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Empfohlen Mittelschwere Bergtour Von Bludenz auf Elsspitze, Bärenköpfle und Breithorn

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 21. August 2017.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Idyllische und einsame Abenteuertour über drei wenig beachtete Gipfel mit herrlichen Klettereinlagen und genialer Rundumsicht.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 6,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.600 Hm / ca. 15 km
    [​IMG] Schwierigkeit II / T4-5
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Franzi, Thom

    Ganz im Südwesten des Lechquellengebirges liegt die kleine - vom Bergtourismus weitgehend verschonte - Gipfelgruppe, über welche eine unglaublich reizvolle und eindrückliche Rundtour von Bludenz aus unternommen werden kann. Erfahrene Bergsteiger werden hier eine auf großen Strecken einsame Tour mit wunderbarer Alpinkulisse, idyllischer Vegetation sowie höchst attraktiven IIer-Klettereien stoßen, welche allerdings auch konditionell ein wenig fordert. Zwar stellt die Tour keine extremen Anforderungen an den Begeher, dennoch sollte die Runde nicht leichtfertig unterschätzt werden - die Klettereien sind steil und teils ausgesetzt, der Übergang zwischen Elsspitze und Bärenköpfle erfordert einen sicheren Tritt - trockene Verhältnisse sind ratsam.
    Vom Parkplatz der Mutterbergbahn geht es auf gut markierten Wanderwegen durch einsame Wälder über die Unteren Furkla hinauf zur Oberen Furkla. Es folgt eine flachere Passage am Bergrücken der Katzenköpfe, schließlich geht es über eine Steilwiese und unzählige Stufen noch weit hinauf bis ins Elsfürkele. Von dort direkt auf die Südwand der Elsspitze zu und über diese steil hinauf (II) zum aussichtsreichen Gipfel. Wieder hinab zum Ansatz des Gipfelaufbaus und ostseitig durch eine markante Rinne unter den Gipfelfelsen der Elsspitze hindurch direkt auf die wild zerklüfteten Grat des Elsgschröfs zu. Den Markierungen und Trittspuren auf einem abschüssigen und an Höhe verlierenden Grasband folgend, bis direkt unter den sehr steilen Gipfelaufbau des Bärenköpfles. Anstieg in die links vom Gipfel gelegene Scharte und in anregend steiler Kletterei (II) auf dessen Gipfel mit Kreuz und Buch. Danach geht es vorsichtig über bekannte Route wieder hinab in die Scharte und südseitig absteigend auf nur seichten Trittspuren um den Gipfelaufbau des Bärenköpfles herum. Nunmehr einfach auf deutlicher Pfadspur mit Markierungen dem Breithorn entgegen, schließlich durch eine weites Latschenfeld hinauf zu dessen höchsten Punkt. Von hier wiederum gigantisch schöne Aussicht auf Rätikon und Lechquellengebirge. Der Abstieg vom Breithorn über Steigspuren ist bei Nässe schmierig, ansonsten gibt es hier aber keine nennenswerte Schwierigkeiten beim Weg hinab zum Tiefenseesattel. Vom Sattel aus weiter zunächst in Richtung Muttersbergbahn bis auf 1.241m, dort in Abstiegsrichtung links haltend, auf dem ursprünglichen und wilden Armatin-Höhenweg durch eindrückliche Schlucht und einsame Wälder hinab nach Bludenz.

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    Zu Beginn der Tour mit Blick über Bludenz hin zur bekannten Bürser Platte (Felsriegel etwas links unterhalb der Bildmitte), an welcher Beat Kammerlander mit "Prinzip Hoffnung (X-)" wohl eine der eindrucksvollsten Routen in puncto Reibungskletterei der Nachwelt hinterlassen hat, großartig! Dahinter die Berge des Rätikons.

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    Blick auf den Hohen Fraßen (1.979m) aus dem Bereich der Unteren Furkla.

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    Kurz vor dem Erreichen der Oberen Furkla erhält man einen ersten Eindruck von Elsspitze (höchster Punkt) und Elsgschröf. Über golftaugliche, sanfte Wiesen geht's in Richtung Elsfürkele weiter.

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    Knapp oberhalb der Oberen Furkla mit Blick ins Rätikon. Von hier aus geht es über einen kurzen aber steileren Wiesenhang nach oben.

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    Beim Anstieg zum Elsfürkele zeigt sich die Elsspitze von ihrer besten Seite. Durch die rechte, sonnenbeschienene SO-Flanke verläuft später der steile und spannende Aufstieg.

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    Geniale Ausblicke zu jeder Zeit - obwohl es doch ein wenig diesiger ist, als vorhergesagt.

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    Kurzes Päuschen am Elsfürkele - Sonnen tanken und Stille genießen! Hinten rechts die Gamsfreiheit.

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    Auf deutlicher Pfadspur geht es vom Elsfürkele direkt auf die Elsspitze zu.

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    Am Felsaufbau angekommen führen die Pfadspuren links unter dem Gipfel hindurch Richtung SW-Grat.

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    Einstieg in die mehr als lohnende und spannende Kletterei an der Elsspitze. Man folgt entweder den Bändern und - mit einigen Steinmannl markierten - Steilaufschwüngen (I-II) durch die SO-Flanke oder hält sich an den SW-Grat und angrenzende Kamine (II-III), hier ist der Fels meist fest und vertrauenswürdig.

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    Steil geht es knapp rechts des SW-Grates durch eine kaminartige Rinne nach oben (II-III). Der "Normalweg" verläuft etwas weiter rechts über Bänder. Danach geht es wieder direkt über den SW-Grat hinauf zum Gipfel - einfach geil!

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    Am Gipfel der Elsspitze angekommen. Kein Mensch weit und breit, gutes Wetter - ein perfekter Bergtag!

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    Blick vom Gipfel der Elsspitze über das Elsgeschröf mit Bärenköpfle hinweg zum ebenfalls nur selten besuchten und fast völlig von Latschen zugewucherten Breithorn. Für den Abstieg von der Elsspitze wählen wir den gut auszumachenden "Normalweg". (Der leicht abgespeckte Fels vermittelt einem die einfachste Linie)

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    Direkt unter den Felsen der Elsspitze geht es dann ostseitig über eine grasige Rinne und kurze Felskluft (II, oder Griff ins alte Seil) am Gipfel vorbei in Richtung Elsgschröf. Spätestens ab hier ist man wohl auch an Wochenenden so gut wie immer alleine unterwegs.

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    Steil geht es auf die erste Erhebung des Elsgschröfs, Felsqualität ist eher mittel, Trittsicherheit wichtig.

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    Blick zurück auf die Nordabbrüche der Elsspitze, ein direkter Übergang zum Elsgeschröf ist leider nicht möglich. Hinten rechts spitzelt die Zimba, der wohl formschönste Berg des Rätikon, hervor. Von der ersten Erhebung des Elsgschröfs wie anfangs beschrieben über ein leicht fallendes Grasband auf das Bärenköpfle zu.

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    Unterhalb des Bärenköpfles, zwar nicht der höchste Punkt des Elsgschröfs aber eine Besteigung ist ebenfalls äußerst lohnend. Am Gipfel gibt es neben dem Kreuz sogar ein wenig benutztes Gipfelbüchlein. Bei genauer Betrachtung lässt sich die seichte Pfadspur in die vor dem Bärenköpfle gelegene Scharte erkennen.

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    Anstieg Bärenköple im Überblick - ebenfalls steil und ausgesetzt - Bravo! Zunächst geht es links der markanten Verschneidung am Grat entlang (I-II).

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    Dann quert man vorsichtig nach rechts (II) ...

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    ... und mit einem beherzten Spreizschritt (II) über die Verschneidung hinweg auf ein ausgesetztes aber gut gangbares Grasband.

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    Nochmals steil hinauf über Schrofen zu markantem Block, der etwas eigenartig umklettert werden muss (II).

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    Auf dem ureinsamen Bärenköpfle.

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    Blick vom Bärenköpfle zurück zur Elsspitze - das Grasband, welches den Abstieg vom Elsgschröf zum Bärenköpfle vermittelt, ist hier gut einzusehen. Abstieg vom Bärenköpfle verläuft über die Ausstiegsroute. Danach steigen wir von der Scharte vor dem Bärenköpfle Richtung Süden hinab und umrunden so das Bärenköpfle. Einzelne Markierungen sind auch hier zu finden.

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    Der weitere Aufstieg zum Breithorn ist einfach, zieht sich aber bei der Hitze ein wenig in die Länge.

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    Am Kreuz des Breithorn angekommen.

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    Blick zurück auf Elsgschröf und Elsspitze. Im Hintergrund Sulzfluh, Drei Türme, Drusenfluh, Zimba und Schesaplana.

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    Panoramablick vom höchsten Punkt des Breithorns - einfach nur gut!

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    Blick in Lechquellengebirge.

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    Blick in den Bregenzer Wald. Der Abstieg vom Breithorn zum Tiefenseesattel ist einfach, nur bei feuchten Bedingungen wird es rutschig. Die Orientierung fällt aus dieser Richtung nie schwer.

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    Ankunft im Tiefenseesattel. Weiter geht es zunächst in Richtung Muttersberg-Bahn.

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    Der restliche Abstieg verläuft über den spannenden und wilden Armatin-Höhenweg zurück nach Bludenz, geniale Ausblicke und Einsamkeit gibt es oben drauf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2017
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  2. Chris Koala

    Chris Koala Registrierter Benutzer

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    Erinnert mich an die Pfannenhölzer - top! :thumbsup:
     
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