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Empfohlen Mittelschwere Bergtour Knittelkarspitze, Rappentalkopf, Dürrekopfspitze, Neualpspitze, Steinmandlspitze, Mitterkarspitze

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 8. Juli 2019.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Abgesehen von der Knittelkarspitze eine sehr einsame Überschreitung von 5 kaum je besuchten Lechtaler Gipfeln. Trotz geringer Kletterschwierigkeiten nicht anspruchslos, etwas Orientierungssinn kann auch nicht schaden. Zu jeder Zeit grandiose Aussichten.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 7 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.500 Hm / Strecke ca. 20 km
    [​IMG] Schwierigkeit bis I-II / T5
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Tobi, Thom

    Die wenigsten werden diesen Gipfeln zwischen Knittelkarspitze und Schwarzhanskarspitze bisher viel Aufmerksamkeit gewidmet haben, ja sogar die aktuellen Ausgaben des AVFs unterschlagen die Hälfte der 8 absolut selbstständigen Gipfelgestalten. Allein dies war schon Grund genug, uns einmal selber einen Eindruck vor Ort zu machen. Die gesamte Überschreitung erfordert ein wirklich gute Kondition, perfekten Orientierungssinn und guten Umgang mit teils sehr brüchigem Fels bis in den III. Schwierigkeitsgrad. Wir mussten unser Vorhaben leider nach der Mitterkarspitze abbrechen, da ein unangenehmes Gewitter uns den ungemein anspruchsvollen Weiterweg hinüber zur Schwarzhanskar-spitze zunichte machte - aber wir werden bestimmt noch einmal wieder kommen.
    Um uns den unendlich mühsamen Rückweg von Stanzach hinauf nach Kelmen (ca. 14 km Teerstraße) zu ersparen, gönnen wir uns den Luxus eines zweiten Autos, welches wir am kleinen Wanderparkplatz der Pleisspitze in Stanzach deponieren und mit dem anderen hinauf nach Kelmen fahren. Von hier machen wir uns auf den Weg hinauf zur Knittelkarspitze, welche man ebenfalls von Namlos aus besteigen könnte.

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    Blick zur Namloser Wetterspitze beim Aufstieg von Kelmen hinauf in die Kelmer Scharte.

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    Blick von der Kelmer Scharte aus hinüber zu den Steinkarspitzen, welche sich in eine wirklich spannende und lohnenden Tagesunternehmung integrieren lassen.

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    Hier geht es über den sichtbaren und gut markierten Wanderweg der Knittelkarspitze entgegen. Mittig im Bild sind Wetterkreuz (links) und Ostschulter (rechts) der Knittelkarspitze zu sehen. Der Weg durch die steile Schrofenflanke der Knittelkarspitze ist teils stahlseilversichert und erfordert Schwindelfreiheit und einen sicheren Tritt.

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    In der Scharte zwischen Ostschulter und Wetterkreuz angekommen. Der noch leicht schneebedeckte Gipfel der Knittelkarspitze ist von hier aus in ca. einer viertel Stunde erreicht.

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    Der Weg über den oberen Ostgrat der Knittelkarspitze lässt uns schon jetzt die weitere Tour einsehen. Im Vordergrund der begrünte Rappentalkopf und dahinter die etwas brüchigere Dürrekopfspitze.

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    Vom Gipfel der Knittelkarspitze steigen wir dann einige Meter auf dem Pfad Richtung Namlos nach Süden ab, bevor wir uns nach rechts wenden und in die teils stark gebänderte Westflanke auf günstigster Route hinabsteigen. Wir halten uns anfangs weiter links - nachdem wir zahlreiche Bänder überwunden haben, queren wir schließlich halb rechts hinaus in die noch hohe Westflanke in Richtung Westgrat, welchen wir aber unberührt lassen.

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    Im kurzen Gras-Schrofen-Mix (T5) steigen wir rasch hinab. Bei richtiger Routenwahl gibt es meistens gute Trittstufen, das ein oder andere Mal muss dennoch sehr sauber angestanden werden. Ausrutschen ist hier nicht. Rechts im Bild die schrofigen Aufbauten des Westgrates.

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    Unterhalb der Westgrataufbauten. Hier wird das Gehgelände wieder einfacher und wir folgen im Weiteren der Grathöhe. Immer wieder zieht der unzählige Felsköpfe tragende Keil unsere Blicke in seinen Bann.

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    Rückblick auf die Westflanke der Knittelkarspitze, welche wir gerade eben abgestiegen sind. Für den weiteren Tourenverlauf halten wir uns oft an der Grathöhe oder weichen ab und zu einmal linksseitig aus.

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    Der Keil in seiner vollen Pracht vom Rappentalkopf aus gesehen. Gar nicht so ohne weiteres auszumachen, welche der zahlreichen Felsköpfe der höchste sein könnte. Der Weiterweg zur Dürrekopfspitze ist klar und relativ einfach.

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    Blick von der Dürrekopfspitze über das Lechtal hinweg zum Hochvogel (Bildmitte). Links die mächtige Hornbachkette mit ihren unzähligen lohnenden Gipfeln.

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    Der Weiterweg zur Neualpspitze ist ebenfalls übersichtlich und birgt eigentlich keinerlei Schwierigkeiten. Ebenfalls gut ersichtlich ist der seichte Jägersteig, welcher uns von nun an in der Südflanke begleiten wird.

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    Am Gipfel der Neualpspitze - der Blick auf den weiteren Gratverlauf unserer Tour macht klar - bald wird das Gelände deutlich ernster. Links vorne die kleine Steinmannlspitze gefolgt von der mächtigen Mitterkarspitze, rechts dahinter der wilde Rauhe Kopf sowie Pleisjochspitze, Mittergrotzenspitze und Schwarzhanskarspitze.

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    Blick auf den Keil, welcher an der Neualpspitze ansetzt. Zunächst wirkt der Grat gut gangbar, es dürften jedoch bald beträchtliche Schwierigkeiten zu bewältigen sein. Aufgrund der immer mehr aufkommenden Bewölkung verzichten wir jedoch auf einen Besteigungsversuch an diesem Tag. Dieser unbekannte Berggeselle ist sicher aber auch mal als Einzelziel aus dem Liegfeisttal startend eine Reise wert. Hinten rechts der Thaneller.

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    Für den Übergang zur Steinmannlspitze steigen wir zunächst kurz nach Süden auf den seichten Jägersteig hinab und folgen diesem weiter Richtung Nordwesten.

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    Der Südwestgrat der Steinmannlspitze ist hart zugewuchert, zudem ist der Fels brüchig. Nach einigen Metern am Grat steigen wir durch die Latschen nach links ab, ...

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    ... wo wir wieder dem deutlich bequemeren Jägersteig unter die Steinmannlspitze folgen. Über die hier sichtbare Südflanke des Berges geht es zwar steil aber recht unschwierig hinauf zum höchsten Punkt.

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    Am Gipfel der kleinen Steinmannlspitze angekommen. Die Gewitterwolken rücken leider rasch näher. Allerdings möchten wir noch gerne die gegenüberliegende Mitterkarspitze mitnehmen, bevor wir den weiten und nicht immer anspruchslosen Abstieg nach Stanzach antreten.

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    Auch die Mitterkarspitze gehen wir von Süden aus an. Der Gipfelaufbau ist deutlich felsiger und zerrissener wie der der Vorgänger, was eine willkommene Abwechslung zur bisherigen Hatscherei ist.

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    An geeigneter Stelle kraxeln wir über schön aufgestellte Felstafeln dem Gipfel entgegen (I-II).

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    Blick vom Gipfel der Mitterkarspitze nach Norden. Die weiteren Gipfel sind zum Greifen nah, der einsetzende Regen veranlasst uns aber die Segel für heute zu streichen. Über den schuttigen Nordwestgrat der Mitterkarspitze - im unteren Bereich ist Vorsicht geboten, da sich hier demnächst ein gewaltiger Teil des Kammes in Richtung Liegfeisttal für immer verabschieden wird - steigen wir zum hier sichtbaren Jägersteig in der linken begrünten Flanke ab.

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    Der Abstieg erfordert bei Regen hohen Konzentration. Teilweise müssen wilde und steile Runsen gequert werden. Hierbei ist perfekte Trittsicherheit unabdingbar. Der Steig ist zudem nicht immer sichtbar.

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    Ein letzter Blick zurück hinauf zum Grat mit der formschönen und anspruchvollen Rauhekopfspitze ...

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    ... bevor wir im strömenden Regen noch weit hinab ins Lechtal absteigen müssen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2019
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