert sofort absolute Konzentration. Die Abkletterstellen sind aber insgesamt gut machbar und sorgen sofort für beste Laune. Wir sind froh uns für diesen eindeutig spannenden Abstieg entschieden zu haben.

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    Gäviserhöhe. Hier treffen wir dann auch wieder auf den Wanderweg.Der Übergang vom Gerenfalben zur Gäviserhöhe ist durchgängiges T4-Gelände bei meist nassen Verhältnissen (Nordflanke) und einigen teils ausgesetzten Ier-Stellen (eine kurze IIer-Stelle). Mit dem Binnelgrat klare Schlüsselstelle der Unternehmung. Wir folgen dem Weg weiter Richtung Hohe Matona.

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    Bald verlassen wir den Wanderweg und nehmen auch die Hohe Matona in direkter Linie in Angriff. Über gut gestuftes goldbraunes Gras geht es teils recht steil in Richtung Gipfel.

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    Am Gipfel der Hohen Matona. Wunderbare Aussichtskanzel und selbst als Einzelziel sicher eine Reise wert.

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    Abstieg Richtung Mellenköpfe. Im Hintergrund der Hohe Freschen.

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    Rückblick Abstieg Hohe Matona. Sieht auf diesem Bild schlimmer aus als es letztendlich ist. Mit der nötigen Trittsicherheit macht der Abstieg keinerlei Probleme. Zu unserer Überraschung war der Steig sogar recht gut präpariert.

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    Vom Sattel aus geht es über die unbedeutenden Mellenköpfe weiter Richtung Hoher Freschen.

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    Am Gipfel Hoher Freschen. Dieser ist im Sommer ein äußerst beliebtes Reiseziel und meist hoffnungslos überlaufen. Nach kurzer Rast machen wir uns an den Abstieg über den Binnelgrat. Dieser ist teils Stahlseilversicht und erfordert absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.

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    Binnelgrat in der Übersicht. Gerade anfangs ist absolute Vorsicht geboten. Das Gelände ist steil und teilweise durch die Schneeauflage nicht ungefährlich. Später ist stellenweise ein Stahlseil vorhanden um die ein oder andere Passage zu entschärfen. Der komplette Grat ist spannend und macht einen heiden Spaß.

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    Sylvester "Cliffhanger" Stallone wäre stolz. Immer wieder gilt es solch felsige Passagen zu überwinden. Insgesamt wird es aber nie richtig schwer (max. I).

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    Die durchgängige Exponiertheit, sowie die nassen, erdigen und verschneiten Teile des Grates erfordern dennoch vollste Konzentration.

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    Rückblick Richtung Hoher Freschen. Traumtag, Traumwetter, Traumtour!
    Rechts im Bild trifft der Valgüragrat auf den Binnelgrat (noch ein wenig anspruchsvoller). Dieser muss bei einer Besteigung des Hohen Freschens von Ebnit aus bewerkstelligt werden.

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    Abstieg Richtung Alpkopf (Links im Bild). Rechts Salbödenkopf, Mörzelspitze, Hangköpfle und Hangspitze.

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    Wir verlassen den Wanderweg. Eine anfänglich deutliche Trittspur verschwindet bald im Nichts. Einen direkten Weg zum Alpkopf gibt es wohl nicht. Wir bleiben der heutigen Linie treu und nehmen auch den Alpkopf Volley. Über steile Grasstufen geht es relativ unschwierig auf den begrasten und leicht bewaldeten Gipfel. Auch wenn der Alpkopf von dieser Seite aus nicht all zu spektakulär aussieht, so wartet er, wie auch der Hohe Freschen, mit brutalen West- und Nordabbrüche auf.

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    Gipfel Alpkopf. Hier gönnen wir uns erstmal eine ausgiebige Brotzeit. Ganze 5 Gipfel haben wir nun schon hinter uns. Abgesehen vom kleinen Trubel am Hohen Freschen sind wir bis hierhin kaum jemandem begegnet.

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    Weiterer Tourenverlauf. Wir steigen weglos über schönste herbstliche Almwiesen zum Sattel zwischen Alp- und Salzbödenkopf ab.

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    Vom Sattel aus geht gleich weiter Richtung Salzbödenkopf. Ungewöhnlicher Name, Wahnsinns Westabbrüche.

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    Westabbrüche Salzbödenkopf.

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    Blick hinüber zu Staufenberg (rechts) und Bocksberg über Ebnit mit der großen Klara.

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    Am völlig unspektakulären und komplett mit Latschen bewachsenen Gipfel des Salzbödenkopf. Trotz der Anstrengung und der bereits gemeisterten Strecke ist die Laune nach wie vor hervorragend.

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    Gerade voraus - die Mörzelspitze. Der Normalweg ist auf dem Bild gut zu erkennen. Wir halten uns allerdings links des Grates (anspruchsvollerer Steig). Von links zieht der Laubachgrad in Richtung Gipfel der Mörzelspitze.

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    Letzte Meter zum Gipfel der Mörzelspitze.

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    Am Gipfel. Mit überragendem Blick auf das Rheintal und die umliegende Berglandschaft. Links des Gipfelkreuzes Dornbirn und Staufenberg.

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    Der weitere Tourenverlauf. Leuenkopf, First, Obersehrenkopf, Guntenkopf, Hangköpfle und Hangspitze. Die ersten vier können "locker überwandert" werden.

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    Am Gipfel des Leuenkopfes.

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    Der weitere Verlauf gestaltet sich unproblematisch. Über Obersehrenkopf und Guntenkopf geht es weiter Richtung Hangköpfle. Der Übergang zu solchem erfordert dann nochmals volle Konzentration und gute Trittsicherheit.

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    Immer wieder schnürt sich der Grat zusammen.

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    Rückblick. Auch wenn die Beine zugegebenermaßen so langsam aber sicher schwerer werden und hier und da etwas "zwicken", macht es immer noch großen Spaß. Das Gelände gestaltet sich abwechslungsreich und glänzt mit tollen Ausblicken auf die Nordflanken und die umliegende Berglandschaft.

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    Dann ist es geschafft. Der letzte der 13 Gipfel ist erreicht - die Hangspitze. Sichtlich erschöpft aber überglücklich gönnen wir uns nochmals eine kleine Pause. Dann machen wir uns an den Abstieg in Richtung Mellau. Hier müssen die Schenkel dann nochmals ran. Dieser gestaltet sich zum Glück absolut kurzweilig und führt uns über schöne Wiesen und tolle Waldpassagen in Richtung Doseggalpe.

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    Von dieser aus geht es über breite Fahrwege nach Mellau und zurück an Auto Nummer 1.

    Eine Tour diesen Formates ist nur schwer in Bilder und Worte zu fassen. Wir sind überglücklich über die gemeisterte Unternehmung und können diese jedem konditionsstarken Bergsteiger nur ans Herz legen. Die moderaten Schwierigkeiten, die Anzahl der Gipfel, die (überwiegende) Einsamkeit, das Kaiserwetter und die stets wundervolle Aussicht machen diese Unternehmung zur absoluten Traumtour!
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. November 2017
    Thom gefällt das.
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