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Empfohlen Mittelschwere Bergtour Von Bach auf Fallenbacherspitze (2.723m) und Fallenbacherturm (2.704m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 31. Juli 2016.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Lange, abwechslungsreiche Bergtour in grandioser Bergwelt und einem herrlich spannenden Finale am Fallenbacherturm.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 8,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.850 Hm / ca. 35 km (davon 22 km mit Rad)
    [​IMG] Schwierigkeit II / T4-5
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Tobi, Thom

    Freizeitgeologen, Hobbybotaniker, Bergsteiger und Kletterer kommen an der immer häufiger besuchten Fallenbacherspitze zu gleichen Teilen auf ihre Kosten. Desweiteren kann dieser herrliche Gipfel mit einer hervorragenden Aussicht, einem langen aber abwechslungsreichen Anstieg sowie die beeindruckenden Nahblicke der gewaltigen Bergnachbarn wie Holzgauer Wetterspitze, Freispitzmassiv oder Vorderseespitze punkten. Wer über die notwendige Kondition, etwas Orientierungssinn, perfekte Trittsicherheit und die Beherrschung des II. Schwierigkeitsgrades verfügt, dem sei dieser eindrückliche Berg wärmstens empfohlen. Bindet man in die Runde noch den nahe gelegenen, jedoch etwas anspruchsvolleren Fallenbacherturm mit ein, bekommt man sogar noch ein echt luftiges und spannendes Finale geboten. Für diese Tour empfiehlt sich die Mitnahme eines Mountainbikes, da die Strecke von Bach aus über das Madau- und Alperschontal hinauf zur Hinteren Alperschonalpe mit gut 11 Kilometer Einfachstrecke recht zeitraubend ist - auch wenn einem zugegebenermaßen als ungeübter Biker danach ordentlich der Hintern klingelt - beim Rausfahren sind die gut 600 Höhenmeter ein wahrer Genuss. Von der Hinteren Alperschonalpe nunmehr linksseitig des Alperschonbaches über unschönen Kuhtrampelpfad durchs Klämmle immer in Richtung Ansbacher Hütte. Kurz hinterm Klämmle halten wir uns rechts auf Pfadspuren am Bach entlang (nicht links über Holzbrücke). Später geht es dann über markante Latschengassen zunächst ins Untere und später ins Obere Gamskar zu gelangen. Hier beeindrucken vor allem die äußerst steilen Südwände der Fallenbacherspitze, durch welche sich ausnahmslos anspruchsvolle Kletterrouten für erfahrene Felsartisten führen. Aus dem Oberen Gamskar folgen wir einem auffallenden s-förmigen Schotterband, welches uns rechts unter die steilen Südwände führt, die eigentliche Gamskarscharte - über welche die Route des alten AVF führte - lassen wir hierbei links liegen. Direkt unter den Wänden geht es nun über splittrigen, fast krokantartigen Fels vorsichtig hinauf (I-II). Bei Verkehr am Berg herrscht in diesem Bereich erhöhte Steinschlaggefahr, ein Helm ist ratsam. Kurz bevor wir die Gratscharte erreichen, steigen wir nach rechts über feinen schwarzen Schotter aus und kraxeln über eine kleine Rampe zu den auffallenden hellen Kalkplatten empor. Hier entweder links zu großem, markantem Block, welcher linkerhand überwunden wird und weiter über einen nach rechts oben ziehenden Plattenriss (I-II) oder schöner über einen gerade nach oben verlaufenden Riss (unten kurz II, dann I) in schöner Kraxelei hinauf zu einem kleinen Absatz. Weiter über die nun immer flacher werdenden Kalkplatten und Schotter zum Gipfelkreuz mit genialem Ausblick. Der Abstieg zurück ins Obere Gamskar erfolgt über die Aufstiegsroute. Vom oberen Karboden aus geht es nun über ein steiles, aber gut gängiges Grasband hinauf zur Gamskarscharte. Von hier aus wäre auch ein Übergang ins Fallenbacherkar möglich, wir wenden uns aber heute aber dem äußerst ungewöhnlichen Fallenbacherturm zu. Zunächst halten wir uns hierzu am Grat und erklimmen einen steilen Gratturm (II) und weiter an den direkten Gipfelaufbau heran. Nach rechts ziehend über eine kleine Felsrampe (II) hinauf und auf Bändern dem einfachsten Weg folgend bis unter den Gipfelfelsen, unter welchem durch eine enge Felsschneiße nach rechts gequert und zu einer kleinen, brüchigen Scharte westlich des Gipfels ausgestiegen wird. Die letzten, sehr ausgesetzten Meter in eigenwilliger und luftiger Reibungskletterei (II) auf den höchsten Punkt mit Steinmann - genial. Der Gipfel des Fallenbacherturms erfährt wohl nur äußerst selten Besuch, nicht zu letzt wohl wegen des heftig brüchigen Felsens. Nach kurzer Rast steigen wir auf bekannter Route wieder hinab zum Verbindungsgrat zwischen Fallenbacherturm und -spitze und queren über die grasigen Böden unterhalb des Gipfelaufbaus auf die Südseite des Fallenbacherturms, um unserer Unternehmung den Charakter einer Rundtour zu verleihen. Zudem erhält man so geniale Ansichten der Südabbrüche des farbenfrohe und einmaligen Gipfels. Von hier aus über die Knappenböden und auf teils seichten Wanderwegen über die Lärchwaldhütte zurück ins Alperschontal.

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    Die etwas kraftraubende Anfahrt mit dem Mountainbike von Bach hinauf zur Hinteren Alperschonalpe lohnt sich spätestens beim Rückweg. Hier der Blick vom Alperschontal zu den wilden Nordgratausläufern der Fallenbacherspitze.

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    Der Westsporn der Rotplatte mit seiner äußerst steilen Westqand weiß zu beeindrucken. Gegenüber der Hinteren Alperschonalpe machen wir Depot, zu Fuß geht es nun links vom Bach hinauf Richtung Klämmle. (Alter Weg verlief rechts des Bachlaufes)

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    Im Bereich des Klämmle wir der Alperschonbach überquert, es gibt beim Aufstieg bis hier hin keine nennenswerten Schwierigkeiten, meist wird man hier trotz der Nähe zur Ansbacher Hütte alleine unterwegs sein.

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    Nach dem Klämmle bleiben wir rechts des Baches und folgen seichten Trittspuren bis zur markanten Freifläche. Hinten links ist schon die Lärchwaldhütte erkennbar.

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    Von der benannten Freifläche geht es kurz einige Meter hinauf in westlicher Richtung, um schließlich der sehr markanten Latschengasse nach rechts zu folgen. Trittspuren sind zu jeder Zeit gut auszumachen. Die Orientierung ist nicht schwer.

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    Nach der Rechtsquerung steigen wir nun direkt in Richtung Gamskar auf, einen Schrofenaufbau umgehen wir hierbei linkerhand. Mit zunehmender Höhe nimmt die Steilheit des Geländes etwas zu, der Rasen bleibt jedoch stufig.

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    Ankunft im Gamskar, die mächtig steilen Südwände ziehen unsere Blicke in einen magischen Bann.

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    Wir folgen der s-förmigen Linie zwischen hellem Blockwerk und dunklerem Gries direkt unter die steilen Südwände. Man könnte auch in direkter Linie ansteigen, wir fanden es so eleganter.

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    Unter den Südwänden angekommen. Die recht splittrige, teils etwas rinnenförmige Rampe erfordert einen umsichtigen Bergsteiger (I-II). Kurz vor erreichen der Scharte wird nach rechts über schwarzen Griesel ausgestiegen. Im Bereich der Rampe erhöhte Steinschlaggefahr.

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    Genialer Nahblick auf den grünlich schimmernden Fallenbacherturm und die deutlich höhere Feuerspitze.

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    Nach dem Ausstieg aus der Rampe erreicht man über gut gangbaren Schutt die festen Kalkplatten - wir entscheiden uns beim Aufstieg für den direkt gerade nach oben verlaufenden Riss hinauf zum kleinen Geröllabsatz (kurz II, dann I).

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    Lässige Ambiente erfordert einen lässigen Schritt. Hinter dem bunten Fallenbachturm grüßen Vorderseespitze und Hoher Riffler hervor.

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    Die letzten Meter geht es über Geröll zum bereits sichtbaren Gipfelkreuz.

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    Feuerspitze und Holzgauer Wetterspitze.

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    Nach knapp 4 Stunden haben wir den aussichtsreichen Gipfel der Fallenbacherspitze erreicht. Zur Belohnung gibt einen Schluck Bier vom damaligen Kreuzsteller (1982) persönlich - danke nochmal.

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    Blick von der Fallenbacherspitze auf Saxerspitze, Freispitze, Rotplatte und Rotspitze (v.l.n.r.).

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    Beim Abstieg testen wir auch die Variante "Großer Block" an (I-II).

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    Abstieg über die Bruchrampe zurück ins Gamskar - natürlich mit der notwendigen Vorsicht.

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    Vom Kar aus über die steile Graszunge hinauf zur Gamskarscharte, rechts das berühmte Felsenfenster.

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    Aussicht, Wetter und Vegetation lassen an diesem Tage keinerlei Wünsche offen!

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    Gendarm am Grat - ein ca. 5 Meter hohes Wandl muss an recht guten Griffen und Tritten (II) überwunden werden. Dennoch gilt auch hier - erst prüfen, dann benutzen.

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    Räthkalk-Kathedrale Holzgauer Wetterspitze, rechts daneben der wilde Ettlerkopf.

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    Wir erreichen den Gipfelaufbau des Fallenbacherturms. Von hier geht es durch brüchigen, hellen Fels über eine kleine Rampe nach schräg rechts oben (II-). Danach auf geeigneter Route über Bänder durch den teils blutroten, morschen Fels.

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    Als Orientierungshilfe dient immer der Gipfelklotz des Massivs (Bildmitte). Von hier in leicht links ausholendem Bogen direkt unter ihn und nach rechts durch eine markante Felsnische, ...

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    ... danach weiter über "Moosschrofen" in die westlich des Gipfels gelegene kleine Einschartung. Achtung: der Fels ist im Bereich der Scharte enorm brüchig, auch größere Klötze lehnen nur sanft am Berg.

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    Die enorm luftigen Schlussmeter auf den höchsten Punkt erfordern konzentriertes Reibungsanstehen, die teils brüchige Kante dient quasi als Handlauf. Nach rechts geht wohl gut 100 Meter senkrecht hinab.

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    Viel Platz ist hier oben nicht - also bleib ich lieber stehen.

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    Blick vom Fallenbacherturm auf Fallenbacherspitze und Freispitzmassiv. Abstieg zurück zum Verbindungsgrat zwischen unseren beiden Gipfeln mit gebotener Vorsicht auf selber Route wie Aufstieg.

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    Fallenbachspitze mit ihrer großen Kalkplatte vom Verbindungsgrat aus gesehen.

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    Fallenbacherturm von Süden aus gesehen - einer der ungewöhnlichsten Berggesellen, die wir jemals besucht haben.

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    80er Jahre Puzzle ?!

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    Zurück am Klämmle.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. April 2017
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