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Mittelschwere Bergtour Von Vorderhornbach (974m) auf die Saldeiner Spitze (2.037m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Tobias, 20. April 2011.

  1. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny/Maierhöfen
    Noch ein echter Geheimtipp: unbeschildert, einsam, spannend. Großartige Ausblicke. Entgegen dem freundlichen Anmarsch obenraus nichts für Anfänger!

    [​IMG] Gehzeit: ca. 6 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] Strecke ca. 1070 Hm
    [​IMG] Schwierigkeit (I)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung (auf dass es ein Geheimtipp bleiben möge :tongue:)

    [​IMG] Tourengänger: Tobias


    Es gibt sie noch, jene fast unberührten Einsamkeits-Gipfel, die, obwohl direkt "neben der Straße" liegend und nicht mit waghalsigen Grasturnereien oder stundenlangem Hatsch verbunden, weitesgehend unbekannt sind: in diesem Fall die Saldeiner Spitze. Gerade mal halb voll beinhaltet ihr kleines Gipfelbuch vom Juli 1980 pro Jahr in etwa zwischen fünf und maximal zwanzig mitunter illustre Einträge - Tendez jedoch steigend -, so bereits auch heuer. (Grüße an die "WWW-Bergsteigerkollegen".) Besonders geeignet ist sie für die Vor- und Nachsaison, sprich: vergleichsweise früh respektive spät im Jahr, was der in dem Fall idealen Südausrichtung ihres Aufstiegs geschuldet ist. An heißen Sommertagen dürfte sich besonders das riesige Latschenmeer, der - wenn weitestgehend schneefrei - vorgesehene Normalanstieg, als eher suboptimal erweisen. Apropos Anstieg: Mag die Südrinne, also die letzte Rinne vor dem Latschenfeld, bei führiger Schneeeinlage (je nach Verhältnissen evtl. Steigeisen + Pickel) eine gute Wahl sein, so sollte man bei aperem Zustand von einem Anstieg eher absehen: Zickig zeigt sie sich dann, die Saldeiner, und gibt dem Steiger besonders im steilen oberen Drittel zu verstehen, dass er hier ungefähr so erwünscht ist, wie Boris Becker in der heimischen Besenkammer. Außer merklich anspruchsvoller als der Normalweg ist der obere Teil der Südrinne jedoch vor allem fünf: sandig-schottrig ohne Ende und damit anstrengend, maßlos brüchig und somit unangenehm, dazu letztendlich durch den Steinschlag sowie die Steilheit etwas heikel. Die orientierung zur Auffindung des (eigentlich logischen, höchstens mit etwas Latschenwühlerei verbundenen) Einstiegs am unbeschilderten, im oberen Teil allerdings sparsam markierten Berg
    ist durch die bereits vorhandenen Beschreibungen mittlerweile kinderleicht.

    Route: Vorderhornbach - Sattele - Saldeiner Spitze - Retour

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    Beginn des Wanderweges an einer Wendeplatte.

    In Vorderhornbach kann man leicht versetzt gegenüber des ehemaligen Schuhauses Hosp (hinter der Kirche) in einer teils bekiesten Wiese parken. Wenige Meter der Straße bergauf folgen, dann tauchen an einer Holzwand die ersten Hinweise auf und schon ist alles geregelt: ab jetzt immer der Beschilderung "Grubachspitze" folgen - das wars. Nach wenigen Minuten Teer erreicht man den Fotostandpunkt.

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    Vorderhornbach frühmorgens.

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    Kleiner Wasserfall am Wegesrand.

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    Beginnender Sonnenaufgang.

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    Ein hübscher, angenehmer Pfad lässt einen zusehends an Höhe gewinnen. Er verläuft zuerst in der Flanke des Unterbaues der Grubachspitze, um schließlich oberhalb der "Wiesbach-Schlucht" gegen das Sattele zu steuern.

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    Das Ziel.

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    Herrlicher Ausblick aus einem kleinen Jagdsitz.

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    Weiter geradeaus!

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    Die Felsabbrüche der "Faulen Wand" gegenüber.

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    In voller Pracht die latschenumsäumte Saldeiner Spitze.

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    Auch beim Abzweig zur Grubachspitze geht es weiter geradeaus.

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    Ausläufer Südrinne.

    Bei ausreichender Schneeauflage oder einem Faible für Geröllrinnen wird hier aufgestiegen. Trifft beides weniger zu, so folgt man einfach weiter dem Weg. Er entfernt sich kurz nach links ansteigend, kehrt dann aber schnell wieder nach rechts zurück.


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    Die Rinne im Überblick, ...

    ... oben wirds etwas haarig. Mit führigem Schnee allerdings eine Alternative.


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    Latschengassen in Sicht.

    Genau hier, an diesem recht deutlichen Durchgang, verlässt man den Weg und steigt nach rechts in die Senke, nur mehr wenige Höhenmeter (ca. zwanzig) unterhalb des Sattele.


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    In der Senke vor dem Sattele.

    Man verfolgt diese nun recht flach geradeaus gegen das Sattele bis zu ihrem ansteigenden Ende. Nach rechts schwingt sich nun eine deutliche Grasschneise ins Latschenmeer. Los geht´s!


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    Eine zumeist gut sichtbare, bald erdig-stufige und mitunter recht steile Spur führt mühsam nach oben. Immer wieder kann man sich zudem an alten Freischnitten orientieren.

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    Latschenfreie Inseln ...

    ... hin und wieder ...

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    Erste Ausblicke ...

    ... auf die gegenüberliegende, allerdings noch verschneite Grubachspitze.

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    Die ersten Felsausläufer des Westgrates.

    Hier beginnen dann auch die spärlichen roten Markierungen. (Der Weg verläuft immer rechts der Felsen!) Die Spur wird nun teils undeutlicher, wirklich "verlaufen" kann man sich aber nicht. Wenn, dann bestehen einfach mehrere Optionen durch die Gassen.


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    Die Latschen werden etwas weniger, der Steig sandiger. Gleich steht die Querung Richtung Südrinne an ...

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    ... und läutet den bereits - auch auf dem Normalweg - anspruchsvolleren Schlussteil ein.

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    Der obere Abschnitt. Der Normalanstieg schwenkt nach links (verdeckt), die Südrinne etwas nach rechts, oder anders gesagt: sie teilt sich auf.

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    Sandige Querung.

    Große Trittsicherheit ist unbedingte Voraussetzung, ein Ausgleiten wird an den wenigsten Stellen abgefangen!


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    Im Beginn des oberen Drittels der Südrinne. Der Normalanstieg ...

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    ... geht hier nach links ...

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    ... die Rinne hingegen weiter geradeaus, dann etwas nach rechts.

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    Rückblick zur Gabelung an einem auffälligen Latschenfeld. Die Steigung liegt bereits im Bereich "bei Sturz nicht mehr zu halten".

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    Geschafft. Alles morsch ohne Ende; und über die zwei, drei unterstützenden festen Griffe freut man sich dann doch ...

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    Blick über den belatschten Westgrat zum Gipfel. Wenige Minuten und einfache Kraxeleien noch!

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    Auf der Rückseite ist er einfacher, dieser Zacken.

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    Auch diese etwas ausgesetzte Erhebung kann rechts unten einfach umgangen werden.

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    Westgrat.

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    Gipfel Saldeiner Spitze.

    Kreuz 2009, Buch 1980. Holzlatte als angenehme Sitzmöglichkeit. Restschnee zum Bierkühlen. Top. Soviel zu den Fakten.


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    Links: Stallkarspitze; rechts davon: weitere - die großen, mitunter namengebenden - Gipfel der Rosszahngruppe: Jochumkopf, Klupperkarkopf und die beiden Rosszähne.

    Wem die Saldeiner nicht reicht, der kann sich noch an Stallkar- und/oder Grubachspitze austoben. Das sollte dann aber wirklich langen ...


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    Elmer Rotwand und Pfeilspitze. Rechts dahinter: Dremelspitze.

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    Allgäuer Berge.

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    Leilachspitze und Luchsköpfe.

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    Rau- und Geißhorn.

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    Tannheimer Berge.

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    Vorderhornbach tief unten im Tal.

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    Westgratstück im Rückblick ...

    ... vom Einstieg zum Normalabstieg. Hiezu einfach dem teils splittrigen Grat kurze Zeit weiter folgen. Eine rote Markierung am Fels beseitigt dann alle eventuellen Zweifel.


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    Rechts durch die Latschen gehts hinab.

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    Ein Eindruck vom "Weg", ...

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    ... dann ist man auch schon wieder an der Aufstiegskreuzung. Ab hier retour.

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    Latschenbräu.

    Fließendes Schwäbisch in seiner definitiv angenehmsten Art und Weise.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. April 2014
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  2. Tobias

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    Nach sechs Jahren wieder auf der Saldeiner Spitze. Der Aufstieg erfolgte über die Jöchlehütte, die Südostflanke und den oberen Südostgrat; abegstiegen wurde der Normalweg über den oberen Westgrat hinab ins Sattele. Beide Routen bewegen sich in etwa im gleichen Schwierigkeitsgrat ("T4-Referenztour"), wobei die Aufstiegvariante sogar als schöner bezeichnet werden darf. Tolle Runde, weiterhin ruhig und einsam. Das Gipfelbuch (1980) wird noch ein paar Jahre halten, ist aber durchfeuchtet und braucht dringend eine neue Tüte!

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    Zuletzt bearbeitet: 18. Juni 2017
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