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Empfohlen Leichte Bergtour Vom Pragser Wildsee über das Nabige Loch auf Großer Rossberg (2.559m) und Herrstein (2.447m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 3. Oktober 2019.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Weitläufige aber einfache Wanderung, die einiges an Kondition fordert. Der Abstieg von der Gamsscharte zur Weißlahnscharte und die Besteigung des Herrstein erfordern Trittsicherheit.

    Tour-Bewertung:


    [​IMG] ca. 8 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.570 Hm / Strecke ca. 20 km
    [​IMG] Schwierigkeit I/T4
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Manu, Eva, Thom

    Der Pragser Wildsee bietet für zahlreichen schöne Wanderungen und Bergtouren einen idealen und schönen Ausgangspunkt, zumindest wenn die bergsteigerischen Vorhaben zeitlich in die Nebensaison legt. Während der Hauptsaison sollte man das Gebiet eher meiden, es sei denn man ist eingefleischter Terence Hill Fan. Im Spätherbst legt sich aber der größte Trubel und man kann die zum Teil weiten Wanderungen in herrlicher Stille und Einsamkeit genießen. Sehr lohnend ist zum Beispiel die aussichtsreiche Überschreitung vom Kühwiesenkopf zum Maurerkopf, welche besonders im Bereich des kurzen Olanger Klettersteiges perfekte Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzt. Auch die Besteigung des höchsten Berges in der Pragser Wildsee-Umrandung, des Seekofels ist beliebt, schön und äußerst aussichtsreich. Wir entscheiden uns an diesem Tage für eine Rundtour über das Nabige Loch auf Großen Rossberg und Herrstein. Es handelt sich um eine recht weite, stille Runde mit teilweise großartigen Ausblicken auf die Hohe Gaisl und den Seekofel - zumindest wenn das Wetter mitspielt. Wer möchte und noch ein paar Körner übrig hat, der kann recht einfach Kleinen und Großen Jaufen in die Runde mit integrieren, welche allerdings kaum Gipfelcharakter haben. Die Mitnahme des Gamazalpenkopf erfordert sicheren Tritt und etwas Orientierungsvermögen in teils brüchigen Schrofen. Ausgangspunkt für unsere Runde ist der große Wanderpark am Pragser Wildsee.

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    Schon vom Wanderparkplatz aus hat man einen imposanten Blick auf den Seekofel.

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    Vom Südufer des Pragser Wildsees zweigt unser Steig über große Schuttreissen in Richtung Nabiges Loch ab. Der Aufstieg ist nur im unteren Bereich etwas eintönig.

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    Rückblick zum Pragser Wildsee.

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    Im Bereich des Nabigen Loches ist der Steig ausreichend versichert. Die kleinen Steiganlagen bieten etwas Abwechslung im sonst recht hatschigen Anstieg.

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    Nach Überwindung des Nabigen Loches geht es auf malerischen und einsamen Wanderwegen in Richtung Rossalm. Das Gelände ist weitläufig, unter der Woche trifft man hier nur auf wenige Mitstreiter.

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    Unterhalb der Südflanke des Großes Jaufen. Dieser könnte problemlos mit etwas mehr Zeitaufwand in die Runde integriert werden. In wenigen Minuten ist von hier aus der Rossalmsattel erreicht.

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    Blick vom Rossalmsattel auf den mächtigen Seekofel.

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    Vom Rossalmsattel geht es auf seichter Pfadspur in nördlicher Richtung dem Gamssattel entgegen. Kleinen und Großen Jaufen lassen wir links bzw. rechts liegen. Im Hintergrund zeigt sich kurz die Hohe Gaisl, einer der anspruchsvollsten Berggestalten der Dolomiten.

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    Gamssattel direkt voraus, rechts der Große und davor der Kleine Rosskopf, links der wohl nur selten bestiegene Gamazalpenkopf. Zunächst leitet uns der oft seichte Pfad ca. 70 Höhenmeter hinab in eine Senke.

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    Auf den Weideflächen der Rossalpe. Von hier aus ist es bis zum Gamssattel nicht mehr all zu weit.

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    Vom Gamssattel geht es dann auf gut sichtbarem Weg in wenigen Minuten über zahlreiche Kehren zum bekreuzten Gipfel des Großen Rosskopfes, von welchem man bei guter Witterung eine beeindruckende Rundumsicht genießen kann. Aber auch ohne majestätische Aussicht war es schön!

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    Blick vom Gipfel des Großen Rosskopfes auf Gamazalpenkopf und das Massiv des Herrsteins.

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    Wieder am Gamssattel angekommen versperrt uns ein "Abstieg verboten"-Schild den Weg hinab zur Weißlahnscharte südlich des Herrsteins. Hier hat wohl 2017 ein Gewittersturm mehrere Muren in Gang gebracht und den eigentlichen Wanderpfad zerstört. Wir entscheiden uns dennoch über die gut gangbaren Schotter (T4 auf der geschicktesten Linie) abzusteigen, da ein Rückweg über das Nabige Loch nochmals 5 Stunden Zeit in Anspruch nehmen würde. Nach ca. 250 Höhenmetern leitet uns eine waagrechte Pfadspur hinüber zur Weißlahnscharte vor dem Herrstein.

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    Müde Krieger an der Weißlahnscharte. Der Aufstieg von hier auf den Herrstein ist mit ca. 40 Minuten recht kurzweilig und so machen wir uns an die letzten 250 Höhenmeter Anstieg an diesem Tag.

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    Der Pfad hinauf zum Gipfel ist stets gut erkennbar, die Schwierigkeiten sind sehr überschaubar.

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    Während Manu und ich noch über den Ostgrat nach oben schnauben, befindet sich Franzi schon auf dem Ostgipfel des Herrsteins. Kurzzeitig lösen sich nochmal die Wolken über uns auf und so können wir die wärmenden Sonnenstrahlen und die absolute Ruhe am Berg in vollen Zügen genießen.

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    Blick vom Ostgrat des Herrsteins ins Hochpustertal. Rechts im Bild Lungkofel und Sarlkofel.

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    Die letzten Meter hinauf zum Herrstein, sowohl der Ostgipfel als auch der linke Sporn hier im Bild können einfach umwandert werden. Etwas Trittsicherheit und Erfahrung in steileren Schrofen sollten aber zwingend vorhanden sein. Der letzte Aufschwung zum Gipfel ist nicht ganz so steil wie auf diesem Foto vermutet werden könnte, zudem ist dieser zusätzlich mit einer Stahlkette versichert.

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    ...

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    Im letzten Aufschwung vor dem Gipfel, auch ohne Kette liegen die Schwierigkeiten nur im I. Grad.

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    Blick vom Herrstein auf seinen Westgipfel - auch Herrsteinturm genannt. Seine Besteigung ist ungemein anspruchsvoller (II-III) als die Besteigung des Hauptgipfels. Wir passen an diesem Tag.

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    Wir drei am Gipfel des Herrsteins. Nochmal schön Vespern bevor es an den gar nicht mal so kurzen Rückweg hinab zum Pragser Wildsee geht. Der Herrstein wäre auch als Einzelziel absolut lohnend. Der Abstieg zurück in die Weißlahnscharte erfolgt über die bekannte Route.

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    Im Abstieg westlich unterhalb der Weißlahnscharte. Rechts die wilde Felszenerie des Gamazalpenkopfes.

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    Kurz vor erreichen der Zwölf-Apostel-Scharte.

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    Danach geht es äußerst eindrücklich unterhalb der Nordwände der 12-Apostel hinab ...

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    ... Richtung Pragser Wildsee. Trotz mieser Witterung ein echt spannender und spektakulärer Abstieg.

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    Wieder am Nordufer des Pragser Wildsees. Von hier aus geht es in wenigen Minuten zurück zum Parkplatz.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Dezember 2019
    Manu und Tobias gefällt das.
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