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Empfohlen Leichte Bergtour Vom Lünersee auf die Schesaplana (2.965m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 23. Juli 2019.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Herrliche, jedoch überfrequentierte Aussichtskanzel, welche bei guten Verhältnissen leicht zu erwandern ist - bei Altschneeresten jedoch regelmäßig die Aspiranten überfordert.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 5,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 985 Hm / Strecke ca. 8 km
    [​IMG] Schwierigkeit T4 (Umgehung Restschneefelder)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Eva, Thom

    Der höchste Gipfel des Rätikons war früher ein klassisches Hochsommerziel meiner Eltern. Gerne schwärmten die beiden von der idyllischen Zufahrt durchs Brandner Tal, dem recht steilen Aufstieg über den Bösen Tritt hinauf zum herrlich gelegenen Lüner See und dem recht stillen Geröllhatsch and er Totalpe vorbei dem aussichtsreichen Gipfel der Schesaplana entgegen. Zugegeben - viel ist vom einstigen Charme der 80er Jahre auf dieser Tour nicht mehr erhalten, unter der Woche und außerhalb der Urlaubssaison kann diese schöne Wanderung aber immer noch empfohlen werden. Wir haben uns das Spektakel an einem sonnigen Samstagmorgen angetan. Es lag fast ein wenig Everest-Feeling in der Luft - zumindest was die Menschmassen anging, welche zum Teil mit hahnebüchener Ausrüstung (Crocks, Sandalen, Halbschuhen) unterwegs waren. Zudem mussten wir verletzungsbedingt auf die Bahn zurückgreifen, was uns keinen frühen und somit einsameren Start erlaubte. Die knapp 1000 Höhenmeter vom Lünersee hinauf zum Gipfel waren aber trotz Handicap sehr gut zu meistern. Die Besteigung der Schesaplana kann bei guten Verhältnissen durchaus als einfach bezeichnet werden, steilere Mergel- und Schrofenpassagen sind eigenlich komplett mit Stahlseilen versichert. Dies gilt aber nur bei Schneefreiheit! Die Altschneefelder halten sich nach einem derartig üppigen Winter noch weit bis in den August und sind bis zu 43° steil. Ausrüstung und Können sollten dementsprechend vorhanden sein. Die angesprochenen Stahlseile befinden sich dann oft noch weit unterm Schnee, können somit nicht benutzt werden. Ein Ausgleiten in diesen Schneefeldern endet oft tragisch - wie wir an diesem Tag selbst mit ansehen mussten.

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    Nach absolvierte, kurzweiliger Bahnfahrt hinauf zum Lünersee gehts gut beschildert einige Minuten am Seeweg entlang Richtung Einsteig zur Schesaplana. Vom Staudamm aus hat man einen herrlichen Blick über das obere Brandner Tal hinweg zu den Bergen des nördlichen Rätikons.

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    Nach wenigen Minuten am Seeweg geht es rechts hinauf in Richtung Totalpe. Hier der Rückblick auf Lünersee und Lüner Krinne, der breiten Scharte im Hintergrund.

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    Anfangs begleitet uns noch schöne Sommervegetation. Die Wege hinauf zur Totalpe sind durchwegs gut gekennzeichnet und bieten keinerlei Schwierigkeiten.

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    Weiterweg hinauf zur Totalpe, welche sich hinter dem leicht gebrünten Schutthügel (Mast) befindet. Vorne rechts der Zirmenkopf, gleich dahinter der Felsenkopf und ganz hinten der Südsporn der Schesaplana.

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    Immer wieder herrliche Blumen in der sonst so kargen Hochgebirgslandschaft - wunderbar!

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    Kurz oberhalb der Totalphütte, welche in diesem Winter von einer Staublawine vollständig zerstört wurde. Im Hintergrund der Seekopf mit seinem langen und oft gezackten, brüchige Westgrat bis hin zum Zirmenkopf.

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    Ab der Totalphütte häufen sich die Schneefelder, bleiben aber absolut unproblematisch. In weitem Linksbogen umwandern wie das hier sichbare Kar. Man kann aber auch direkt über das im Kar befindliche, langgezogene Schneefeld aufsteigen. Ganz links der Südsporn der Schesaplana.

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    Schneefelder werde hier und da von kurzen, sehr einfachen Felsstellen unterbrochen.

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    Direkt unterm Südsporn der Schesaplana (links). Ab hier wird das Gelände deutlicher steiler, die Schneefelder weiter oben sind knapp über 40° steil und erfordern sicheren Tritt und Erfahrung.

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    Die Ausblicke sind immer wieder atmenberaubend. Zwischen Zirmenkopf und Seekopf spitzelt der wohl bekannteste Berg und Wahrzeichen des Rätikons hervor - die Zimba. Rechts der Lünersee.

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    Hier geht es zunächst steil über Geröll bergan, später wirds zudem ein wenig sandig. Das obere Schneefled, welches durch einen Durchlass führt ist steil und verlangt sicheren Tritt. Die Sicherungsseile liegen weit unterm Schnee und können nicht zur Hilfe genommen werden.

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    Das steile Scheefeld ist kurz und an vernüftig getretenen Stufen rasch zu überwinden. Danach geht es wieder kurz über klassischen Schasaplana-Schutt, bevor das steile Gipfelschneefeld überwunden werden muss.

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    Das kleine Schneefeld unter dem Gipfel erfordert nochmal volle Konzentration. Ohne Schnee folgt man einfach den Eisenverwahrungen, mit Schnee sucht man den für sich am besten geeigneten Weg.

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    Die letzten Meter hinauf zum bekreuzten und vielbesuchten Gipfel der Schesaplana.

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    Vom Gipfel hat man bei guter Witterung eine gigantische Aussicht. Leider ziehen an diesem Tag aufgrund der Schwüle schon sehr früh Gewitterwolken am Firmament auf.

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    Gut gelaunt gönnen wir uns eine kurze Rast am Gipfel, bevor wir den Heimweg auf bekannter Route wieder antreten.

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    Rückblick hinauf zum Schesplana-Südsporn beim Rückweg zur Totalphütte.

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    Gerne lässt man die Blicke in die Ferne schweifen ...

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    Aber auch am Wegesrand lassen sich sehenswerte Dinge entdecken.

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    Wildrosen am Wegesrand kurz vor wieder erreichen des Lünersees.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. August 2019
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