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Empfohlen Skitour / Snowboardtour Von Kaisers auf die Feuerspitze (2.852m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 5. April 2019.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Rassige aber dennoch sehr beliebte Skitour auf eine bombastische Aussichtskanzel in den Lechtaler Alpen. Aufgrund der erheblichen Lawinengefahr erst im Frühjahr bei besten Bedingungen zu empfehlen - grandiose Firnabfahrten garantiert!

    Tour-Bewertung:

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    ca. 4,5 Std. (Aufstieg)
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.350 Hm / Strecke ca. 9 km
    [​IMG] Schwierigkeit
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Tobi, Thom

    Das herrlich gelegene Kaisertal ist sommers wie winters immer wieder eine Reise wert - auch wenn man mittlerweile hier im Sommer deutlich einsamer sein dürfte als zur weißen Jahreszeit. Von hier aus gibt es zahlreiche, wenn auch durchwegs nur anspruchsvollere Skitourenziele, welche sich dank der komfortablen Ausgangslage von gut 1.500 Höhenmeter vom kleinen Örtchen Kaisers aus noch einigermaßen gut erreichen lassen. Die Feuerspitze zählt neben den Alplespleisspitzen zu den beliebtesten Zielen in dieser Gegend, was nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass es für die Besteigung einiges an Erfahrung, Kondition sowie perfekte Schneeverhältnisse bedarf. Konditionsstarke Geher können die beiden beliebten Gipfel auch kombinieren - die Abfahrtsfreuden an einem schönen Frühlingstag sind sicher all die Mühen wert. Wir hatten bei unserer Besteigung absolut perfekte Verhältnisse und musste dabei den Gipfel mit keinem der anderen Aspiranten teilen - selten habe ich einen derartigen Traumtag zur Winterzeit in den Bergen erlebt wie diesen!

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    Wie immer gilt für Skitouren, welche von Kaisers aus erfolgen sollen: nur der frühe Vogel findet einen Parkplatz. Eine Ankunft deutlich für 7.00 Uhr morgens ist ratsam. Danach geht es auf gewohnt "holprigem" Weg hinauf ins wunderschön gelegen Kaisertal. Rechts die sehr eigenwillige Kaisersteinspitze und hinten im Bild thront der mächtige Grießkopf mit seinem etwas niedrigeren Trabanten, dem Kreuzkopf.

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    Nachdem wir nach einer knappen Stunde die Kaiseralm passiert haben, wenden wir uns dem Kaisertal folgend Richtung Osten unserem Ziel der heutigen Begierde zu: der Feuerspitze. Im Hintergrund ist ihr fast immer schneefreier, felsiger Westsporn schon zu sehen. Links dahinter das flache Gipfeldach des eigentlichen Gipfels. Wir halten uns beim Aufstieg immer links des Talbodens auf der schon sonnigen Südflanke der Alplespleisspitzen. Noch sind die Verhältnisse eisig, Harscheisen sind zu dieser Jahreszeit für den weiteren Anstieg mehr als hilfreich, wenn nicht sogar Pflicht.

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    Aus dem eiskalten Talboden des Kaisertales hinaus in Richtung Sonne. Im Hintergrund zu sehen sind Stanskogel, Vallesinspitze mit der davor liegenden Kaisersteinspitze, der kleinen aber giftigen Zwölferspitze und ganz rechts die Elferspitze.

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    Wir kommen dem Massiv der Feuersteinspitze immer näher. Wir steigen noch bis vor den markanten Geländeriegel aus dunklem Fels weiter an, wenden uns dann nach links in Richtung Alplespleisspitzen. Eine kürzere Variante - welche wir später in bestem Firn abfahren durften - ist der direkte Aufstieg rechts am Geländeriegel vorbei. Das ganze ist deutlich steiler als der kleine Linksschwenk, früh morgens zudem noch pickelhart gefroren.

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    Der nun folgende Hang ist deutlich steiler wie der bisherige Anstieg. In schönen Spitzkehren geht es hinauf in das rechts der Alplespleisspitzen gelegenen Joch. Konditionsstarke Geher können diese über die hier sichtbare, sehr steile Südflanke besteigen, die letzten Meter geht es dann per pedes zum bekreuzten Südgipfel.

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    Auch die Vorderseespitze - zur kalten Jahreszeit ist ihre Besteigung noch um einiges anspruchsvoller wie die Feuerspitze - erhält heute bei diesen absolut perfekten Bedingungen Besuch von einigen Tourengehern. Auch im Sommer stellt Sie ein etwas anspruchsvolleres, extrem lohnendes und oft einsames Ziel dar.

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    Für uns geht es nach einer kleinen Getränkepause weiter der Feuerspitze entgegen. Man kann schon die Schlüsselstelle, den steilen und sehr schmalen Durchlass hinauf zum Gipfeldach des Massivs direkt links des mächtigen Westspornes erkennen. Zunächst gilt es aber noch eine kleine, etwas steilere Geländestufe zu überwinden.

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    In der Geländestufe vor dem eigentlichen Schlüsselanstieg. Der Hang ist mäßig steil, wer jedoch hier schon Probleme mit den Spitzkehren haben sollte, dem sei die Umkehr sehr empfohlen. Wobei heutzutage ein sicherer, umsichtiger und erfahrenen Skibergsteiger wohl immer weniger wichtig zu werden scheint - man macht es halt! Ich hoffe sehr, dass solch beunruhigende Trends bald wieder der Vergangenheit angehören. Hinten rechts der formschöne Hauptgipfel der Alplespleisspitze.

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    Geiles Wetter und gute Laune. Noch einmal Flüssigkeitsaufnahme und eine letzte Kontrolle der Ausrüstung, bevor es in den sehr steilen Hang hinauf zum Gipfelabdachung geht. Hinten rechts die zwei imposanten Gipfel von Stanskogel und Vallesinspitze, welche vom Schwarzen Grat mit einander verbunden werden.

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    Schlüsselstelle in der Übersicht. Wirklich anspruchsvoll sind die letzten 30-40 Höhenmeter. Hier sollte tunlichst jede Spitzkehre bzw. Tritt sitzen. Im Hochwinter droht hier die größte Lawinengefahr.

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    Einstieg in den Schlüsselhang. Dieser wird mit zunehmender Höhe steiler und giftiger. Harscheisen sind Pflicht für den sicheren Skiaufstieg, zumindest bei derartig harten Schneebedingungen.

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    Schlüsselstelle von oben gesehen. Die letzten Spitzkehren sind nicht ganz ohne im gut 45 Grad steilen Hang, zudem wechselt der feste Schnee hier auf extrem weichen Pulver. Das Ausqueren aus der Steilpassage über einem steilen Felsriegel erfordert gutes Anstehen und Erfahrung, ein Ausgleiten kann hier recht böse Enden. Für die Abfahrt empfiehlt es sich die ersten Meter dann zu Fuß abzusteigen, bis man sich im freien Schneefeld befindet. Danach sind die Abfahrtsgenüsse bei derartigen Verhältnissen kaum mehr in Worte zu fassen!

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    Gut gelaunt auf der Südabdachung der Feuerspitze. Während Franzi und Tobias die letzten 150 Hm locker nach oben flanieren, muss ich mich doch dank langwieriger Erkältung mächtig quälen. Die überragende Aussicht weiß allerdings zu entschädigen und lenkt ein wenig von den körperlichen Defiziten ab. Hinten links die berühmte Freispitze und knapp rechts der Mitte die Parseierspitze.

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    Ohne Worte.

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    Endlich - die letzten Meter hinauf zum Gipfel der Feuerspitze.

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    Blick vom Gipfelgrat der Feuerspitze auf die nahe gelegene Holzgauer Wetterspitze, welche ebenfalls ein beliebtes Ziel sommers wie winters darstellt.

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    Gipfel Feuerspitze - und das alleine - Seltenheitswert. Aussicht genießen, Skier umbauen und den Körper mit Flüssigkeit und Kohlenhydraten versorgen. Dann gehts auf bekannter Route über perfekteste Firnhänge in flottem Tempo zurück zum Auto. Prädikat: Traumtour mit Suchtpotential!
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Mai 2019
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