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Empfohlen Schwere Bergtour Roter Stein, Steinmannlspitze, Suwaldspitzen, Hoher Schrofen, Sonnenberg und Hönig

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 4. Juli 2016.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Herrliche, 6-gipflige Rundtour mit spannendem Direktübergang vom Roten Stein zur Steinmannlspitze. Geniale Ausblicke auf die wilde Galtbergspitze und Ihre Grate.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 7,5 Std. Aufstieg
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.500 Hm / 18 km
    [​IMG] Schwierigkeit III / T5
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung (Übergang Roter Stein - Steinmannlspitze äußerst brüchig)

    [​IMG] Tourengänger: Tobi, Thom

    Nach längerer Abstinenz hatten wir mal wieder richtig Lust auf eine Tour aus der Feder des mittlerweile leider verstorbenen Altmeisters Günther Laudahn, welcher es stets verstand, abwechslungsreiche und spannende Rundtouren im moderaten Schwierigkeitsbereich zusammen zu stellen. Die hier vorgestellte Tour weicht allerdings ein wenig von Laudahn's Original ab. Ohne den direkten Übergang - die seibertsche Beschreibung des aktuellen AV-Führers umgeht so gut wie alle spannenden Gratpassagen südostseitig und kann so kaum als eine Überschreitung gewertet werden - kann die Unternehmung als durchaus leichte Bergtour eingestuft werden, für welche allerdings Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und etwas Kondition benötigt wird. Entscheidet man sich für den direkten Gratübergang zwischen Rotem Stein und Steinmannlspitze, so warten auf den Aspiranten teils nicht unheikle und ausgesetzte Schrofenklettereien bis II/T5, eine pfitzige und eigenwillige Schlüsselstelle (III) sowie ein kurzes aber spektakuläres Ausweichen in die wilde und brüchige NW-Flanke des Verbindungsgrates. Bravo! Hierzu folgen später natürlich noch detailliertere Beschreibungen. Perfekte Trittsicherheit, Kletterfertigkeiten und gutes Einschätzungsvermögen für den teils heftig brüchigen Fels sind unverzichtbar für einen sichere Überschreitung. Der Rest der Rundtour verspricht zumeist Ruhe, Abwechslung und feine Einblicke in die Gipfelwelten der Loreagruppe.

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    Ausgangspunkt für diese Rundtour ist der Wanderparkplatz im Ortsteil Gröben von Berwang. Von hier aus machen wir uns durchs Älpeletal in Richtung Älpele auf. Im Hintergrund erhebt sich schon markant unser erstes Tagesziel - der Rote Stein. Rechts daneben die etwas behäbigere Steinmannlspitze.

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    Der Aufstieg über das Älpeletal ist kurzweilig und bis auf die Überquerung einiger noch altschneegefüllter Lawinenreissen völlig ohne Schwierigkeiten. Schnell gewinnen wir an Höhe.

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    Blick von einem Gedenkkreuz auf der Nordschulter des Roten Steins über den unbedeutenden grasigen Kamp hinweg auf das Massiv des Thanellers. Halb rechts im Hintergrund der Säuling.

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    Nach knapp 2,5 Stunden haben wir den höchsten Punkt des Roten Steins erreicht. Nach kurzer Stärkung verlassen wir die Wanderwohlfühlzone und machen uns an den anspruchsvollen Direktübergang hinüber zur Steinmannlspitze.

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    Wir folgen vom Kreuz des Roten Steins dem Wanderweg einige Meter bis hin zur ersten Seilsicherung, steigen hier direkt zum Verbindungsgrat aus uns steigen zunächst einige Höhenmeter über mäßig steile Grasschrofen hinab auf einen ersten grünen Schopf. Vor uns liegt der wilde Verbindungsgrat, dahinter die Steinmannlspitze und links die äußerst lohnende, jedoch nur selten besuchte Galtbergspitze.

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    Vom grasigen Schopf geht es nun steil über Schrofen und brüchigen Fels (II) nach links hinab ...

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    ... und über grasige Bänder unter einem ersten mächtigen Gratturm hindurch.

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    Derartig skurrile und nicht übersteigbare Grattürme gibt es immer wieder am Verbindungsgrat. Diese lassen sich zu Anfang des Übergangs allesamt auf der Südostseite ohne große Höhenverluste umgehen.


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    Typisches Gelände bei einer Grattturmumgehung.

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    Es folgt ein brüchiger Rinnenaufschwung (II), welchem nicht ausgewichen werden kann. Dieser ist nicht schwer zu klettern, der extrem brüchige Fels erfordert aber hohe Konzentration und perfekten Tritt.

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    Sehr steile Querung hin zur Schlüsselstelle (auf der Rückseite des hier sichtbaren Gratkopfes). Gehtechnisch das heikelste Stück des gesamten Überganges zwischen Roter Stein und Steinmannlspitze.

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    Hinterm Eck muss ein leicht bauchiger Aufschwung (III) an nicht immer zuverlässigen Griffen überwunden werden. Fehler verzeiht das Gelände dem Aspiranten hier nicht.

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    Nach dem Steilaufschwung wird eine glatte und teils splittrige Platte (II-III) traversiert. Die Ausgesetztheit dieser Passage war leider nicht auf das Foto zu bannen - schade!

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    Danach geht es in gewohntem Bruch zumeist an der Gratkante deutlich entspannter weiter.

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    Diese markanten vier Gratzacken veranlassen uns zu einem kurzen Ausweichen in die NW-Flanke des Verbindungsgrates. Eine Überschreitung schien uns nicht möglich.

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    Ca. 30 Meter steigen wir über solide zu begehenden Splitterbruch hinab und queren ...

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    ... unter einer ersten Steilrinne - welche uns direkt vor den 4. Turm führen würde - hindurch, um dann über Rinnen und Kamine wieder in Richtung Grathöhe anzusteigen.

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    Die Nordwestflanke ist steil und anspruchsvoll, die Klettereien bewegen sich stets zwischen I. und II. Schwierigkeitsgrad. Hier befindet sich Tobi in brüchiger Kaminkletterei (II+) in etwa Mitte des Wiederaufstieges.

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    Tobi auf den letzten, sehr heiklen Metern (II) hinaus aus der NW-Flanke hinauf zum Grat. Die Mergelschichten sind beispiellos brüchig, hier brauch es viel Erfahrung für einen sicheren Ausstieg.

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    Letzter Felsaufschwung hinüber zur Steinmannlspitze. Wir steigen auf Wildwechseln nach links unter den geschichteten Fels hindurch bis vor eine Rinne ...

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    ... und auf der rechten, brüchigen Begrenzungsrippe der Rinne (bis II) hinauf. Auch hier heißt es bei den vielen losen Brocken und Platten - Obacht!

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    Blick vom Gipfel der Steinmannlspitze über Sonnenberg und Hönig hinweg hin zum Thaneller und seine Nachbarn.

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    Abstieg über den SW-Grat von der Steinmannlspitze hin zu den Suwaldspitzen überwiegend weglos, allerdings auch ohne wirkliche Schwierigkeiten.

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    Blick auf die nächsten Gipfel. Hoher Schrofen, Hintere Suwaldspitze und Vordere Suwaldspitze (v.l.n.r.). Beim Abstieg ins Joch vor der Hinteren Suwaldspitze muss noch ein Gratkopf südostseitig umgangen werden, Trittspuren weisen einem den Weg. Auch ein direkter Abstieg über eine erdige Steilrinne wäre denkbar - vermutlich aber nicht arg lohnend.

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    Umgehung vom Gratkopf über recht gut gestufte Grasschrofen.

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    Danach geht es wieder direkt am schrofigen Grat hinauf zur Hinteren Suwaldspitze, hier im Rückblick.

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    Der Grat ist zumeist "latschenfrei", die Kraxeleien kaum (I). Zudem ist er kurzweilig. Wir überschreiten ohne Pause die Hintere Suwaldspitze und steigen auf seichten Trittspuren hinüber zum Hohen Schrofen.

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    Rückblick beim Anstieg auf den Hohen Schrofen auf die beiden Suwaldspitze. Beim Übergang wird ein kurzes, etwas ausgesetztes Gratstück rechts umgangen, Schwierigkeiten gibt es hier keine.

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    Nach Ankunft auf dem Hohen Schrofen machen wir uns zugleich an die Querung hinüber zur Vorderen Suwaldspitze. Hierbei nutzen wir die Steigspuren/Wildwechsel in der NW-Flanke der Suwaldspitzen. Das spart Höhenmeter und Zeit im Gegensatz zum Gratübergang.

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    Auf der Vorderen Suwaldspitze mit Kreuz und Buch. Nur ein vernünftiger Stift fehlt.

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    Herrliche Ausblicke in die Lechtaler Bergwelt beim Übergang zwischen Vorderer Suwaldspitze und Sonnenberg. Mittig im Hintergrund die Kreuzspitze.

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    Die Überschreitung des Sonnenberggrates ist gerade zu dieser Jahreszeit ein Kleinod für Blumenliebhaber. Es geht sich hier dank bester Aussicht und wenig Wanderbetrieb äußerst angenehm.

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    Blick zurück vom Gipfel des Sonnenberges auf Roter Stein und Steinmannlspitze, dahinter die wilden Zacken der lohnenden Galtbergspitze, hinterm Kreuz der Loreakopf.

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    Der letzte Gipfel unserer heutige Tour ist erreicht. Hönig und Sonnenberg können für sich alleine in eine äußerst lohende Wanderrunde eingebunden werden.

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    Abstieg über die Westflanke des Hönigs hinab zum Sattele. Hinten die kleine Kelmer Spitze.

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    Rückweg nach Berwang. Dieser ist keinesfalls langweilig oder fad, die Landschaft um einen herum herrlich. Selten so einen genussvollen Abstieg erlebt wie hier.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juli 2016
    Tobias und Manu gefällt das.
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