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Empfohlen Mittelschwere Bergtour Von Wasserauen auf Bogartenmannli (1.730m) und Marwees (2.056m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 30. September 2020.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Bei Normalbedingungen herrliche, aussichtsreiche und leichte Bergtour für trittsichere Wanderer. Bei Neu- oder Altschneeeinlagerungen wird es ein wenig anspruchsvoller. Trotzdem eine Toptour im Alpstein, besonders in der Herbstzeit.

    Tour-Bewertung:

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    6 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.250 Hm / 12,5 km
    [​IMG]Schwierigkeit T5-6 / I (Alternativaufstieg aufgrund von Neuschnee)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Thom

    Der Alpstein ist auf den ersten Blick gesehen ein recht kleines, und überschaubares Gebirge. Mit seinem weit über die Grenzen hinaus bekannten Gipfelduo von Säntis und Altmann und den zahlreichen installierten Bergbahnen gibt es auch hier natürlich sehr stark frequentierte Bergwege und Gipfelziele, welche der einsamkeitsliebende Bergsteiger wohl eher meiden wird. Auf den zweiten Blick tut sich jedoch dem interessierten Aspiranten eine großartige Spielwiese aller Bergsportarten auf: ob weite, einsame Wanderungen, anspruchsvolle Bergtouren oder rassige Kletterrouten in oft perfektem Fels findet man hier wirklich alles, was das Herz begehrt. Das Ambiente ist hierbei stets alpin. Traumhafte Steilgrasflanke gruseln und locken zugleich, messerscharfe Felsgrate und unzählige, teils skuril anmutende Felstürme laden zu luftiger Kletteraction ein. Auch die zahlreichen, herrlichen Bergseen und das tief gelegene Rheintal in direkter Nachbarschaft unterstreichen das ungewöhnlich würzige Alpinambiete - manchmal wirkt der Alpstein hierbei fast wie eine künstlich erschaffene Märklin-Landschaft.
    Die hier vorgestellte Tour ist, wie in der Einleitung schon erwähnt, bei trockenen Verhältnissen für den trittsicheren Wanderer durchaus gut machbar. Bei unserer Begehung lag aber frischer Schnee in der Nordost-Flanke der Marwees, was die ganze Unternehmung deutlich würziger gestaltete - ein Pickel kann dann auf alle Fälle nicht schaden. Als Ausgangsort wählen wir Wasserauen im schönen Appenzell. Von hier aus geht es auf markierten Bergwegen hinauf in die Bogartenlücke, wo sich auch das kleine Bogartenmannli befindet. Dessen Besteigung ist ein kurzer, aber luftiger Ausflug in meist festem Fels (II-III).

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    Schon von den großen Wanderparkplätzen hat man einen guten Blick auf die heutige Tour. Links die Bogartenlücke mit dem winzigen Bogartenmannli, rechts daneben das mächtige Massiv der Marwees.

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    Beim einfachen Aufstieg hinauf zur Bogartenlücke hat man faszinierende Blicke auf Schäfler, Altenalptürm und Hängeten, ganz bestimmt werden wir auch diesen Gesellen noch einen Besuch abstatten.

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    Fels voraus. Nach knapp 90 Minuten haben wir die Bogartenlücke mit dem kleinen Bogartenmannli erreicht. Die Nordost-Abstürze der Marwees ziehen hierbei immer wieder unsere Blicke in ihren Bann.

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    Hübsche Ausblicke ins nahe gelegene Appenzeller Land. Das Wetter wird langsam besser.

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    Von der Bogartenlücke machen wir einen kleinen Kletterausflug auf das steile Bogartenmannli (II-III). Der Fels ist überwiegend fest, allerdings muss mit nassen Bergschuhe recht sauber auf den kleinen Tritten angestanden werden - ein spannendes und herrlich luftiges Erlebnis.

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    Blick vom Gipfel des Bogartenmannli an der Nördlichen Dreifaltigkeit vorbei hin zur berühmten Saxerlücke. Rechts dahinter die ersten drei Kreuzberge, dem Dritten konnten wir dieses Jahr ebenfalls schon einen Besuch abstatten.

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    Gipfel Bogartenmannli, im Hintergrund des Appenzeller Land.

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    Der Marweessteig ist ebenfalls gut markiert, allerdings schmaler wie der bisherige Wegverlauf. Aufgrund von Neuschneelawinen und Schneebrettern verlassen wir aber nach kurzem den Steig und weichen nach rechts in die Steilgrasflanken aus. Diese sind bis zu 60° steil und nicht immer gut gestuft. Mit Pickel und der nötigen Erfahrung lässt sich das Ganze aber sicher absolvieren. Im Hintergrund das kleine Bogartenmannli nebst Lücke und der wohl kaum je bestiegene, da sehr zugewachsene Bogartenfirst.

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    Weiter oben treffen wir wieder auf das kleine Steiglein und folgen diesem - noch zwei etwas heikle Schneefelder querend - hinüber zur Nordostschulter des mächtigen Marwees-Massivs.

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    Von hier aus geht es nun immer am Grat entlang dem Kreuzgipfel der Marwees entgegen. Mit zunehmender Höhe werden die Ausblicke zahlreicher und interessanter. Durch den direkten Wegverlauf am Grat, schwebt man fast über der umliegenden Bergszenerie - eine wirklich lohnende Unternehmung.

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    Rückblick beim Aufstieg zum Marwees Kreuzgipfel auf die nördlichsten Vorposten des Alpsteins - Kamor und Hoher Kasten. Dank Bahnunterstützung erfreuen sich diese zwei Gipfel an reichlich Besuchern.

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    Gleich ist der Kreuzgipfel der Marwees erreicht. Hinten links thront der wuchtige Altmann.

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    Einsames Gipfelglück an der Marwees - obwohl der eigentliche Gipfel des Massivs noch eine gute halbe Stunde entfernt ist. Jetzt heißt es erstmal Vesper, Ruhe und Aussicht genießen.

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    Wir halten uns beim Übergang zwischen Kreuzgipfel und Hauptgipfel weitestgehend direkt am Grat (kaum I), da dieser bereits abgetrocknet ist. Das Steiglein verläuft zumeist rechts oder links etwas unterhalb der Gratkante entlang.

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    Direkt voraus der Hauptgipfel der Marwees. 15 Minuten später ist dann auch dieser erklommen.

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    Am Hauptgipfel der Marwees. Von hier aus steigen wir in Richtung Widderalpsattel auf Steigspuren ab.

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    Prächtiger Blick von der Marwees auf die zwei höchsten Gipfel des Alpsteins - links der Altmann und rechts der Säntis mit seiner markanten Funkantenne.

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    Beim weglosen Abstieg vom Widderalpsattel hinab in Richtung Meglisalpe hat man nochmal einen gigantischen Blick auf Hängeten und Altenalptürm.

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    Kurz vor erreichen der Meglisalpe wenden wir uns nach rechts und steigen über Wanderwege hinab auf die kleine Ebene von Taa. Die Neuschneefelder behindern uns hier kaum, einzig und alleine eine kurze lawinenverfüllte Rinne erfordert etwas Konzentration.

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    Blick hinauf zum Marwees Massiv, die kleine Ebene Taa ist gleich erreicht. Von hier aus machen wir uns auf dem kürzesten Weg hinab zum Seealpsee - über den spannenden Schrennenweg. Dieser kann bei Vereisung allerdings unpassierbar werden - also vorab gut prüfen, ob die Bedingungen einen Abstieg erlauben.

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    Blick vom urigen Schrennenweg auf den herrlichen Seealpsee.

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    Am Seealpsee angekommen. Von hieraus geht es auf hochfrequentiertem Talweg wieder zurück nach Wasserauen. Auch kann bei Bedarf nochmal ein Verpflegungsstop in den verschiedenen Lokalitäten eingelegt werden. Eine wunderbare Herbstwanderung mit 2 spannenden Einlagen geht zu Ende.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2020