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Empfohlen Schwere Bergtour Von Elbigenalp auf die Ramstallspitze (2.533m) und Überschreitung des Ochsenkopfes (2.405m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 30. Juni 2015.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Einsame Bergtour mittlerer Schwierigkeit in urwüchsiger Landschaft mit einem spannenden und anspruchsvollen Finale am Ochsenkopf.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 8 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.800 Hm / 17,5 km
    [​IMG] Schwierigkeit II+ / T5 (Überschreitung Ochsenkopf)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung (sehr brüchig am Ochsenkopf)

    [​IMG]Tourengänger: Jo, Tobi, Thom

    Schon 2012 wollten wir dem gewaltigen Schutthaufen südlich des Großen Krottenkopfes einen Besuch abstatten - damals über den in der Krottenkopfscharte ansetzenden Nordgrat. Dank unübersichtlichem Gelände und unsäglichem Bruch waren wir damals jedoch zur Umkehr gezwungen. Aber die Ramstallspitze hat ja auch noch eine weitaus freundlichere Seite, über die sie sich mit etwas Erfahrung und der nötigen Trittsicherheit eigentlich recht problemlos ersteigen lässt (I/T4) - die übliche Route über die Südflanke. Vom Karjoch aus kann der Tourenaspirant bereits einen Großteil des Anstieges einsehen, die Steigung im Hang ist zumeist moderat und in den geröllreichen Abschnitten finden sich für den umsichtigen Geher genug sichere Tritte. Die Kletterschwierigkeiten sind ebenfalls sehr überschaubar. Für reines Wanderpublikum sollte dieser Gipfel jedoch ganz klar ein Tabu sein!

    Seit 2014 ziert den mächtigen Gipfel der Ramstallspitze ein wirklich gelungenes Holzkreuz, welches sich schon beim Anstieg über das Bernhardstal erahnen lässt. Die Anzahl der Besteigungen hat in den letzten 10 Jahren sprunghaft zugenommen. Verwundern tut dieser Umstand eigentlich nicht - bekommt man doch eine Menge alpinen Flair sowie geniale Nah- und Fernblicke auf die umliegende Bergwelt geboten! Wem die Besteigung der lohnenden Ramstallspitze noch nicht genügt, der kann sich bei der anschließenden Überschreitung des einsamen Ochsenkopfes (eigentlich der östliche Vorgipfel des Ramstallspitze) deutlich mehr fordern lassen (II+/T5). Hier später jedoch mehr. Wir starten unsere Tour wie so oft am großen Parkplatz vor dem Bernhardsbach mitten in Elbigenalp. Von hier aus mit den Mountainbikes zunächst über recht steile Forstwege hinauf zur Gibleralpe und weiter hinein ins schöne Bernhardstal.


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    Ab der Gibleralpe wird die Steigung deutlich milder, die Einfahrt ins Bernhardstal ist eindrücklich und unsere beiden Tagesziele sind schon am Horizont erkennbar - Ochsenkopf und Ramstallspitze.

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    Jaja, da gehts hoch. Von hier aus wirkt der Ochsenkopf fast wie eine kleine Silberspitze. Wir müssen unser Fahrraddepot ein klein wenig unterhalb der Großmäder Hütten legen, da sich meine Fahrradkette in Luft aufgelöst hat - der kurzzeitige Ärger darüber ist aber bei dem Ambiente schnell verflogen.

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    Der Aufstieg zur Karalm ist einsam und einfach, zieht sich allerdings ein wenig hin. Der Pfad gleicht oft nur noch einer seichten Trittspur, die Orientierung ist aber immer einfach.

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    Zwischen Karalm und Karjoch erhält man einen instruktiven Blick auf den eigenwilligen Ochsenkopf. Unser späterer Anstieg quert zunächst die geröllreiche Flanke bis zur Einschartung links des markanten Gratkopfes.


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    Nach knapp 3 Stunden haben wir das Karjoch erreicht. Zunächst über Gras an die Felsen und das Geröll heran.

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    Fantastische Ausblicke auf den Allgäuer Hauptkamm mit Trettachspitze, Mädelegabel, Hochfrottspitze, Bockkarkopf, Wilder Mann, Steinschartenkopf und Hohes Licht.

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    Rückblick beim Anstieg über die Südflanke der Ramstallspitze auf Nordeck, Strahlkopf und Rothornspitze. Dahinter die gewaltige Bergwelt der Lechtaler Alpen mit der markanten Holzgauer Wetterspitze.

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    Wir halten uns beim Anstieg durch die Südflanke der Ramstallspitze an die felsigen Anteile, welche uns die ein oder andere nette Kraxelei bescheren (I). Alles in allem ist die Südflanke deutlich einfacher zu begehen, als wir das zunächst erwartet haben.

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    Traumwetter und solche Ausblicke - da bleibt wirklich kein Wunsch offen. Im Vordergrund die wuchtige Berggestalt unseres höchsten Allgäuer Gipfels - dem Großen Krottenkopf. Dahinter Öfnerspitze und Krottenspitze mit ihrem unglaublich faszinierenden Krottenspitzgrat. Dieser Grat bietet sehr erfahrenen Bergsteigern eine der längsten Kletterrouten im gesamten Allgäuer Raum.

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    Im oberen Teil der Südflanke halten wir uns an die ausgeprägt Geländerippe links. Dort lässt es sich angenehm steigen und man bekommt den ein oder anderen imposanten Tiefblick in die unfassbar zerborstenen Ostflanke der Ramstallspitze geboten.

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    Rückblick hinab über die Südflanke der Ramstallspitze ins Karjoch.

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    Übersicht Südgrat Ramstallspitze. Die Gratköpfe lassen sich gut übersteigen (I), die Aussicht ist immer großartig. Ganz hinten kann man schon das Holzkreuz erkennen.

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    Einfach grandios, wie sich der kleine Ochsenkopf mit seinen steilen Plattenschüssen aus den gewaltigen Schottern, welche ihn umgeben, erhebt. Eine Bergruine Deluxe, die für mein Dafürhalten völlig zu unrecht keinerlei Erwähnung im aktuellen AVF mehr findet. Von hier aus lässt sich schon erahnen, das die Überschreitung an der teils schmalen Gratkante sehr luftig werden wird, die Brüchigkeit des Gesteins bleibt einem jedoch verborgen. Links im Hintergrund die pyramidenförmige Marchspitze.


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    Brüchig geht's über den letzten Gratkopf des flachen Südgrates (I) hinweg zum bekreuzten Gipfel.

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    Dann ist der lohnende Gipfel der Ramstallspitze erreicht. Von gegenüber grüßen Kleiner und Großer Krottenkopf. Trotz eines Wochentages sind wir nicht allein am Gipfel - die Zeiten ändern sich. Rechts hinten der Hochvogel. Für den Rückweg wählen wir die selbe Route wie im Aufstieg, da ein direkter Übergang zum Ochsenkopf über den Ostgrat/Ostflanke uns zu brüchig und unübersichtlich ist.

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    Vom Karhorn geht es einige Höhenmeter den Weg Richtung Karalm wieder hinunter, bis wir auf geeigneter Linie mit der Querung der Geröllfelder beginnen können.

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    Das Geröll ist teilweise etwas unangenehm zu begehen, in der drückenden Hitze der Mittagszeit ein recht schweißtreibendes Unternehmen. Allerdings ist das Gelände nicht schwierig und die zu überwindenden Höhenmeter sind überschaubar.

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    Die markanten Scharte zwischen dem Massiv der Ramstallspitze und dem Ochsenkopf ist fast erreicht. Der markante Gratkopf darüber wird teils erklommen, teils in seiner brösligen Nordflanke umgangen.

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    Blick von der Scharte hinauf zur Ramstallspitze und ihrer Ostflanke bzw. ihrem brüchigen Ostgrat (rechts).

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    Bröslige Umgehung des ersten Gratkopfes (I), welche einen sicheren Tritt verlangt.

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    Und wieder herrliche Ausblicke auf Faulewandspitzen, Marchspitze, Hermannskarspitze und Hermannskarturm. Dahinter lugt der Doppelgipfel der Ilfenspitzen hervor.

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    Nach der Querung des ersten Gratkopfes geht es in einer kaminartigen Rinne hinauf zur Grathöhe (II).

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    Meist halten wir uns direkt an der Gratkante oder knapp darunter auf der Nordseite. Die Felsqualität variiert von solide bis äußerst brüchig. Der komplette Übergang ist durchwegs spannend, es gibt kaum Gehpassagen.

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    Mitunter sind die Passagen etwas ausgesetzter - alles in allem verlangt die Überschreitung des Ochsenkopfes schon einiges an Erfahrung in derartigem Gelände, ohne jedoch wirklich giftig zu werden.

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    Das Schaustück der Überschreitung - ein sehr markanter Gratturm versperrt den Weg. Auf ausgesetzter Bruchschneide an ihn heran (II) und von links kommend über bröselige Bänder hinauf zur Grathöhe (I).

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    Weiter über die brüchige Gratschneide - immer im leichten Auf und Ab und immer zwischen dem I. und II. Schwierigkeitsgrad. Langeweile kommt zu keiner Zeit auf.

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    Blick über die herrliche Schneide des Ochsenkopfes hin zu seinem höchsten Punkt.

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    Teilweise verlangt der schmale und teils äußerst brüchige Grat einige artistische Einlagen, leider lässt sich die oft vorhandene Ausgesetztheit nur schwer auf die Fotos bannen.

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    Selbige Stelle nochmal von oben - hier erkennt man gut die unterschiedliche Felsqualität.

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    Kurz vor dem höchsten Punkt des Ochsenkopfes nochmals ein kurzer Aufschwung, welcher bei kleineren Leuten doch etwas Armkraft und Technik verlangt (II+).

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    Unweit des höchsten Punktes deponieren wir ein kleines Gipfelbüchlein unter einem Steinmannl.

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    Anschließend steigen wir über den zunächst noch schmalen Ostgrat des Ochsenkopfes ab.

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    An der bröseligen Schneide des Ostgrates muss man sich nochmal konzentrieren (I). So wirklich halten tut hier nichts.

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    Danach geht es über zumeist vernünftig zu begehendes Steilgras hinab. An geeigneter Stelle queren wir nach links hinab auf den Wanderweg, welcher von der Krottenkopfscharte hinab ins Bernhardstal zieht.

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    Ein letzter Blick zurück auf den Ochsenkopf mit seinem überwiegend grasigen Ostgrat bevor wir über das Bernhardstal zurück nach Elbigenalp fahren. Hierbei möchten wir allen Tourengehern noch den Einkehrschwung in die Gibleralpe empfehlen - freundliche Bedienung und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis wissen zu überzeugen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. August 2015
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