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Empfohlen Mittelschwere Bergtour Von Buchboden auf Schöneberg (2.282m) und Rosseck (2.257m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 20. Juli 2020.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Schöne, sehr ruhige Runde über zwei kaum je bestiegene Gipfel im Lechquellengebirge. Besonders lohnt sich diese Unternehmung zur Blütezeit. Bei Nässe nicht ungefährlich.

    Tour-Bewertung:

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    6 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.600 Hm / 14 km
    [​IMG]Schwierigkeit I-II / T5
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Thom

    Die hier vorgestellte Tour ist ein Hochgenuss für jeden einsamkeitsliebenden Grasbergsteiger, welcher sich nichts aus berühmten Bergnamen oder maximale Höhenrekorden macht, sondern einfach gerne in ursprünglicher Natur auf Wanderschaft geht. Bei guten Verhältnissen sind die Schwierigkeiten eher moderat, die ein oder andere Stelle verlangt dennoch einen erfahrenen und sehr trittsicheren Bergsteiger. Landschaftlich eine wirklich großartige Unternehmung, welche ich besonders zu Blütenzeit der unzähligen Alpenblumen absolut empfehlen kann. Die ruhig gelegenen Zustiege über die Untere Ischkarnei Alpen sind ein zusätzlicher Bonuspunkt für diese lohnende Halbtagesunternehmung. Nimmt man noch ein paar Höhenmeter mehr mit in Kauf, so lassen sich zum Beispiel noch der Ruchwannekopf, der Eferatgrat oder auch die Glattjöchlspitze schön mit in die Runde einbinden. Als Ausgangspunkt für unsere Tour wählen wir den Wanderparkplatz bei Bad Rothenbrunnen einige Kilometer östlich von Buchboden.

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    Vom Wanderparkplatz bei Bad Rothenbrunnen geht es zunächst gemächlich an der Lutz entlang, welche hier in diesem Bereich durch die recht spektakuläre Kessi-Schlucht fließt. Nach ein paar hundert Meter überqueren wir den schönen Wildbach nach links und steigen über ein kleines Pfädlein hinauf in Richtung Untere Ischkarnei Alpen.

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    Herrlicher Wildbach - die Lutz hat über viele hunderttausende Jahre die Kessi-Schlucht in den Fels gefressen.

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    Es geht zunächst durch lichte Mischwälder, später queren wir langgezogene Latschenhänge.

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    Blick hinüber zur Wangspitze und zum Matonakopf, welcher von hier aus wie ein kecker Felszapfen wirkt.

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    An den Unteren Ischkarnei Alpen angekommen. Von hier geht es der Beschilderung folgend weiter in Richtung Töbelejoch. Im Hintergrund ist die kleine aber feine Glattjöchlspitze zu sehen.

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    Der weitere Aufstieg erfolgt auf guter Trittspur und zahlreichen Markierungen immer entlang des Pregimelbaches, links von uns der äußerst schroffe und anspruchsvolle Kilkaschrofen.

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    Auch wenn das Wetter wie so oft nicht wirklich mitspielt, genießen wir die Aussicht hin zum Feuersteinmassiv.

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    Unsere beiden Tagesziele direkt voraus, links der Schöneberg und rechts das zackige Massiv des Rossecks.

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    Begleitet wird man über fast die ganze Tour hinweg von zauberhaften Blumenwiesen. Trotz Corona und Hauptsaison trifft man hier dennoch nicht auf all zu viele Mitstreiter beim Zustieg zu den beiden Gipfeln, an den Gipfelanstiegen selbst dürfte so gut wie nie etwas los sein. Hinten der Ruchwannekopf.

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    Zwei riesige Felsblöcke markieren unverfehlbar den Einstieg zur Schöneberg Westflanke.

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    Diese Blöcke sind mit Sicherheit auch als Boulderziel eine Reise wert - echt lecker! Im Hintergrund sind Kunkelturm und Kunkel zu erkennen, ebensfalls eine lohnende und einsame Tour.

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    Immer wieder zieht der Kilkaschrofen unsere Blicke in seinen Bann - die Überschreitung des gesamten Grates war vor vielen Jahren eine der anspruchsvollsten Touren, die ich je gegangen bin. Hinter dem Kilkaschrofen lugt gerade noch so der Seeleschrofen hervor, dahinter der Ostgipfel des Zitterklapfens.

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    Etwas mühsam aber unschwierig geht es nach den markanten Felsblöcken hinauf in Richtung Schöneberg. Am einfachsten geht es über das üppige Gras. Weiter oben sieht man schon den Durchlass, welcher uns etwas nach links deutlich steiler hinauf leitet.

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    ...

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    Im Durchlass - es geht steil und nicht immer gut trittig zwischen den Felsen hinauf (I-II).

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    Blick von oben auf die Durchlass-Passage. Die Felsanteile sind überraschenderweise zumeist solide.

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    In etwa der Mitte der Westflanke des Schönebergs - der weitere Aufstieg verläuft etwas recht der Felsen weiter oben. Es gibt hier aber sicher mehrere Varianten, den Gipfel zu besteigen.

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    Kilka- und Seeleschrofen grüßen von gegenüber.

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    Ruchwannekopf und Hörnlekopf, dahinter das berühmte Massiv der Kanisfluh.

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    Im oberen Drittel der Westflanke des Schönebergs legt sich die Steilheit wieder, über schönen Golfrasen geht es rasch höher hinauf - Begehungsspuren sind hier nirgends aufzufinden.

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    Kurz unterhalb des Schöneberggipfels hat man eine herrlichen Blick auf ein interessantes Trio - Hochkünzelspitze, Kunzelturm und Niedere Künzelspitze.

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    Am ureinsamen Gipfel des Schönebergs angekommen. Kein Steinmann, kein Buch, kein Kreuz - nur Stille, Ausblicke und Natur - naja und ein feines Bergvesper!

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    Rechts vom Kilkaschrofen erheben sich Wildes Gräshorn, Grünes Gräshorn und Annalperstecken.

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    Blick vom Gipfel des Schönebergs auf Toblermannkopf (rechts), Hörnlegrat und Hörnlekopf.

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    Der Übergang zum nahe gelegenen Rosseck ist bei trockenen Verhältnisse nicht wirklich anspruchsvoll, bei nassem Gras ist jedoch in den teils ausgesetzten Passagen volle Konzentration erforderlich.

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    Ein erster Felsaufschwung wird hierbei einfach auf Grasbändern rechts (westseitig) umgangen.

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    Ein zweiter Felsaufschwung ebenfalls rechts in sehr steilem (I) aber recht gut gestuftem Gras. Die Stelle ist bei der Begehung etwas spektakulärer und ausgesetzter, als es dieses Foto vermuten lässt.

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    Rückblick zum Schöneberg, im Vordergrund die zwei eben erwähnten Felsaufschwünge, welche westseitig umgangen werden. Der Übergang macht richtig Laune und ist sehr kurzweilig.

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    Der Hauptgipfel des ebenfalls nur sehr selten betretenen Rossecks liegt direkt vor uns. Über die grün leuchtenden, schrägen Grasterrassen (I-II) lässt sich dieser genüsslich ersteigen.

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    Am kleinen Gipfel des Rossecks angekommen. Wir steigen nun weiter in Richtung Eferagrat ab, bis der Felsgrat vor uns jäh und unüberwindbar in die Tiefe stürzt.

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    Der Eferatgrat mit seiner berühmten Schönebergkante (rechts) direkt vor uns. Ein direkter Übergang scheint uns nicht möglich ...

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    ... daher wenden wir uns nach rechts (Westen) und steigen über sehr steiles Gras und wenig Fels hinab in Richtung Kar. Hierfür ist eine perfekte Trittsicherheit unabdingbar, sonst wird es schnell gefährlich.

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    Rosseck und Eferagrat im Hintergrund. Kurz vor dem Gratturm in der Bildmitte sind über die hier sichtbare Steilgrasflanke abgestiegen. Etwas Gespür für den einfachsten Durchstieg kann hierbei nicht schaden.

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    Nochmal genießen wir die Aussicht, bevor wir über recht holpriges Gelände wieder zu den markanten Riesenfelsen rasch zurück steigen. Hierbei ist gute Trittsicherheit von Vorteil.

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    Felsgestalten am "Wegesrand". Bald erreichen wir wieder den Höhenweg zwischen Biberacher Hütte und Töbelejoch.

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    Letzter Blick zurück auf Schöneberg und Rosseck, bevor wir zurück ins Tal fetzen. Schön war's.

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    Zuletzt bearbeitet: 11. August 2020
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