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Schwere Bergtour Kleine Höfats - Überschreitung

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen unserer Mitglieder" wurde erstellt von Jens, 20. Juli 2018.

  1. Jens

    Jens Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    13. Juni 2010
    Beiträge:
    341
    Ort:
    Augsburg-Land (Süd)
    Hier ein kleiner Bericht zur Überschreitung der Kleinen Höfats.

    Die Bilder sind ein Mix aus zwei Begehungen im Juli und August 2018, die ich mit sehr netter Begleitung machen konnte.
    Unser Anstieg erfolgte dabei jeweils über den Nordostgrat und der Abstieg über den Ostgrat.

    126.jpg
    Die Tour vom Himmelhorn

    IMG_0246 Kleine Hoefats NO-Grat.jpg
    Kleine Höfats NO-Grat aus dem Rauhenhals - im Spätherbst ...

    IMG_9199c.jpg

    ... und im Frühherbst

    Diejenigen, die ausführliche Beschreibungen zu einzelnen Tourpassagen interessieren, möchte ich - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - auf die sehr schönen Beiträge von Höfats-Fachmann Ulf (quacamozza) auf dem hikr-Portal verweisen.
    Auch andere Kollegen haben sehr interessant auf diversen Seiten darüber berichtet.

    Danke an alle, die mir zu der Tour zusätzliche Auskunft gegeben haben !

    Danke auch an die Kreuzaufsteller, das Kreuzle passt wunderbar zu diesem schönen Allgäuer Gipfel und es war ja auch rein logistisch nicht ganz ohne Aufwand, wenn man im Gipfelbuch nachlesen kann.

    In meinem kleinen Beitrag sollen vor allem die Bilder sprechen, inhaltlich kann ich kaum neues hinzufügen.
    Die Tour findet im Allgäuer Steilgraszentrum statt, und die Eindrücke während der Tour sind … ohne Worte.
    Vielleicht kommt etwas davon in den Bildern rüber.

    Zur Tour selbst:

    Aufstieg über den NO-Grat von der Stiege aus:
    den ersten Aufschwung am besten nicht direkt an der Stiege beginnen, sondern ein paar Meter weiter westlich in der auffälligen Gratlücke hinter dem kleinen senkrechten Abbruch.
    Erster Aufschwung = Schlüsselpassage des KH NO-Grats (rein klettertechnisch vielleicht nur 2+; der Ausdruck 'ein gefühlter Dreier' eines regelmäßigen Höfatsgängers triffts angesichts der großen Exponiertheit und der Eigenheiten und Tücken des Materials aus unserer Sicht recht gut).

    T6-Gelände – zwischendurch auch kurze einfache Gehpassagen.

    Der zweite Aufschwung ist unschwieriger als der untere.

    Nach zweitem Aufschwung und kurzer Boschenkriecherei in Grünerlen-'Steilgestrüpp' besteht die Möglichkeit, über die ausgesetzte Nordflanke der Kleinen Höfats rüber ins Schärtele zu queren, um anschließend den großen Schwesterberg über den NO-Grat des Zweiten Gipfels zu erreichen.

    Der letzte Steilgrasaufschwung, oben etwas schrofendurchsetzt, erreicht an den steilsten Stellen gut und gern 60° und ist damit ein würdiger Abschluss des NO-Grats der Kleinen Höfats, bevor man auf dem kleinen Gipfelplateau mit sehr schönem Kreuz eintrifft.

    Die Anzahl der Begehungen nach Gipfelbuch ist immer noch sehr überschaubar.

    Wenn man sich etwas genauer anschaut, auf welchen Routen die Begeher jeweils aufgestiegen sind, ist interessanterweise der am wenigsten schwierige Anstieg über den Ostgrat nicht unbedingt mal so ganz eindeutig als der 'Normalweg' zu betrachten:
    die schwierige Kletterroute durch die KH-Südwand (,d'r Holzarweag') wird gar nicht mal so selten durchstiegen und auch die anspruchsvolleren Zustiege über das Rote Loch / KH-Nordflanke und auch der KH-Nordostgrat sind nicht unüblich.
    Der obere KH-Westgrat wird eher beim Abseilen vom Gipfel Richtung Schärtele tangiert.

    101 Familie Höfats am Morgen.JPG
    Familie Höfats am Morgen

    102 Blick ins Rote Loch.jpg
    Blick ins Rote Loch

    103 Am Stiegele - Blick in den Rauenhals.jpg
    Am Stiegele, Blick in den Rauhenhals

    IMG_9069c.jpg

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    Die Stiege von unten.
    Ein knapp 10m hohes, praktisch senkrechtes Fels-Graswandl (III, 2 Haken).
    Vor langer Zeit soll hier zeitweise eine Art Steigbaum als Steighilfe gestanden sein.

    IMG_9100c.jpg
    Über die Stiege verlief früher eine direkte Verbindungsroute zwischen Oberer Gutenalpe und Rauhenhalsalp, die u.a. wohl von Kleinhirten benutzt wurde.
    Eine Begehung dieser Steigruine erfordert erhebliche bergsteigerische Erfahrung (T6, Steigeisen/Grödel und Pickel/Eisgerät aus meiner Sicht empfehlenswert).
    Die unangenehmsten Passagen befinden sich dabei im rechten (überbelichteten) Bildbereich im Bereich der mit Fichten und Grünerlen bestandenen Steilrippe (Zustieg zur Höfatsnadel) und der nördlich sich anschließenden Querung hinüber zum eigentlichen Alpgelände.
    Nach der AV-Karte 1906 (Leo Aegerter) führte die Verbindungsroute von der Rauhenhalsalpe weiter zur unteren Lugenalpe und über das Hintere Gündle hinüber zum Plattners Gündle.

    IMG_9113c.jpg
    Höfatsnadel (IV) mit Rauhenhalsgrat und Gieselerwand

    IMG_9092c.jpg
    Unterhalb vom Stiege-Wandfuß
    Blick zum Seilhenker – die Nordostwand (VI+, oberer Teil hier sichtbar) wurde meines Wissens ein einziges Mal im April 1934 von Anton Stolze und Sepp Prinz durchstiegen.


    Nach diesem kleinen Berichts-Exkurs wieder zurück zum Nordostgrat der Kleinen Höfats:

    104 Kleine Höfats Nordostgrat von der Stiege.jpg
    Kleine Höfats-NO-Grat von der Stiege

    2_An_der_Stiege_Kleine_Hoefats_NO-Grat.jpg
    Kleine Höfats-NO-Grat von der Stiege, mit Gratwächter

    105 Erster Aufschwung KH_NO-Grat.jpg
    Erster Grataufschwung

    IMG_8596_b2.jpg
    Schlusszustieg aus dem Oberloch - wo gehts am besten rauf zum Grat ?

    IMG_8597_b2.jpg
    Anklettern des ersten Grataufschwungs zur Gratlücke hin

    Im ersten Grataufschwung:

    IMG_8599_b2.jpg
    Aufsitzen auf den Grat, unten ist es noch relativ (...) breit

    IMG_8611_b2.jpg
    vorsichtig gehts Meter um Meter nach oben

    IMG_8610_b2.jpg
    schon sehr bald setzt die vielzitierte 'höfatstypische' Ausgesetztheit ein ...
    Irgendein Körperteil hängt öfters etwas seltsam in der Luft


    IMG_9097_c.jpg
    Standort: Stiege-Wandfuß - erster Grataufschwung NO-Grat

    IMG_9098c.jpg


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    die Edelweiß begleiten uns

    IMG_8617_b2.jpg

    IMG_8623_b2.jpg
    oben bloß nicht reißen, sonst geht’s dahin ...

    IMG_8629_b2.jpg
    hebt scho, oder ? ...

    IMG_8630_b2.jpg
    lieber schnell weiter

    106 Rückblick Ausstieg erster Grataufschwung.jpg
    Rückblick vom Ausstieg erster Aufschwung

    IMG_9175c.jpg erster Grataufschung NO-Grat von der o.g. Steigruine

    107 kurze Gehpassage zwischen erstem und zweitem Grataufschwung.jpg
    kurze Gehpassage zwischen ersten und zweiten Aufschwung

    IMG_8633_b2.jpg

    108 zweiter Aufschwung ist einfacher.jpg
    der zweite Aufschwung ist unschwieriger als der erste

    IMG_8637_b2.jpg

    109 Rückblick nach dem zweiten Aufschwung.jpg
    Rückblick nach dem zweiten Aufschwung

    IMG_8638_b2.jpg
    ... danach geht’s kurz über Zwerg-Wacholder ...

    IMG_8644_b2.jpg
    die in den alten AVF erwähnte Zustiegsvariante auf den NO-Grat aus dem hintersten Oberloch-Zwickel (von links unten rauf) überlässt man besser den Gemsen – vor uns ist ein kleiner Trupp Richtung Rauhenhals geradezu artistisch durchgezogen, das schafft auf diese Art und Weise kein Mensch

    Grasbergsteigen im Herzen der Allgäuer Steilgrasberge:

    110 Grasbergsteigen .jpg

    111.jpg

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    der macht am liebsten Pause …

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    nicht zu weit nach hinten, da pfeifts nämlich sauber runter ...

    119.jpg
    der Pfeil markiert die Stelle vom vorigen Foto (KH-NO-Grat vom Kitzberg aus)

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    nochmals Rückblick

    121.jpg
    es raschelt im Gestrüpp ...

    123.jpg
    hier könnte man ausgesetzt rüber zum Schärtele queren

    Edit September 2018:
    die Fortsetzung in diese Richtung könt ihr in diesem Beitrag nachlesen.

    Es folgt der letzte Steilaufschwung:

    18_Kleine Hoefats vom Rauhenhalsgrat.jpg
    Der Steilaufschwung vom Rauhenhalsgrat

    Diesen letzten Abschnitt finde ich auch deshalb recht interessant, weil man es hier mit klassischem reinen 'Grasklettern' zu tun hat.
    Das gibt’s beim Höfats-Normalweg auf den Ostgipfel in dieser Form eigentlich gar nicht und auch bei der Höfats-Travers auch nur eher rudimentär.


    124.jpg
    Anlauf ...

    125.jpg
    im letzten Steilaufschwung, Rückblick

    IMG_8650_b2.jpg
    ... weiter oben

    IMG_8653_b2.jpg
    die letzten Meter

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    Am Gipfel – es folgt der Abstieg über den Ostgrat

    IMG_8681_b2.jpg

    ist auch eine sehr luftige Angelegenheit -
    wir freuen uns schon auf was Kaltes zum trinken auf der Käseralpe

    IMG_8646_b2.jpg
    .. auch im Abstieg befindet man sich bis auf die letzten Meter im Absturzgelände,
    bevor man im Oberloch wieder sicheren Boden betritt.


    Weitere Bilder vom Abstieg über den Ostgrat (Tour aus 2015) könnt ihr z.B. hier sehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Oktober 2018
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